Fakultät Soziale Arbeit
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Ute Ingrid Haas, Prof. Dr. jur.

 
Raum 114
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Institut für angewandte Rechts- und Sozialforschung

Zur Person

Studium der Sozialen Arbeit in Braunschweig und Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Hannover

1992 - 1995 Promotion an der Universität Hannover im Rahmen eines am Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen e. V. durchgeführten Forschungsprojektes zum Täter-Opfer-Ausgleich im allgemeinen Strafrecht, gefördert von der Stiftung Volkswagen

1995 – 1997 Professorin für Rechtswissenschaften an der FH Magdeburg/Stendal im Fachbereich Sozial- und Gesundheitswesen

Seit 1997 Professorin für Kriminologie und Viktimologie an der FH Braunschweig/Wolfenbüttel im Fachbereich Sozialwesen

Leitbild/Selbstverständnis

Die Auseinandersetzung mit Tätern und Opfern, der Ursachenforschung zur Entstehung abweichenden Verhaltens, Folgen strafrechtlichen Handelns für den Täter und die körperlichen, materiellen und psychosozialen Konsequenzen auf Seiten der betroffenen Opfern sowie die rechtlichen Grundlagen von Kriminologie und Viktimologie bilden für Studierende der Sozialen Arbeit ein interdisziplinäres Lernfeld. Die praktische Arbeit mit Straftätern und ihren Opfern sowie der Bereich der Kriminalprävention bilden für die Soziale Arbeit darüber hinaus günstige Berufsperspektiven.

Ziel der Ausbildung insgesamt ist es, den Studierenden das Fachwissen anschaulich zugänglich zu machen und es ihnen praxisbezogen zu präsentieren. Die Studierenden werden dadurch in die Lage versetzt, das Fachwissen anwendungsorientiert aufzuarbeiten und die interdisziplinären Bezüge von Kriminologie und Viktimologie im gesamten Rahmen der Sozialen Arbeit einordnen zu können. Auch europäische und internationale Aspekte der Kriminologie/Viktimologie mit ihren Forschungsergebnissen, Lehrinhalten, Modellprojekten, etc. gehören in den Kontext. 

Das Lehrgebiet selbst ist in der Praxis stark verankert und in wichtigen Netzwerken integriert. Die Lehrgebietsinhaberin ist Mitglied im Präventionsrat der Stadt Braunschweig, Mitglied im Stiftungsrat der Mansfeld-Löbbecke-Stiftung, Mitglied und im Vorsitz des Kuratoriums der Landesstiftung Opferhilfe des Landes Niedersachsen, Mitglied des wissenschaftlichen Beirates der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Opferhilfen e.V. (ado e. V.).

Gegenstand: Kriminologie und Viktimologie in der Sozialen Arbeit

Einsatzgebiete von Kriminologie und Viktimologie sind Tätigkeitsbereiche, die sich u. a. auseinandersetzen mit: innerfamiliärer Gewalt, insbesondere gegen Kinder, Frauen und ältere Menschen - Drogenkriminalität und Drogenabhängigkeit, neue Konzepte der Drogenpolitik und Drogentherapie - kommunale Kriminalprävention, Sozialarbeit/Sozialpädagogik als Partner von Polizei, Staatsanwaltschaft, (Jugend)- Gerichten und (Jugend-)Strafvollzug - Bewährungshilfe, (Jugend-)Gerichtshilfe, Sozialpädagogik im Rahmen von ambulanten Maßnahmen nach dem JGG - Sozialpädagogik und Konfliktschlichtung, Täter-Opfer-Ausgleich - Opferhilfe innerhalb und außerhalb von Straf- und Zivilprozessen, Opferentschädigung, Opferhilfe bei innerfamiliärer Gewalt.

Berufsfelder der Sozialen Arbeit im Bereich Kriminologie und Viktimologie sind zahlreich, denkt man nur an den gesamten Anstellungsbereich für SozialarbeiterInnen bei den Sozialen Diensten der Justiz oder bei freien Trägern.

Daran orientiert sich auch das Lehrangebot, welches dem jeweiligen aktuellen Vorlesungsverzeichnis des Fachbereiches zu entnehmen ist (z. B. Grundzüge des Strafrechts, Strafprozeßrechts, Vertiefung des Jugendstrafrechts, Grundzüge des Strafvollzugsrechts sowie Veranstaltungen in Viktimologie, Kriminologie und des Rechts der Opferentschädigung.).

