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Neuerscheinung: Dementia – European Social Care Perspectives

book cover dementia eu

Im Rahmen des Forschungsschwerpunktes „Soziale Gerontologie“ an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften  wurde im Januar 2014 eine englisch-sprachige Publikation unter dem Titel „Dementia – European Social Care Perspectives” herausgegeben. Die Publikation, die im Zuge langjähriger Kooperationen mit Kolleginnen und Kollegen Europäischer Partnerhochschulen und der regionalen Partnerschaft mit ‚ambete.V.’ entstanden ist, versammelt Beiträge mit unterschiedlichen Perspektiven und Fragestellungen zum Themenfeld ‚Demenz’.

In Bezug auf aktuelle Zahlen der WHO und ‚Alzheimer’s Disease International’ ist festzuhalten, dass die europa- und weltweit steigende Lebenserwartung mit einem dramatischen Zuwachs an dementiellen Erkrankungen einhergeht. Längst sind die damit verbundenen Herausforderungen auf nationaler wie europäischer Ebene in politische Programme eingeflossen, die verstärkte Forschungsanstrengungen, aber auch die Entwicklung differenzierter Gesundheits- und Sozialsysteme zur Unterstützung dementiell erkrankter Menschen ermöglichen sollen.

Vor diesem Hintergrund bietet die Publikation Einblicke, wie die Bedarfslagen Demenzerkrankter in unterschiedlichen europäischen Ländern kommuniziert werden, wie soziale Hilfe nun diensteorganisiert sind, aber auch wie sich diese Hilfen im Spannungsfeld zwischen wohlfahrtskulturellen Traditionsbeständen und transnationalen Bestrebungen zur ‚Harmonisierung’ des sozialen Sektors entwickeln. Hier wirft der grenzüberschreitende Vergleich immer auch die Frage auf, inwieweit Versorgungsangebote den demenzerkrankten Menschen ein humanes Altern, ein eigenes und würdevolles Leben ermöglichen.

In diesem Kontext versammelt die Publikation Beiträge aus vier europäischen Ländern: Portugal, U.K., Schweden und Deutschland. Im Anschluss an eine Kompilation zentraler Wissensbestände zur Phänomenologie und Prävalenz demenzieller Erkrankungen bietet der am ISSSP in Porto und an der traditionsreichen Universität Coimbra entstandene Beitrag einen Überblick über den Stand und die Perspektiven sozialer Dienste für demenzerkrankte Menschen in Portugal. Einen eher programmatischen Charakter hat der an der Universität Warwick entstandene Versuch, Elemente einer ‚demenzfreundlichen Kommune’ in die Stadtplanung einzubringen. Gleich mit zwei Beiträgen ist das Thema ‚Leben mit geistiger Behinderung und Demenz’ vertreten. Während das für U.K. vorgelegte Kapitel Forschungsbestände und demenzpolitische Diskurse kritisch aufeinander bezieht, rekurriert der für Deutschland vorgelegte Beitrag auf eigene Forschungsbefunde (SILQUA-Projektförderung), die schwerpunktmäßig (methodologische) Probleme der Demenzdiagnostik bei geistig behinderten Menschen zum Gegenstand haben. Mit kritischem Blick auf beschäftigungs- und bildungspolitische Interessenlagen und im Rekurs auf empirische Befunde zur Berufseinmündung werden in einem weiteren Beitrag für Deutschland die mit dem Pflege-Weiterentwicklungsgesetz geschaffenen Optionen zur Qualifizierung „zusätzlicher Betreuungskräfte“ ausgelotet, die mit assistenzberuflichem Status in Pflegeheimen implementiertwerden. Eine qualitative Studie aus Schweden geht abschließend den Fragen nach, unter welchen Voraussetzungen und mit welchen Wirkungen ältere demenzerkrankte Menschen in ihrem Alltag öffentliche und institutions-gebundene Parkanlagen tatsächlich nutzen.

Das Buch „Dementia – European Social Care Perspectives“ (ISBN 978-3-00-044055-7) umfasst 240 Seiten mit zahlreichen Tabellen und Grafiken. Es vervollständigt die gemeinsam mit ‚ambet e.V.’ aufgelegte 3-teilige Publikationsreihe zum Thema Demenz. Es kann ab sofort zum Preis von 12,40 Euro (zzgl.Versandkosten) bezogen werden über: j.doebler@ostfalia.de

Weitere Informationen: Flyer

J. Doebler/Me/06.05.2014