Ostfalia

Neue Möglichkeiten und ungenutztes Potential für die Fachkräftegewinnung

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Am Donnerstag, 2. Juni 2016, fand an der Ostfalia Hochschule auf dem Campus Am Exer 11 die Veranstaltung „Zukunft sichern - Innovative Wege zur Fachkräftegewinnung“ für Unternehmen der Region statt. Veranstalter war das Amt für regionale Landesentwicklung Braunschweig. Über die große Resonanz von über 80 Unternehmerinnen und Unternehmern freuten sich auch die Kooperationspartner der Veranstaltung: Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, Technische Universität Braunschweig und das Fachkräftebündnis SüdOstNiedersachsen. Diese stellten zunächst Projekte und Initiativen zum Thema im Rahmen von Vorträgen vor.

In anschließenden vier Workshops arbeiteten die Institutionen und Unternehmen gemeinsam an Fragestellungen und suchten nach neuen Wegen für die Gewinnung von gut ausgebildeten Menschen in kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) in unserer Region.

Prof. Dr. Gert Bikker, Vizepräsident für Forschung, Entwicklung und Technologietransfer der Ostfalia Hochschule sagte, er freue sich über das große Interesse der Unternehmen und auf eine noch engere Zusammenarbeit zur Vermittlung von Absolventinnen und Absolventen in Unternehmen der Region. Einer der wichtigsten Zugänge zu gut ausgebildeten Fachkräften sei der Weg über Projekte und studentische Arbeiten in die Unternehmenswelt.

 

Im ersten Workshop „Vorteile mittelständischer Unternehmen am Arbeitsmarkt“ wurde diskutiert, wie KMU stärker ihre Vorzüge (Flexibilität, Aufgabenbreite) gegenüber großen Unternehmen nutzen müssten, um potentielle Bewerberinnen und Bewerber anzusprechen. KMU stehen vor der Aufgabe sich stärker als attraktive Arbeitgeber zu positionieren, um Fachkräfte zu finden. Bewerberinnen und Bewerber würden häufig nicht von den Stellenangeboten erfahren. Ein modernes Bewerbermanagement, das flexibel auf individuelle Bewerberanforderungen eingehen kann, ist daher ein wichtiger Faktor. Das bedeutet aber auch, dass die Kosten für das Recruiting steige könnten. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Bewerberinnen und Bewerber sollten im besten Sinne als „Botschafter“ eines Unternehmens auftreten.

Im zweiten Workshop, der von den beiden Wissens- und Technologietransferstellen der Hochschulen der Region (Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften und Technische Universität Braunschweig) geleitet wurde, stand das Thema Kooperation zwischen Hochschule Unternehmen im Fokus. Zu der Frage wie Fachkräfte durch gemeinsame Projekte zur Entwicklung der Region beitragen könnten, wurde viel diskutiert. Dass sich Unternehmen einen noch stärkeren Austausch mit den Transferstellen der Hochschulen wünschen war eine interessante Erkenntnis des Nachmittags. Eine Checkliste der Hochschulen mit Rahmenbedingungen für eine gemeinsame Zusammenarbeit könne sich bei zukünftigen Kooperationen als hilfreich erweisen.

Durch die Öffnung der Hochschulen gegenüber Nicht-Abiturienten stehen nun auch für Unternehmen neue Wege der Mitarbeiterqualifikation zur Verfügung und es ist eine neue Zielgruppe in den Fokus der Bemühungen um Fachkräfte gerückt. In Projekten zur sogenannten „Offene Hochschule“ stehen Hochschulen den Unternehmen als Weiterbildungs- und Weiterqualifikationseinrichtungen zur Verfügung. Die Frage, welche Voraussetzungen in den Unternehmen und den Hochschulen erfüllt sein müssen, um eine effektive und nachhaltige Personalentwicklung durch eine akademische Weiterbildung zu gewährleisten, wurde mit großem Interesse im dritten Workshop diskutiert. Eine der wichtigsten Erkenntnisse war, dass der Weiterbildungsbedarf von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Unternehmen in den Schlüsselkompetenzen wie zum Beispiel Kommunikation- und Problemlösungskompetenzen liegt. Schlüsselkompetenzen helfen einerseits bei der Mitarbeiterbindung, nämlich dann wenn auch in die Persönlichkeitsentwicklung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter investiert wird, und andererseits steigert es die Zufriedenheit. Bei sinkenden Bewerberzahlen müssen sich Unternehmen vermehrt auf Nachqualifizierungen einstellen. Hier wünschen sich Unternehmen mehr Angebote durch die Hochschulen.

Die Career Center der beiden Hochschulen diskutierten in einem vierten Workshop mit Unternehmen, wie ungenutztes Potential einer Zusammenarbeit zwischen mittelständischen Unternehmen und Hochschulen nutzbar gemacht werden könnte. Den Herausforderungen des demographischen Wandels und seine Auswirkungen auf Fachkräfte könne man durch den verstärkten Kontakt zu passenden Bewerbern entgegenwirken. Besonders in kleinen Unternehmen sollen Persönlichkeiten angesprochen werden, die Lust auf mehr Verantwortung haben und gerne in der Region bleiben wollen.

Insgesamt waren sowohl die Ostfalia Hochschule, als auch das Amt für regionale Landesentwicklung und die anderen Kooperationspartner sehr zufrieden und freuten sich über die rege Teilnahme und die Ergebnisse aus den Workshops.

Text: A. Brode
Fotos: Ostfalia


Vera Huber | Mon May 23 17:11:55 CEST 2016