Ergänzungsstudiengang TropenwasserwirtschaftEinführung
Die Bevölkerungsexplosion in verschiedenen Teilen der Welt, Wasserknappheit einerseits und sintflutartige Überschwemmungen andererseits zeigen einige der Ursachen und Auswirkungen eines zerrütteten Ökosystems, das regulierende Eingriffe erfordert. Dabei kommt der Wasserwirtschaft als Kerndisziplin wachsende Bedeutung zu. Spezifische Anforderungen und Schwerpunkte
Gewinnung und Aufbereitung von Trink- und Brauchwasser ist einer der Schwerpunkte des Studiums. Fachgebiete wie Siedlungswasserbau, Hydrologie und Wasserwirtschaft werden von international erfahrenen Lehrbeauftragten behandelt. Die spezifischen Bedingungen in den Entwicklungsländern werden dabei besonders berücksichtigt.
Deshalb ist die Abwasserentsorgung eine zweite wichtige Säule des Studiengangs, die im wesentlichen durch die Fachgebiete Siedlungswasserbau und Wasserbau repräsentiert wird. Auch hier wird durch die Einbeziehung einfacher Maßnahmen und angepasster Bauformen der Bezug zu der realen Situation in tropischen Ländern hergestellt.
Ein weiterer Schwerpunkt ist deshalb die Projektplanung, die sich als roter Faden durch alle Fachgebiete zieht. Die Fächer Entwicklungs- und Sozialpolitik sowie interdisziplinäre Projektstudien behandeln die Problematik der Projektplanung in Entwicklungsländern und sind für die Schaffung angepasster, dauerhafter Maßnahmen unerlässlich. Neben diesen Schwerpunkten werden Fächer angeboten, die für Ingenieure auf dem Gebiet der Entwicklungszusammenarbeit von Bedeutung sind: Technisches Englisch, Kleinwasserkraftanlagen und angepasste Bauformen und Materialien.
StudienkonzeptFür den fächerübergreifenden Bereich Wasserwirtschaft, Kulturtechnik, Bauingenieurwesen und Agraringenieurwesen bietet der seit dem Wintersemester 1984/85 angebotene Ergänzungsstudiengang Tropenwasserwirtschaft eine interdisziplinäre und praxisorientiert angelegte Aus- und Weiterbildungsmöglichkeit. Die Konzeption wurde in Zusammenarbeit mit maßgebenden Entwicklungshilfe-Organisationen sowie in der Entwicklungshilfe tätigen Fachkräfte und Institutionen aus der Praxis und dem wissenschaftlichen Bereich entwickelt.
Es werden deutsche und ausländische Bewerberinnen und Bewerber zugelassen, die ihr im Erststudium und eventuell auch bereits im Beruf erworbenes Fachwissen ergänzen wollen. Zugangsvoraussetzung ist ein abgeschlossenes Studium an einer wissenschaftlichen Hochschule oder Fachhochschule in der Fachrichtung Bauingenieurwesen, Agrarwesen, Hydrogeologie oder eine äquivalente Qualifikation. Für ausländische Bewerberinnen und Bewerber werden mindestens der akademische Grad eines Bachelors und ausreichende Kenntnisse in der deutschen Sprache vorausgesetzt. Zu bestimmten Lehrveranstaltungen oder Seminaren können Gasthörer, gegebenenfalls im Rahmen eines Weiterbildungsstudiums, auch ohne Nachweis der o. a. Qualifikation, zugelassen werden. Die Lehrinhalte umfassen, entsprechend der fächerübergreifenden Konzeption, eine breite Fächerpalette mit Schwerpunkten in:
Darüber hinaus berücksichtigen die Lehrinhalte Fragen der Entwicklungs- und Sozialpolitik, der Infrastruktur- und Regionalplanung sowie der ländlichen Entwicklung. Sie werden ergänzt durch eine zusätzliche Fremdsprachenausbildung. Abschluß und TitelDas Studium beginnt jeweils zum Wintersemester. Die Studiendauer beträgt 3 Semester, darin enthalten ist ein Praxissemester im Ausland. Als Abschluß wird der Hochschulgrad "Master of Science in Water Ressource Management (M.Sc.W.R.M.)" verliehen. Die Bewerbungsfrist endet am 15. Juli des Jahres, in dem das Studium mit Beginn des Wintersemesters aufgenommen werden soll. Die Teilnehmerzahl ist auf 15 beschränkt. Die aktuelle Wissensvermittlung und praxisorientierte Ausbildung werden durch eine große Zahl von externen Lehrbeauftragten mit hoher Qualifikation gewährleistet. Diese Qualifiaktion gründet sich auf ein sehr breit gefächertes sowohl wissenschaftliches als auch praktisches Spektrum und eine meist langjährige Erfahrung im Ausland. Die Lehrbeauftragten kommen zum überwiegenden Teil aus maßgebenden Entwicklungshilfe-Organisationen, Hochschulen und Consultingfirmen. Durch ihre fortdauernde Tätigkeit in Auslandsprojekten bieten sie den aktuellen Bezug zu den sich verändernden Anforderungen in den Entwicklungsländern. Weitere Informationen in englischer Sprache auf den Seiten der AGEP. |
Fakultät Bau-Wasser-Boden

Gründe für landwirtschaftliche Wasser gehört zu den wichtigsten und zu schützenden natürlichen Rohstoffen. Grundwasser und Oberflächenwasser sind Abbilder für den Zustand unseres Ökosystems, sie sind gleichzeitig Indikatoren für Lebensqualität und Gesundheit.
