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Mit Technik in die Zukunft

WOLFENBÜTTEL – Im weltweiten Wettbewerb um Nachwuchsingenieurinnen und -ingenieure steht es in Deutschland schlecht – so die Meinung vieler Experten und Unternehmer. Deshalb haben sich zahlreiche Institutionen und Verbände dazu entschlossen, durch zielgruppenorientierte Veranstaltungen auf den drohenden Ingenieurmangel aufmerksam zu machen.

Begeisterung ist der Schlüssel für Motivation
Am vergangenen Dienstag folgten rund 100 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Große Schule Wolfenbüttel der Einladung der Stiftung NiedersachsenMetall, die in Zusammenarbeit mit dem VDI (Verein Deutscher Ingenieure e.V.), Landesvertretung Niedersachsen, und der Ingenieurkammer Niedersachsen, zu einer Technik-Informationsveranstaltung in die Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel (FH) eingeladen hatte.

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Die Schüler/-innen der Großen Schule Wolfenbüttel informierten sich über die
Ingenieur/-innenausbildung.

Uni oder FH?
Unter dem Motto "Mit Technik in die Zukunft" wurden anhand von kurzen Filmbeiträgen Einblicke in das Berufsbild der Ingenieurinnen und Ingenieure gewährt sowie die Ausbildungswege zum Ingenieurberuf aufgezeigt. Moderator Olaf Brandes, Geschäftsführer der Stiftung NiedersachsenMetall, befragte dazu die Diplom-Ingenieure Felix Horch, Holger Modler.

Beide verfügen über ein abgeschlossenes Hochschulstudium. Für Felix Horch, der sein Maschinenbaustudium an der Technischen Universität absolviert hat, stand die wissenschaftliche Ausbildung im Vordergrund. Deshalb entschied er sich nach seinem Abitur für das im Gegensatz zur FH längere Universitätsstudium. Heute arbeitet er an der TU Braunschweig als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Maschinenbau. Als Assistent eines Professors war Horch in der Lehre tätig. Zur Zeit umfasst sein Aufgabengebiet "Öffentlichkeitsarbeit und Marketing". In drei bis vier Jahren will er promovieren.

Holger Modler, Diplom-Ingenieur der Fachrichtung Elektrotechnik, studierte an der Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel. Nach seiner Berufsausbildung zum Kommunikationselektroniker mit der Fachrichtung Funktechnik, schrieb sich Modler im Studiengang Informationstechnik ein. "Nachdem ich genügend Informationen zum Thema Studium gesammelt hatte, wurde für mich schnell deutlich, dass ich mich für das FH-Studium entscheide. Ausschlaggebend waren dabei die kurze Regelstudienzeit von 8 Semestern, die kleinen und überschaubaren Studierendengruppen sowie die beiden in das Studium integrierten Praxissemester." Seit Beendigung seines Studiums arbeitet Modler bei der Robert Bosch GmbH in Hildesheim im Bereich Forschung und Entwicklung. "Da ich mein Praxissemester in diesem Unternehmen absolvierte habe, bestand für diese Firma vorab schon die Möglichkeit, sich ein Bild von meiner Persönlichkeit, meinen Fähigkeiten und Kenntnissen zu machen", berichtete Modler.

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Olaf Brandes (links) im Interview mit den Ingenieuren Felix Horch und Holger Modler.

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von links: Olaf Brandes mit Stephanie Evers, Patrick Bavendiek, und Vizepräsident Volker Küch.

Beide Absolventen haben ihre Entscheidung bis heute nicht bereut. Ihr Tipp für Studierwillige: Man sollte sich genau überlegen, was man später beruflich machen möchte, denn die angestrebte berufliche Tätigkeit wird in der Regel über 30 Jahre ausgeübt. Darüber hinaus gilt es, genaue Informationen rund ums Studium und über die Hochschule einzuholen. "Man sollte sich die Hochschule ansehen und bei der Entscheidung sein Bauchgefühl berücksichtigen", empfiehlt Horch. "Vor allem muss man mit Freude an das Studium herangehen, sonst macht das Ganze keinen Spaß und ist zum Scheitern verurteilt", appelliert Modler an alle Studierwilligen.

Dies rät auch FH-Vizepräsident und Maschinenbauingenieur Volker Küch, zuständig für das Ressort Studium, Lehre, Weiterbildung: "Beide Hochschule bilden hervorragende Ingenieurinnen und Ingenieure aus. Nicht umsonst genießen sie über die Landesgrenzen hinaus einen sehr guten Ruf. Letztendlich ist jedoch entscheidend, ob man sich für eine rein wissenschaftliche, oder eine Studium mit hohem Praxisanteil interessiert".

Auch zwei Studierende der FH, Stephanie Evers, Elektrotechnik, und Partrick Bavendiek, Maschinenbau, berichteten über ihre Erfahrungen – von der Idee zu studieren bis hin zur Einschreibung an der Hochschule, ihren Aktivitäten in studentischen Gremien, dem Spaß und die Effektivität des gemeinsamen Lernens und vieles mehr.

Zum Abschluss der Veranstaltung zeigte Prof. Wolfgang Eberhardt ein "Feuerwerk der Experimente", das sicherlich einige Schülerinnen und Schüler für die Elektrotechnik begeisterte.

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Schon "Kult" sind die Experimentalvorträge von Prof. Wolfgang Eberhardt, der auch die
Schüler/-innen der Großen Schule mit seinen Experimenten begeisterte.

Infos zum Studium an der FH: Zentrale Studienberatung, Telefon 05331 / 939 – 1620 oder 1621. Internet: Hier

Text und Fotos: Evelyn Meyer/21.09.2004