Ostfalia-Studentin absolviert Auslandssemester auf Bali

Jeden Tag Sommer, lächelnde Menschen, Essen für ein paar Cent und eine Unterkunft mit eigener kleiner Terrasse, Gemeinschaftspool und Hausservice inklusive – wer würde da nicht sagen: Toll! Viereinhalb Monate hat so Melanie Helms aus Braunschweig in Kerobokan an der südwestlichen Küste auf Bali (Indonesien) gelebt. Aber nicht, um Urlaub zu machen! Die 23-jährige, die an der Ostfalia Hochschule Logistik im Praxisverbund in Kooperation mit der MAN Truck & Bus AG Salzgitter studiert, hat hier ihr Auslandssemester absolviert. Anfang Januar ist sie in ihre Wohngemeinschaft nach Braunschweig zurückgekehrt – mit vielen Eindrücken im Gepäck.

Bali university udayana

Melanie Helms (rechts) mit Kommilitonin und Kommilitonen vor dem Rektorat der Udayana Universität.

Seit 2012 studiert Melanie Helms „Logistik im Praxisverbund“ am Campus Salzgitter der Ostfalia. Das heißt, sie macht eine betriebliche Ausbildung und studiert parallel dazu. „Ich habe mich für dieses Studium entschieden, weil ich Praxis und Theorie verbinden wollte. So kann ich das in der Hochschule theoretisch Erlernte in meiner Praxisphase bei MAN gleich anwenden“, berichtet die Studentin. Ihre Ausbildung zur Kauffrau für Speditions- und Logistikdienstleistungen hat sie bereits vor einem Jahr mit der IHK-Prüfung abgeschlossen. Im kommenden Jahr will sie das Logistikstudium mit dem Titel Bachelor of Arts abschließen. Doch erst einmal war noch das Auslandssemester dran, das MAN während des Studiums voraussetzt. „Uns ist als international agierendes Unternehmen sehr daran gelegen, dass künftige Führungskräfte über gute Englischkenntnisse und interkulturelle Kompetenzen verfügen. Ein mehrmonatiger Aufenthalt im Ausland eignet sich dafür am besten“, sagt Wolfgang Weidauer, Ausbildungsleiter von MAN Truck & Bus.

Melanie Helms hat sich für ein Auslandsstudium mit dem Schwerpunkt „Supply Chain Management“ (Optimierung aller logistischen Prozesse entlang der Lieferkette) an der Udayana Universität entschieden, die auf Bali in der Hauptstadt Denpasar 1962 gegründet wurde. Ihren Aufenthalt organisierte sie über die Organisation „GoBali“. Im August landete sie um Mitternacht bei 30 Grad Hitze auf Bali, bezog die von Studierenden beliebte Unterkunft „Bagus Jaya“ und lebte sich schnell ein. „Die kleine zweckmäßig ausgestattete und preiswerte Maisonette-Wohnung habe ich mir mit einigen Gekkos geteilt. Sie bewahrten mich vor Insekten in den Räumen, so dass ich sie schnell als angenehme Zimmergenossen empfand“, berichtet Melanie Helms lachend nach ihrer Rückkehr.

Bali Reisfelder Ubud
Melanie Helms mit einem Einheimischen in den Reisfeldern von Ubud auf Bali.

Zur Udayana Universität in Jimbaran, etwa 10 Kilometer von ihrer Wohnort entfernt, fuhr die Deutsche jeden Morgen etwa eine halbe Stunde mit dem Roller – und zwar in Uni-Dresscode: feste Schuhe, lange Hosen und ein schulterbedeckendes Oberteil mit Kragen. „Der Heimweg ist für Studierende deshalb sehr anstrengend, weil man mit dieser Kleidung durch die heiße Nachmittagssonne fahren muss“, so Melanie Helms. Die in Englisch gehaltenen Vorlesungen Supply Chain Management, Instruments for Logistics and SCM, Logistic Controlling, Asean Economy, Money Management und Bahasa Indonesia (Indonesisch), besuchte sie in klimatisierten und technisch modern ausgestatteten Räumen gemeinsam mit anderen Deutschen und Niederländern.

„In meiner Unterkunft haben viele junge Leute gewohnt, so dass ich schnell Freunde gefunden habe. Auch war nicht nur lernen angesagt, sondern wir haben versucht, uns der Lebensart anzupassen, die um Vieles entspannter ist als in Deutschland. Auf Bali sind die Menschen offen, freundlich gegenüber neuen Leuten und sehr hilfsbereit. Stress und Zeitdruck sind Fremdwörter. In meiner Freizeit konnte ich vielen Aktivitäten nachgehen, die in Deutschland nicht möglich sind, wie Surfen, Rafting auf einem Fluss durch den Dschungel, freilebende Affen füttern, Reisfelder besichtigen, Schnorcheln und wunderschöne Korallenriffe und Fische sehen und vieles mehr“, berichtet Melanie Helms und ergänzt: „Ich habe viel gelernt und viele Eindrücke gewonnen. Das schöne Wetter und die herzlichen Menschen werde ich vermissen, obwohl ich mich auch wieder auf zu Hause, das Studium und den Job gefreut habe. Aber von bunten Tropen ins graue Deutschland zurück, da muss ich mich erstmal wieder dran gewöhnen.“

Text: Me
Fotos: Privat


Vera Huber | Tue Jan 05 14:59:51 CET 2016