Ostfalia

Die Ostfalia schließt sich den Protesten der deutschen Hochschulen gegen den Umgang mit Hochschulangehörigen in der Türkei an

Ostfalia-Präsidentin Prof. Dr. Karger zeigt sich sehr besorgt über die Entwicklung in der Türkei und insbesondere über den Umgang mit türkischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.
„Der Putschversuch in der Türkei hat uns alle in höchstem Maße alarmiert. Nachdem dieser glücklicherweise gescheitert ist, sehen wir jetzt mit zunehmender Bestürzung, wie die Türkische Regierung rechtsstaatliche Prinzipien über Bord wirft und ganze Berufsstände unter Generalverdacht stellt.“

Der Vorsitzende der Landeshochschulkonferenz, Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang-Uwe Friedrich, hat in einem Schreiben an den türkischen Generalkonsul seine Besorgnis zum Ausdruck gebracht und auch an die langjährigen Beziehungen zwischen deutschen und türkischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern erinnert. Nicht nur die große Zahl an türkischen und türkischstämmigen Mitbürgerinnen und Mitbürgern in Deutschland verbinde beide Länder, sondern „auch die wissenschaftlichen Beziehungen sind historisch gewachsen und eng. Wir Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben auch nicht vergessen, welchen herausragenden Dienst die Türkische Republik während der Nazi-Diktatur den Emigranten geleistet hat. Ankara und Istanbul waren sichere Orte mit großer Gastfreundschaft und viel Gestaltungsfreiheit für jene, die vor dem totalitären Regime aus Deutschland geflohen waren.“

Umso mehr bestürzt die Hochschulen jetzt die Entlassung von mehr als eintausendfünfhundert Dekaninnen und Dekanen, das Reiseverbot und die Rückkehraufforderung für Akademikerinnen und Akademiker sowie die Aufforderung zur Denunziation in den türkischen Hochschulen ebenso wie in anderen Bereichen der türkischen Gesellschaft. „Wissenschaft kann ohne Freiheit nicht gedeihen. Die deutschen Hochschulen werden ihre Möglichkeiten ausschöpfen, weiterhin die Türen für türkische Studierende und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler offen zu halten“, so Prof. Dr. Karger.



Beiträge des Norddeutschen Rundfunks zu diesem Thema - u.a. mit einem Interview der niedersächsischen Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Dr. Gabriele Heinen-Kljajić, und dem Vorsitzenden der Landeshochschulkonferenz, Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich - finden Sie unter
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/niedersachsen_1800/Niedersachsen-1800-Uhr,sendung535392.html
(ab Minute 2:20) und unter
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hallo_niedersachsen/Hallo-Niedersachsen,sendung535476.html (ab Minute 4:30).

Weitere Informationen finden Sie auch auf den Internetseiten der LandesHochschulKonferenz Niedersachsen (LHK).

 


Vera Huber | Fri Jul 22 15:43:40 CEST 2016