Dipl.-Ing. (FH) Reinhard Ulbrich
Welcher Tätigkeit gehen Sie zurzeit nach?
Leitung der Niederlassung Kassel, Region Mitte der Imtech Deutschland GmbH & Co. KG, mit ca. 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Was haben Sie studiert?
Versorgungstechnik, heute Energie- und Gebäudetechnik genannt, an der Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel.
Wie sind Sie dazu gekommen das Fach zu studieren?
Nach einem Realschulabschluss und einer Lehre als Betriebsschlosser hatte ich die Absicht eine Fachhochschule der Fachrichtung Maschinenbau zu absolvieren. Mein Bruder, ca. 10 Jahre älter, welcher in Wolfenbüttel Elektrotechnik studiert hatte, empfahl mir den Fachbereich Versorgungstechnik, da es in diesem Fachbereich noch nicht so viel Ingenieure gab.
Von wem haben Sie in Ihrem Leben viel gelernt?
Allgemein von allen Menschen, denen ich in meinem Leben begegnet bin, insbesondere von meiner Frau, meiner Tochter und von Hermann Hesse.
Beruflich bezogen auf die Grundlagen von meinen damaligen Professoren den Herren Hoffmann, Cerbe, H. P. Müller und Baumgarth; bezogen auf die Praxis von meinem langjährigen Vorgesetzten und Vorgänger, Herrn Dipl.-Ing. Klaus Schulte-Bonsfeld.
Welchen Ratschlag würden Sie jemanden geben, der am Beginn seines Studiums steht?
Das sichere Beherrschen der Grundlagen des Fachbereiches, insbesondere der Thermodynamik sollte im Vordergrund vor dem Erlernen der allgemeinen und aktuellen Anlagentechnologien stehen.
Was ist aus Ihrer Sicht der größte Fehler, den man im Berufsleben machen kann?
Wenn man neue Aufgabenstellungen nicht individuell und systematisch analysiert und auf dieser Basis maßgeschneiderte Lösungen findet, sondern auf Basis bekannter bzw. schon ausgeführter Konzepte eine Lösung sucht.
Was ist Ihre Meinung zum Thema „Soft Skills“?
Wenn damit die Führungsqualitäten angesprochen sind, meine ich, dass diese z. B. durch Training und Schulung nur weiterentwickelt werden können, wenn man Mitmenschen unabhängig von Eigenarten und Sympathie schätzt.
Wie sieht die Energieversorgung Deutschlands im Jahr 2050 aus?
Erinnert man sich an die Energiesituation von 1970 und sollte die von 2010 einschätzen, so erkennt man die Schwierigkeit der Fragestellung. Es ist zu hoffen, dass durch die Beherrschung der Stromspeicherung u. a. in Form der Methanisierung und in Form noch zu entwickelnder Technologien in Verbindung mit intelligenter Nutzung und Verteilung die erneuerbaren Energiequellen einen Anteil von über 80 % an der Gesamtenergieversorgung in Europa haben.
Was wünschen Sie sich zum Thema Energie?
Dass sich der Schwerpunkt des öffentlichen politischen Interesses von der Umwandlung von Solarenergie in nutzbare Energieformen verschiebt in Richtung der Energieeffizienz und des Energieverzichtes.

