Finanzen

Warum wir Semesterbeiträge angesichts der Corona-Pandemie nicht ermäßigen

Einige Studierende haben (in der Befragung zur Umstellung auf das Online-Studium aufgrund der Corona-Pandemie oder in direkt an das Präsidium gerichteten Mails) die Erwartung geäußert, dass die Hochschule die Semesterbeiträge ganz oder teilweise zurückerstattet bzw. bei der Rückmeldung für das Wintersemester die Beiträge senkt.
Wir wollen kurz erklären, warum die Hochschule das nicht tun kann:

Die Semesterbeiträge werden nicht durch die Hochschule, sondern ausschließlich - wie nachfolgend beschrieben - durch Dritte festgelegt und lediglich durch die Hochschule eingezogen. Die Hochschule ist also nur treuhänderisch tätig.

Wie setzen sich die Beiträge zusammen, wer bekommt sie und wer entscheidet jeweils über die Höhe der Beiträge?

75,00 € Verwaltungskostenbeitrag: Dieser ist gesetzlich festgelegt. Über eine Änderung kann also nur der niedersächsische Landtag beschließen. Die 75 € bleiben nicht in der Hochschule, sondern müssen zu 100% an das Land Niedersachsen abgeführt werden. Dieser Betrag hat sich seit Jahren nicht verändert.

11,00 € Studentenschaftsbeitrag: Daraus finanzieren sich der ASTA, die Fachschaftsräte, das Studierendenparlament. Über die Höhe entscheidet das Studierendenparlament, also die von Ihnen gewählten studentischen Vertreterinnen und Vertreter. Der Betrag hat sich in den letzten Jahren nicht nennenswert geändert.

100,00 € VRB-Semesterkarte (ausschließlich WF, WOB, SUD) und 87,99 € (WF, WOB, SZ) bzw. 139,20 € (SUD) DB-Semesterticket: Ob es ein Semesterticket geben soll und in welchem Umfang, darüber entscheidet die Studierendenschaft selbst. Hierzu gibt es regelmäßig Vollversammlungen der Studierenden, zu denen Sie alle eingeladen sind, und das Studierendenparlament beschließt auf dieser Grundlage darüber, welche Verträge mit Verkehrsanbietern geschlossen werden. Diese Verträge sind dann für alle Studierenden als Mitglieder der Studierendenschaft bindend. Die Kosten des Semestertickets sind in diesem Jahr mit neu geschlossenen Verträgen deutlich gestiegen (in Suderburg um 7,48 €, an allen anderen Standorten um 24,72 €). Der AStA verhandelt eigenständig mit den Verkehrsunternehmen (zum Teil in Kooperation mit den ASten der anderen niedersächsischen Hochschulen).
Nähere Informationen erhalten Sie hier.
Die Hochschulleitung ist daran nicht beteiligt. Das ist übrigens an allen niedersächsischen Hochschulen so. Da alle Studierenden weiterhin die Möglichkeit haben, niedersachsenweit mit dem Ticket zu fahren, dürfte es schwierig sein, die Vertragspartner dazu zu bewegen, das Geld ganz oder teilweise zurückzuzahlen.

106,00 € (WF, WOB, SUD) bzw. 79 € (SZ) Studentenwerksbeitrag: Das Studentenwerk Ostniedersachsen als Betreiber der Mensen, Cafeterien, Wohnheime, und hochschulnahen Kitas an den Hochschulen von Clausthal bis Lüneburg ist rechtlich eigenständig und legt seine Beiträge in seiner Satzung fest. (Der geringere Beitrag in SZ ist damit begründet, dass dort kein Wohnheim vom SW betrieben wird.) Der Studentenwerksbeitrag steigt zum kommenden Semester um 2 € bzw. in Salzgitter um 1,50 €. Die Beitragspflicht der Studierenden und die Verpflichtung der Hochschulen, diese Beiträge für das Studentenwerk zu erheben, ist im Niedersächsischen Hochschulgesetz festgelegt. Das Studentenwerk finanziert sich aus einem finanziellen Zuschuss des Landes, aus den Studentenwerksbeiträgen der Studierenden und den Einnahmen aus Wohnheimmieten, Speisen und Getränken etc. Da sich der Zuschuss des Landes nicht erhöht und Einnahmen aus Wohnheimmieten derzeit zurückgehen, weil Mietverträge gekündigt werden und ausländische Studierende nicht einreisen (können), ist das Studentenwerk finanziell nicht in der Lage, Beiträge zurückzuerstatten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Mensen und Cafeterien befinden sich derzeit übrigens fast alle in Kurzarbeit. Studierende, die sich für die Arbeit des Studentenwerks, das Zustandekommen von Preisen und die Verwendung der Mittel interessieren, können sich übrigens auch in der Selbstverwaltung des Studentenwerks engagieren. Die Geschäftsführung ist außerdem gern bereit, im Rahmen von Veranstaltungen über ihr Angebot und seine Finanzierung zu informieren und mit Studierenden zu diskutieren.

Wer bis hierher gelesen hat, wird feststellen, dass von dem gesamten Semesterbeitrag genau 0 € an die Hochschule gehen, die aber die Kosten für die Verwaltung trägt. Die Kosten für Ihr Studium werden aus Landesmitteln finanziert und liegen (auch zu Corona-Zeiten) natürlich deutlich über dem Semesterbeitrag.

Wir bitten daher um Verständnis, dass wir keine Möglichkeit haben, Ihnen die Kosten zu erstatten.

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