Forschung

Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich des Jugendkriminalrechts, des Täter-Opfer-Ausgleichs und der Viktimologie. Derzeit läuft ein aktuelles Forschungsvorhaben zum Bürgerschaftlichen Engagement in der Opferhilfe.

Serviceangebote

Beratung und Fortbildung im viktimologischen Bereich, Psychotraumatologie, Opferhilfe sowie dem oben genannten kriminologischen Bereich.

Publikationen

Hartmann U.I. & Strobl R. (1994): Die Analyse staatsanwaltschaftlicher Ermittlungsakten zum Täter-Opfer-Ausgleich im allgemeinen Strafrecht - ein modular aufgebautes Erhebungsinstrument. KFN - Forschungsberichte, Hannover.

Hartmann U.I. (1994): Victim-Offender-Reconciliation with Adult Offenders in Germany. KFN - Forschungsberichte Nr. 27, Hannover.

Hartmann U.I. (1995): Täter-Opfer-Ausgleich im Spannungsfeld von Anspruch und Wirklichkeit. Dissertation, Universität Hannover, FB Rechtswissenschaften.

Hartmann U.I. (1995): Victim-Offender-Reconciliation in Germany. In: 8th International Symposium on Victimology (Hrsg.), Victimisation and Violence - Strategies for Survival. Canberra, Australien.

Hartmann U.I. (1997): Täter-Opfer-Ausgleich im staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahren - ein unlösbares Dilemma? - Einige Forschungsergebnisse zum Modellprojekt der WAAGE Hannover e.V. In: Hassemer E., Marks E., Meyer K. (Hrsg.), Zehn Jahre Täter-Opfer-Ausgleich und Konfliktschlichtung. Bonn, Forum Verlag Godesberg.

Hartmann U.I. (1997): A. Böhm - Jugendstrafrecht. Rezension des neuen Lehrbuchs. DVJJ-Journal 3/97, S. 320 f.

Hartmann U.I. (1997): Forschungsergebnisse zum Täter-Opfer-Ausgleich im allgemeinen Strafrecht: Eine rechtstatsächliche Untersuchung und Begleitforschung zum Modellprojekt „WAAGE Hannover e.V.“ auf der Grundlage staatsanwaltschaftlicher Ermittlungsakten. In: Pfeiffer C. (Hrsg.). Täter-Opfer-Ausgleich im Allgemeinen Strafrecht. Die Ergebnisse der Begleitforschung des WAAGE-Projekts Hannover. Baden-Baden, Nomos Verlagsgesellschaft.

Hartmann U.I. (1998): Staatsanwaltschaft und Täter-Opfer-Ausgleich. Eine empirische Analyse zu Anspruch und Wirklichkeit. Baden-Baden, Nomos Verlagsgesellschaft.

Hartmann U.I. (1998): Victims - Offenders - and no Mediation? The role of the Prosecutors Office in Victim-Offender-Mediation. In: Korean Institute of Criminology (Hrsg.). Crime and Justice in a Changing World - Asian and Global Perspectives. Seoul, Republic of Korea.

Hartmann U.I. (1999): Viktimologie in der Sozialen Arbeit. In: Lehmann K.-H. (Hrsg.), Recht Sozial. Festschrift für Wolf Weber. Blumhard Verlag Hannover.

Hartmann U.I. (2000): Das „Netzwerk Opferhilfe“ in Braunschweig. In: Vögele W. (Hrsg.). Die Würde des Opfers ist unantastbar! Wege zur Verbesserung der Situation von Verbrechensopfern. Loccumer Protokolle 19/00, Loccum.

Hartmann U.I. (2002): Psycho-soziale Betreuung von Opfern. Ein Modell präventiver Intervention.  In: DVJJ-Journal 1/2002, S. 23 – 28.

Hartmann U.I. (2003): Neue Perspektiven der Sozialen Dienste: Opferhilfe.  In: Paritätischer Niedersachsen e. V. (Hrsg.). Entwicklung der Sozialen Dienste in der Strafrechtspflege und Vernetzung mit freien Trägern. Hannover.

Haas U.I. & Lobermeier O. (2005): Bürgerschaftliches Engagement in der Opferhilfe.  Baden-Baden, Nomos Verlagsgesellschaft.