Gründe für landwirtschaftliche Ertragsminderungen, Missernten sowie dauerhafte Zerstörung von fruchtbarem Boden sind ungenügende oder falsche Be- und Entwässerungsmaßnahmen. Die Ausbreitung von Wüsten durch Versalzung und Erosion nimmt immer mehr zu. Durch Errichtung und Optimieren von Be- und Entwässerungssystemen können neue landwirtschaftliche Flächen geschaffen und Erträge gesteigert werden. Auch der Bodenversalzung und -erosion wird so entgegengewirkt.
Zu den wesentlichen Aufgaben der Ingenieure im Bereich der Wasserwirtschaft gehören Gewässerschutz, Förderung von Wasser sowie die Aufbereitung von Trinkwasser. Die mangelnde Abwasserbeseitigung und -behandlung stellt in vielen tropischen Regionen eine Gefahr für die Gesundheit dar. Krankheiten wie Cholera, Thyphus oder Bilharziose werden durch fehlende oder mangelhafte Entsorgung von Schmutzwasser begünstigt. Kanal - und Kläranlagenbau, aber auch einfache und angepasste Maßnahmen wie die Einrichtung von Sickergruben und Teichkläranlagen sind Möglichkeiten, die hygienischen Bedingungen zu verbessern.
Bewässerungslandbau, tropische Landwirtschaft und Agrargeographie sind Fachgebiete eines Studienschwerpunkts, die durch Grundlagen der Klimatologie, der Bodenkunde und des Erosionschutzes untermauert werden. Hierzu gehört außerdem der Hochwasserschutz. Bei der Planung von Maßnahmen in der Entwicklungszusammenarbeit müssen die vielfältigensoziokulturellen, ökonomischen und ökologischen Faktoren der südlichen Länder besonders berücksichtigt werden.
Bei den notwendigen Maßnahmen zur Erhaltung der natürlichen Ressourcen, zur Beschaffung von mengenmäßig und qualitativ ausreichenden Wasserreserven, wie auch zum Schutz vor schädlichen Auswirkungen des Wassers, müssen die Ingenieurinnen und Ingenieure die naturwissenschaftlichen Grundlagen und Methoden der Planung sowie die technischen Methoden der Projektdurchführung beherrschen. Er muß darüber hinaus die ökologischen und sozioökonomischen Zusammenhänge erkennen. Seine Tätigkeit erstreckt sich somit auf ein vielschichtiges und breit gefächertes Aufgabengebiet, in dem der integrierten Planung und fachübergreifenden Erarbeitung von Problemlösungen eine besondere Bedeutung zukommt. Die besonderen Randbedingungen in tropischen Gebieten und Entwicklungsländer stellen zusätzliche Anforderungen.
Es sollen qualifizierte Fachleute ausgebildet werden für ingenieurspezifische Tätigkeiten im Gebiet der Wasserwirtschaft, des Wasserbaues, des Siedlungswasserbaues, des landwirtschaftlichen Wasserbaues und des Bewässerungslandbaues in Entwicklungsländer. Das Studium ist praxisorientiert; es umfaßt eine fundierte theoretische Ausbildung mit Labor- und Feldübungen sowie eine daran anschließende mehrmonatige Ingenieurtätigkeit in einem Auslandsprojekt.