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Mehr Interesse an der Begegnung mit China

Seit der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen mit der Volksrepublik China vor genau 30 Jahren, hat sich auf dem deutsch-chinesischen Wirtschaftssektor einiges getan. Viele deutsche Unternehmen sind seit Jahren in China vertreten und dort erfolgreich tätig. Das hat zur Folge, dass rechtliche Aspekte, Technik, wirtschaftliche Erfordernisse und kulturelle Besonderheiten bei den deutsch-chinesischen Projekten auf das Engste miteinander verzahnt sind. Prof. Dr. Winfried Huck, Vizepräsident der Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel (FH) und Dekan des Fachbereichs Recht, nahm dies zum Anlass, eine zweitägige Fachtagung in der Aula der FH in Wolfenbüttel zu veranstalten. Unterstützt wurde sein Vorhaben von der in Braunschweig ansässigen Siemens Aktiengesellschaft - Transportation Systems. Das Thema der Fachtagung am 31. Oktober und 1. November lautete: "Erfolg im internationalen Anlagengeschäft in China".

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Informationsaustausch in der kleinen Pause vor der Aula

Über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus beiden Ländern folgten der Einladung, die ein Grußwort von Ministerpräsident Sigmar Gabriel begleitete: "Erst das gegenseitige Verständnis kultureller Werte erlaubt den Brückenschlag in die jeweils andere Kultur. Die erfolgreiche Realisierung eines Anlagenprojekts setzt neben der technologischen Leistung, den ökonomischen Randbedingungen ein nicht minder bewusstes Verständnis für die Besonderheiten - kurz: Das Trennende und das Verbindende der beiden beteiligten Kulturkreise voraus."

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Staatssekretär Dr. Uwe Reinhardt

Auch Seine Exzellenz der Botschafter der Volksrepublik China, Ma Canrong, übermittelte Grußworte, unter anderem: "Wirtschaftliche, erfolgreiche Zusammenarbeit bedingt ein gegenseitiges Verständnis für die kulturell-historischen Unterschiede sowie für die rechtlichen Rahmenbedingungen, die sich zum Beispiel im chinesischen Zivilrecht am deutschen Recht orientieren. "Staatssekretär Dr. Uwe Reinhardt sprach der Veranstaltung seine Anerkennung aus: "Dieses Engagement zeigt, dass die wirtschaftlichen Beziehungen mit China an Bedeutung gewonnen haben." FH-Präsident Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Umbach forderte: "Mehr Mut und Interesse an der Begegnung mit China" und verwies auf die langjährigen guten Beziehungen zu den Partnerhochschulen: "Der älteste Kontakt besteht mit der Shanghai University of Engineering Sciences (SUES) seit 1986. Weitere Kooperationspartner sind die Tongji-University , die Zhejiang University of Science and Technology, und die Vereinigte Universität Hefei. China bietet einen riesigen Markt für Bildung. Die Marketingaktivitäten der niedersächsischen Hochschulen haben gerade im letzten Jahr zu einem enormen Anstieg der Studienplatzbewerbungen aus China geführt."

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von links: Prof. Dr. Gao Xuejun, Ass. jur. Michael Klemt, Prof. Dr. Winfried Huck, Prof. Gu Shiyuan, Prof. Dr. Wang Weida, Dr. Roland Alter, Liu Yin, Master of Law

Angesichts dieser langjährigen Kooperationen fiel die Begrüßung der chinesischen Delegation von Hochschulvertretern sehr herzlich aus. Vizepräsident Huck, der die FH mit ihrem weitgefächerten Leistungsangebot im vergangenen Jahr auf der Bildungsmesse in China vorstellte: "Es ist eine besondere Freude, die Gäste von der Tongji-Universität aus Shanghai zu begrüßen. Sie beehren unsere Tagung nicht nur durch Ihre Anwesenheit, sie bereichern die Tagung auch durch Beiträge in deutscher Sprache." Weitere Grußworte sprachen Dr. Roland Alter, Kaufmännischer Geschäftsführer der Siemens AG Transportation Systems, Rail Automation und der Erste Stadtrat der Stadt Wolfenbüttel, Ulrich Willems.

Im Anschluss folgten Fachvorträge, für die zahlreiche renommierte Referentinnen und Referenten gewonnen werden konnten: Prof. Dr. Helwig Schmidt-Glintzer, Direktor der Herzog-August-Bibliothek und Chinaexperte. Sein Thema lautete "Aspekte deutscher Kultur in China, Verbindendes und Trennendes“. Aus Hannover reiste Dr. Heinz-Dieter Goedeke, Vorsitzender des Vorstands des Chinesischen Zentrums Hannover e.V. nach Wolfenbüttel, um über die "Rahmenbedingungen für Unternehmen in China" zu sprechen. Prof. Dr. Achim Rogmann vom Fachbereich Recht der FH sprach zum Thema "China und die WTO", Prof. Gu Shiyuan, Vizedirektor des Chinesisch-Deutschen-Hochschulkollegs der Tongji-University, Shanghai, referierte zum Thema "Die nicht-verbale Kommunikation bei internationalen Verhandlungen", Rechtsanwalt Peter Sturm von der Siemens AG in Erlangen erläuterte "Rechtliche Gesichtspunkte eines Joint-Venture-Vertrags in China". Um "Praktische Erfahrungen bei dem Aufbau und der Führung eines deutsch-chinesischen Joint Ventures" ging es im Vortrag von Jochen Nietzsche, ehemaliger Leiter des JV Siemens Xian und heute wieder in Deutschland tätig. Den Abschluss des ersten Veranstaltungstages bildete der Vortrag von Prof. Dr. Wang Weida, Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftsverwaltung an der Tonji-Universität.

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Festlicher Ausklang in Schloß Richmond

Der erste Veranstaltungstag fand seinen festlichen Ausklang in Schloss Richmond in Braunschweig. Hier bestand die Möglichkeit, noch einmal die Erlebnisse des Tages beim Abendessen Revue passieren zu lassen und mit zahlreichen Gästen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Justiz über Themen aus den Bereichen Recht und Wirtschaft zu sprechen. "Insgesamt war die Fachtagung ein großer Erfolg. Neben den interessanten Vorträgen auch während des zweiten Tages wurde mit dem Wirtschaftsministerium, dem Chinesische Zentrum in Hannover, und dem Fachbereich Recht ein Projekt zur Förderung von niedersächsischen Klein- und mittelständischen Unternehmen auf dem Weg nach China konkretisiert. Auch gab es Gespräche, die zweite Fachtagung in Shanghai zu veranstalten", freut sich Professor Dr. Huck. Den zweiten Tag der Veranstaltung eröffnete Geschäftsführer Dr. Wolfgang Kühnel vom Verband der Deutschen Maschinen- und Anlagenbauer, Frankfurt a.M., zum Thema "Anlagenverträge in Schwellenländern“, während Professor Huck auf "Rahmenbedingungen für Anlagenverträge in China" näher einging. Über die Rechtsprobleme bei besonderen Vertragstypen referierte Prof. Dr. Gao Xuejun, Inhaber des Lehrstuhls Wirtschaftsrecht an der Tonji-University, während seine Kollegin Liu Yin, Master of Law, über "Die rechtlichen Regelungen der staatlichen Anschaffung in China" referierte. Ihren Abschluss fand die Tagung mit konkreten Erläuterungen zu der computergestützten Simulation der Signal- und Leittechnik, über die Dr. York Schmidtke von der Siemens AG berichtete. Zum Thema Management des Transrapidprojektes in Shanghai erfolgten zahlreiche Beispiele durch den Projektleiter Christoph Bretschneider.

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