Vita

Clicker

Clicker  (Classroom Response Systems) werden an Hochschulen zunehmend in der Lehre eingesetzt. Bislang vor allem an angelsächsischen Hochschulen in den Naturwissenschaften eingesetzt, gewinnen die kleinen „Hörsaalkommunikatoren“ auch in Deutschland immer mehr Freunde und sorgen für Interaktion unter Studierenden und zwischen Studierenden und Dozenten.

clicker

Technik

Dozenten projizieren eine Frage, die ihre Studierenden beantworten sollen, an die Wand, üblicherweise mit einem Projektor. Aber auch ein Anschreiben an die Tafel ist möglich. In der Regel sind dies Fragen, die auf das konzeptionelle Verständnis des Stoffes abzielen.
Studierende beantworten diese Fragen mit kleinen, meistens funkbasierten Endgeräten, den sogenannten Clicker. Die Clicker übermitteln die Antworten an eine Basisstation, die typischerweise mit dem Dozentenrechner verbunden ist. Eine Anwendungssoftware auf diesem Rechner verarbeitet die Daten und bereitet sie beispielsweise graphisch auf. Diese Information projizieren Dozenten an die Wand und koppeln so das aktuelle Konzeptverständnis an ihre Zuhörer zurück.

Konzeptfragen

In der Regel stellen Dozenten, die Clicker in ihren Veranstaltungen nutzen, Konzeptfragen. Diese Fragen wurde daraufhin entworfen, studentische Interaktion und konzeptionelles Verständnis zu fördern.

Eine der effektivsten Einsatzmethoden wurde von Eric Mazur an der Harvard University unter dem Namen ConcepTests entwickelt: Nach der Präsentation der Frage erhalten Studierende wenige Minuten Zeit über die Frage nachzudenken und diese dann per Clicker zu beantworten. Vorausgesetzt, dass nur ein geringer Teil die Frage richtig beantwortet hat, was in der Regel der Fall sein wird, erhalten die Studierenden zusätzlich einige Minuten Zeit ihre gegebene Antwort mit der Person neben ihnen zu diskutieren und diese von der Richtigkeit der gegeben Antwort zu überzeugen. Danach erhalten die Studierenden nochmals die Gelegenheit die gestellte Frage zu beantworten. Dozenten besprechen dann die korrekte Antwort und bitten einige Studierende deren Begründung dazu zu nennen.

Die nachfolgenden Fragen sind Beispiele für Konzeptfragen aus der Analysis:

Gute Gründe Clicker zu verwenden

  • In regelmäßigen Abständen eingesetzt beseitigen Clicker-Fragen die sich schnell einschleichende Vorlesungsmonotonie. Es wird weniger wahrscheinlich, dass Studierende abschalten. Die mit den Clicker-Fragen verbunden geistige und körperliche Aktivität weckt sie vielmehr auf.
  • Clicker reduzieren die Hemmschwelle Studierender auf Fragen von Dozenten zu antworten und geben ihnen mehr Zeit die Antwort zu formulieren.
  • Clicker bringt Studierende dazu, über Konzepte zu sprechen. Damit wird derselbe Effekt erzielt wie bei der alten Professorenweisheit „Das verstehe ich nicht. Darüber muss ich erst eine Vorlesung halten.“
  • Den meisten Studierenden macht die Verwendung von Clickern viel Spaß.

Clicker-Nutzung an der Ostfalia (Hochschule Braunschweig/Wolfenbüttel)

Eine Ausleihe zur Nutzung in der eigenen Lehrveranstaltung ist in der Regel problemlos möglich. Wenden  Sie sich bitte an Herrn Temming in der Fakultät Informatik.

Weitere Informationen

Der Klassiker zu Konzeptfragen ist

Eric Mazur: Peer instruction: A user's manual, Pearson-Prentice Hall (1997)

Inzwischen gibt es einige Sammlungen von Konzeptfragen. Mazurs Projektseite gibt einen guten Überblick. Dort sind auch Mazurs ConcepTests verfügbar wie auch in LON-CAPA. LON-CAPA enthält eine umfangreiche Kollektion von Konzeptfragen in Mathematik, Naturwissenschaften und Technik und darüber hinaus eine Vielzahl anderer Lehrressourcen, die auch für andere Lehrszenarien verwendet werden können. Das Mathematics Education Centre der Loughborough University pflegt eine Link-Sammlung zu Konzeptfragen aus der Mathematik.