Neue Redox-Flow-Anlage für den regenerativen Energiepark - Das BMBF fördert den weiteren Ausbau an der Ostfalia
Der regenerative Energiepark der Fakultät Versorgungstechnik erhielt am vergangenen Freitag eine weitere, im wahrsten Sinne des Wortes, gewichtige Ergänzung – eine Redox-Flow-Batterie in einem 5 Tonnen schweren Container. Die Batterie wurde im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsprojektes eingeworben.
Das Gerät wurde nach einer langen Seereise vom Hamburger Hafengelände zum Campus nach Wolfenbüttel angeliefert. Ein Schwerlastkran platzierte den schweren Container, der von der ursprünglich kanadischen Firma Prudent Energy in China gefertigt wurde, auf die vorbereitete Plattform hinter dem Gebäude der Versorgungstechnik. Dort befindet sich in der Nähe des weithin sichtbaren Windrades bereits ein Elektrolyseur zur Erzeugung von Wasserstoff mit dem zugehörigen Gasspeicher. Damit kann die während eines Tages durch Wind oder photovoltaisch erzeugte elektrische Energiemenge der im Umfeld installierten regenerativen Energieanlagen in Form von Wasserstoff chemisch gespeichert werden. Bei Bedarf kann der Wasserstoff über eine ebenfalls im Energiepark vorhandene Brennstoffzelle wieder für das Versorgungsnetz zurückverstromt werden. Zukünftig wird diese als „Smart Grid“ bezeichnete dezentrale Netzstruktur stärkere Lastschwankungen aktiv ausgleichen. Durch die Zunahme regenerativer Energieeinspeiser in das elektrische Versorgungsnetz werden zukünftig vermehrt Fluktuationen im Leistungsangebot auftreten.

Der 5 t schwere Redox-Flow Container wird platziert
Der Stack bildet das Herzstück der 5 kW Redox-Flow-Batterie. Er bestimmt über seine Kontaktfläche die zur Verfügung gestellte elektrische Leistung.
Mit der neuen Redox-Flow-Batterie, von der bislang nach Deutschland nur zwei Systeme ausgeliefert wurden, steht dafür nun eine weitere innovative Speichertechnologie zur Verfügung. Dabei können große Mengen elektrischer Energie in einem flüssigen Elektrolyten, der mit Vanadiumionen in verschiedenen Ladungszuständen angereichert wird, gespeichert werden.
„Mit dieser Vielzahl an neuen Speichertechniken hat der im Labor für Elektrotechnik und regenerative Energietechnik angesiedelte Energiepark mit seiner für Gebäude skalierten Leistungsklasse einen Ausbauzustand erreicht, der in Niedersachsen wohl einmalig ist und sich darüber hinaus auch bundesweit wie international sehen lassen kann“, erklärt Laborleiter Professor Dr. Boggasch. An dem Forschungsvorhaben unter dem Titel „DESG: Dezentrale Speicher für Gebäude“, das am 01.08.2011 angelaufen ist, sind als Kooperationspartner die Firmen WAGO aus Minden, SMA aus Kassel, Heliocentris aus Berlin, das Fraunhofer Institut ICT aus Pfinztal und die De Montfort Universität aus Leicester in Großbritannien beteiligt. Man erhofft sich mit dem Forschungsvorhaben zu neuen praktischen Erkenntnissen im Zusammenspiel und Management der verschiedenen Speichertechniken in einem Smart Grid zu gelangen, wie sie wohl in einigen Jahren zum Standard in elektrischen Versorgungsnetzen gehören werden.
Kontaktdaten
Fakultät Versorgungstechnik
Labor für Elektrotechnik und regenerative Energietechnik
- Prof. Dr. rer. nat. habil. Ekkehard Boggasch -
Salzdahlumer Straße 46/48
38302 Wolfenbüttel
Tel.: 05331/939-39520
E-Mail: e.boggasch@ostfalia.de
Der regenerative Energiepark der Ostfalia vereinigt regenerative Erzeuger- und Speichersysteme
