Ostfalia

Vom MathePlus-ler zum Laboringenieur

Interview zum Thema MathePlus mit Tobias Stoffel, Student und Mitarbeiter der Fakultät Elektrotechnik

 

Stoffel Tobias  

Guten Tag, Herr Stoffel. Sie haben von 2009 bis 2013 an unserer Fakultät Elektrotechnik mit dem Schwerpunkt Automatisierungstechnik und Energiesysteme studiert und als zweitbester Bachelorabsolvent im Jahr 2013 abgeschlossen. Was haben Sie im Vorfeld gemacht, welche Voraussetzungen hatten Sie für das Studium?

Nach meinem Realschulabschluss habe ich zunächst eine Ausbildung zum Industrieelektroniker bei der Salzgitter AG gemacht und im Anschluss sieben Jahre dort im Bereich der Instandhaltung als Industrieelektroniker gearbeitet. In dieser Zeit habe ich mich weiterqualifiziert zum Techniker mit der Fachrichtung Elektronik und mich so für das Studium qualifiziert. Im Wintersemester 2009 habe ich mich dann für das Studium an der Ostfalia entschlossen.

Tobias Stoffel studiert und arbeitet
an der Ostfalia.
   

Sie haben Ihr Studium mit der Teilnahme am „Nullten Semester“ mit der zusätzlichen Lehrveranstaltung „Tutorium Mathe“, dem heutigen „MathePLUS“ begonnen. Wann haben Sie diese Entscheidung getroffen? Stand für Sie von vornherein fest, dass Sie an diesem besonderen Lehrangebot teilnehmen würden?

Zu Beginn wusste ich gar nicht, dass es dieses Programm gibt. Professor Wagner hat es in der ersten Mathematik-Vorlesung vorgestellt. Dann habe ich die Einstufungsklausur mitgeschrieben – das Ergebnis ist nicht so gut ausgefallen und hat mir aufgezeigt wie gravierend die Defizite eigentlich wirklich sind.

Durch die Entscheidung für das Nullte Semester verlängert sich die Studienzeit planmäßig um ein Semester. Haben Sie lange gezögert, bis Sie sich für hierfür entschieden haben? Was waren Ihre größten Bedenken?

Ein, zwei Tage habe ich schon überlegt. Mein größtes Bedenken war die zeitliche Verzögerung. Ich war bereits 27, als ich mit dem Studium begonnen habe – da will man so schnell wie möglich fertig werden. Einem Studienkollegen ging es ähnlich wie mir. Wir haben uns noch einmal in einem persönlichen Gespräch von Professor Wagner beraten lassen. Nachdem wir uns testweise in eine MatheStandard-Vorlesung gesetzt haben, war klar, dass wir MathePlus machen.

Inwiefern hat Ihnen das Tutorium Mathe / MathePLUS in Ihrem weiteren Studium geholfen? Würden Sie sich wieder so entscheiden?

Die Entscheidung würde ich auf jeden Fall wieder so treffen. Zum einen haben mir natürlich die Mathe-Kenntnisse in meinem Studium weiter geholfen. Zum anderen habe ich von dem sanfteren Einstieg ins Studium profitiert. Man wird lockerer an das Studium herangeführt und lernt Gleichgesinnte kennen – wir haben in der Zeit Lerngruppen gebildet, die das ganze Studium gehalten haben. Wir haben so wieder gelernt zu lernen.

Welchen Rat würden Sie Studienanfängerinnen und Studienanfängern bei der Entscheidung für eine der beiden Studieneingangsvarianten mit auf den Weg geben?

Ich würde allen Anfängern dazu raten, genau zu schauen, welche Voraussetzungen sie mitbringen. In meiner Ausbildung zum Techniker habe ich nicht die nötigen Kenntnisse für das Studium erlangt. Da führte kein Weg an MathePlus vorbei. Und auch anderen Kommilitonen, die sich mit einer Techniker- oder Meisterausbildung für das Studium qualifiziert haben, ging es ähnlich. Von dem „halben Jahr länger“ sollte sich niemand abschrecken lassen. Mit den meisten, mit denen ich mein Studium angefangen hatte, habe ich auch zusammen auf der Absolventenfeier unseren Abschluss gefeiert. Viele von ihnen hatten später Verzögerungen im Studium, weil sie Klausuren wiederholen mussten. Für die Studiendauer spielt es kaum eine Rolle, ob man sich für MathePlus entscheidet.

Was machen Sie jetzt?

Seit dem Wintersemester 2013 studiere ich auf Teilzeitbasis im Masterstudiengang Intelligente Mobilität und Energiesysteme. Außerdem arbeite ich seit Oktober 2013, ebenfalls auf Teilzeitbasis, bei Professor Könemund in dem Drittmittelprojekt „Mobile4e“ mit und beschäftige mich mit der Langzeitvermessung von Batterien. In diesem Monat läuft das Projekt aus, danach werde ich aber weiter als Laboringenieur an der Fakultät Elektrotechnik arbeiten.

Herr Stoffel, vielen Dank für das Interview.

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Foto: Evelyn Meyer-Kube


Vera Huber | Fri Apr 17 09:29:41 CEST 2015