Ostfalia

Die Hip-Hop- und Graffitikultur hat in Braunschweig ein neues Zuhause gefunden

Beim Jam unter der Brücke wurde am 8. September 2012 eine legale Sprühfläche für Graffitikunst unter der Brücke in der Broitzemer Straße in Braunschweig eingeweiht. Initiiert wurde das Projekt durch fünf Studierende der Fakultät Soziale Arbeit an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften. Neben den insgesamt 65 geladenen Künstlerinnen und Künstlern aus der Szene kamen etwa 500 neugierige Besucherinnen und Besucher jeden Alters.

Im Rahmen ihrer Projektarbeit innerhalb des Studiums überlegten sich die Studierenden kurzer Hand ein eigenes neues Projekt. Die szeneaffinen Studierenden haben im Zuge dessen den Verein „The Bridge e.V.“ mit der Absicht gegründet, der Hip-Hop-Kultur in Braunschweig ein neues Zuhause zu geben, sowie Kindern und Jugendlichen einen Raum zu bieten, sich kreativ auszuprobieren.

Zu der großen Eröffnungsveranstaltung kamen an diesem Tag Angehörige aus der Graffiti- und Hip-Hop-Kunst aus ganz Deutschland nach Braunschweig, um ihren Beitrag zu dem bunten Rahmenprogramm zu liefern. Den Besucherinnen und Besuchern wurde ein abwechslungsreiches Programm geboten, bei dem es immer wieder Neues zu entdecken galt. Die Sprühfläche ist mit einer Größe von 400 Quadratmetern eine der Größten ihrer Art in Deutschland und wurde von geladenen Szenekünstlern an diesem Tag gestaltet. Für die Neulinge gab es eine gesonderte Fläche, an der sie sich ausprobieren konnten. Immer dabei die Profis der Szene, die mit Tipps und Tricks Hilfestellung leisteten.  Außerdem trat die Tanzgruppe DMAX auf und für das leibliche Wohl sorgte das Restaurant Troja. Das Programm wurde musikalisch durch Auftritte verschiedener etablierter Hip-Hop-Größen bereichert. Darüber hinaus wurde ein Graffiti-Contest veranstaltet. Das Graffitimagazin Stylefile sponserte dafür die Gewinne für die vier besten Teilnehmenden. Am Abend wurde dann noch in die Diskothek Nexus eingeladen, wo die Veranstaltung einen gebührenden Abschluss nahm. Circa 150 Gäste feierten dort bis in den Morgen.

Ein Jahr hat die Planungs- und Konzeptionsphase gedauert, bis die fünf Studierenden der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften ihr vorläufiges Projektziel erreicht haben und die neue legale Graffitifläche eingeweiht wurde. Einer der Initiatoren, Samuel Loos, führt dazu aus „dass, nach anfänglicher Skepsis, die Gespräche mit diversen Vertreterinnen und Vertretern der Stadt stets konstruktiv und äußerst produktiv waren. Die Zusammenarbeit fand immer auf Augenhöhe statt“. Der Verein „The Bridge e.V.“ hat für die Nutzung der Fläche „eine Genehmigung auf Zeit“. Dort sollen die Kinder und Jugendlichen auch in Zukunft betreut werden. Dazu sind zumindest für die nächsten sechs Monate verschiedene Workshops angedacht. Loos erklärt „Es wurde ein Raum geschaffen, in dem so viel passieren kann. Allerdings haben wir mit der Freiheit, die wir dort genießen, auch eine enorme Verantwortung übernommen. Deshalb bleiben alle Parteien im Dialog, um aufbauend auf den laufenden Evaluationen, Perspektiven für die Zukunft zu erarbeiten, um sicherzustellen, dass sich das Projekt immer weiter entwickelt und wächst“.

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Emma Elsner | Tue Oct 09 15:41:00 CEST 2012