Aus der Forschung

Digitalisierung braucht Glasfaser

Die Digitalisierung Deutschlands bedeutet gerade für ländliche und strukturschwache Regionen große Vorteile. Online kann jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer, unabhängig von ihrem/seinem Standort, privat oder geschäftlich, überregional und international, am Marktgeschehen teilnehmen. Der Ausbau des Glasfasernetzes ist dafür die Basis. Gerade Niedersachsen und die dortigen ländlichen Regionen können von diesem Trend profitieren.

Unter dem Motto „Digitalisierung braucht Glasfaser“ tagte dazu am Freitag, den 16. Juni 2017, Prof. Dr. Markus Launer von der Ostfalia Hochschule u.a. mit dem Landrat Dr. Heiko Blume und Bürgermeister Jürgen Markwardt in Form eines regionalen Forschungsbeirates. Ziel war es die bestehenden Forschungsprojekte und -anträge der Ostfalia Hochschule zu unterstützen, neue Anträge zu initiieren und seine Praxisprojekte zu fördern.

„Das Glasfasernetz ist die Basis für die Zukunft des Landkreises. Ohne Glasfaser keine Digitalisierung, und damit erhebliche Wettbewerbsnachteile für den Landkreis Uelzen sowie die Erschwerung der Forschung“, betonte Blume. Er unterstrich damit die Bedeutung des Glasfasernetzes für die Ostfalia Hochschule im Speziellen, aber auch für die Wirtschaft und die Menschen im Landkreis Uelzen generell. „Wer für die Zukunftsfähigkeit des Landkreises Uelzen, seine Wirtschaft und der Familien etwas tun will, der unterstützt den Ausbau des Glasfasernetzes“, so Blume. Unter dem Stichwort FTTB („Fiber-to-the-Building“) soll derzeit der Landkreis an das geplante Glasfasernetz angeschlossen werden. Hierbei übernimmt der Landkreis die Investitionen in die passive Netzinfrastruktur und verpachtet diese an das Telekommunikationsunternehmen LüneCom. „Der Bandbreitenbedarf für Internet verdoppelt sich aktuell ungefähr alle 2 Jahre“, fügt Jürgen Markwardt hinzu. „Für das Wachstum der Wirtschaft von Uelzen ist dies ein wichtiger Grundbaustein. Überall entstehen neue Märkte, Geschäftsmodelle und digitale Wachstumschancen. Daran wollen wir teilhaben“.

Launer berichtete vom zweiten Meeting des Arbeitskreises Digitalisierung, bei dem Mitte Mai zahlreiche IT-Experten der Region zum Thema Digitalisierung und Dienstleistung 4.0 zusammen kamen. Dabei wurde deutlich, welches IT-Potential der Landkreis Uelzen bereits aufweist. Die Stadtwerke „MyCity“ gehören schon heute zu den modernsten und führenden Organisationen Deutschlands. So kommen dort u.a. bereits digitale Kundenkarten und sog. Block Chains zum Einsatz, um das Vertrauen der Kunden zu stärken. IT-Experten von Exabyters und Visoma berichteten von deren digitalen Geschäftsmodellen, die bereits überregional erfolgreich vermarktet werden, u.a. mit proaktivem IT- und innovativen Cloud-Services. Die APT Automationstechnik aus Bienenbüttel, spezialisiert auf elektronische Systemlösungen auf den Gebieten der Automatisierung und Produktionstechnik, profitiert bereits von digitalen Zusatzgeschäften durch Dienstleistungen 4.0. In Vorgesprächen wurde deutlich, wie fortschrittlich die KWHC in der Pharmabranche bereits digitale Dienstleistungen und e-Learning für Ärzte anbietet. Und die Intersoft Consulting Services aus Hamburg, deren Vorstand Thorsten Logemann in Uelzen wohnt, ist Marktführer im Bereich externe Datenschutzbeauftragte. „Doch für den Ausbau all dieser Aktivitäten ist das Glasfasernetz die Basis“, so der Gastgeber des Arbeitskreises, Andreas Hense vom IT Verbund Uelzen.

Der Ausbau des Glasfasernetzes im Landkreis ist aber nicht nur wichtig für die Wirtschaftsförderung und Menschen in ihrem privaten Umfeld, sondern auch für die Lehre und Forschung. Dabei wurde auf die Wichtigkeit des modernen Studienganges Betriebswirtschaftslehre (Online BWL) in Suderburg hingewiesen, der schon heute beinahe komplett digital durchgeführt wird. „Gerade für die Arbeitgeber des Landkreises Uelzen ist es wichtig, junge Menschen akademisch zu fördern, aber auch in der Region zu behalten“ betonte Blume. Launer forscht diesbezüglich zum Thema internationales E-Learning und neue didaktische Lernkonzepte. Denn gerade das E-Learning ist für ländliche Regionen wie den Landkreis Uelzen eine große Chance, da lange Anfahrtswege unnötig werden. Doch gerade für das Video Streaming, moderne Online-Tutorials und das individuelle, IT-basierte Lernen ist ein schnelles Glasfasernetz die Grundvoraussetzung. Dazu laufen derzeit auch Gespräche mit der Berufsbildenden Schule BBS1, um die Lehre dort digital durch E-Learning zu unterstützen.

Joachim Delekat, Mitglied des Stadtrates und Leiter des regionalen Forschungsbeirates, begrüßte die Aktivitäten der Ostfalia Hochschule in Sachen Digitalisierung, Dienstleistung 4.0, E-Learning und digitale Verkaufskonzepte. Beispielsweise das erste EFRE-Projekt von Launer zu „Digitales Vertrauen und Teamwork“ gut angelaufen und es konnten ausgezeichnete Spezialistinnen und Spezialisten für die Forschung in Suderburg gewonnen werden, u.a. Dr. Katharina von Knop. Weitere EFRE-Forschungsprojekte zur Förderung der Digitalisierung des Landkreises Uelzen sind bereits beantragt und alle Beteiligten bestätigten ihre Unterstützung.

Jürgen Markwardt und Dr. Heiko Blume begrüßten auch das innovative, ehrenamtliche Engagement von Launer zur Unterstützung der Interkulturellen Integration und der Ausbildung von Flüchtlingsakteuren online über das Internet (www.InterkulturelleIntegration.de). Besonderer Dank ging dabei an Joachim Delekat und Dr. Anne-Kathrin Auer von der Werkhaus GmbH in Bad Bodenteich, die das Programm ehrenamtlich betreuen. Besonders hervorgehoben wurde dabei auch das Engagement von Dr. Alexandra von Ilsemann (München) und Frank Nierath, Lehrer der Berufsbildenden Schule in Uelzen, in Sachen Geschichte, Musik und Literatur. Diese und andere gemeinnützige Aktionen auf digitaler Basis sind ohne ein schnelles Glasfasernetz nicht möglich, da im E-Learning für die Live-Chats und das Video Streaming eine große Bandbreite benötigt wird.

Zum Titelbild:
Trafen sich in Uelzen (von links): Andreas Hense (IT Verbund), Dr. Heiko Blume (Landrat), Prof. Markus Launer (Ostfalia), Joachim Delekat (Mitglied des Stadtrates Uelzen).

Gemeinsame Pressemitteilung:
Dr. Heiko Blume/Prof. Dr. Markus Launer/Landkreis Uelzen
Foto: Landkreis Uelzen, Martin Thein