Erfahrungsbericht mit MathePlus

Interview mit Herrn Ömer Colak, ehemailger Student der Fakultät Elektrotechnik zum Thema MathePlus

Guten Tag, Herr Colak. Sie haben von 2010 bis 2014 an unserer Fakultät im Studiengang Automatisierung und Energiesysteme studiert und im Februar diesen Jahres mit sehr gutem Ergebnis abgeschlossen – herzlichen Glückwunsch dazu. Was haben Sie im Vorfeld gemacht? Welche Voraussetzungen haben Sie für das Studium mitgebracht?

Mein Studium war nicht von Anfang an geplant. Ich habe zunächst meinen Realschulabschluss  an der Emil-Langen-Realschule in Salzgitter gemacht und anschließend eine Ausbildung zum Prozeßleitelektroniker (Mess- u. Regelmechaniker) bei der Salzgitter AG. Dort wurde ich nach meiner Ausbildung auch übernommen und war 6 Jahre als Industrieelektroniker tätig.

Die Fachrichtung hat mir sehr gefallen und so habe ich dann eine Ausbildung zum geprüften Industriemeister bei der Technischen Akademie Teutloff in Salzgitter begonnen und mit dem dort erhaltenen Meisterbrief meine Zugangsberechtigung für ein Studium erworben.

Als ich den Meisterbrief in der Tasche hatte, war mir noch nicht klar, ob ein Studium das richtige für mich ist. Ich dachte mir: „Probiere es einfach mal!“
 

Sie haben Ihr Studium mit der Teilnahme am „Nullten Semester“ mit der zusätzlichen Lehrveranstaltung „Tutorium Mathe“, dem heutigen „MathePLUS“ begonnen. Wann haben Sie diese Entscheidung getroffen? Stand für Sie von vornherein fest, dass Sie an diesem besonderen Lehrangebot teilnehmen würden?

 Nein, meine Entscheidung für das Nullte Semester stand nicht von vornherein fest. Als ich mit dem Studium begann, kannte ich dieses Mathezusatzangebot noch gar nicht. Prof. Wagner berichtete in der Mathe-Vorlesung davon. Innerhalb der ersten 1-2 Wochen habe ich gemerkt, dass ich von vielem keine Ahnung hatte, z.B. vom Thema Nullstellen. Viele Dinge hatten wir in der Realschule oder beim Meisterbrief einfach nicht durchgenommen. Viele meiner Kommilitonen haben die Matheprobleme zu Studienbeginn auf die leichte Schulter genommen. Das war bei mir anders - ich habe das Studium von Anfang an ernst genommen. Mein Ziel war es, die Sachen zu verstehen. Ich dachte mir, wenn die Grundlagen sitzen, werde ich es später leichter haben und alles besser verstehen. Einem Kommilitonen von mir ging es ähnlich und so haben wir zusammen den Entschluss gefällt, das Mathezusatzangebot wahrzunehmen.
 

Durch die Entscheidung für das Nullte Semester verlängert sich die Studienzeit planmäßig um ein Semester. Haben Sie lange gezögert, bis Sie sich für hierfür entschieden haben?

Nein, über die Länge meines Studiums habe ich mir keine Gedanken gemacht – das war mir zu diesem Zeitpunkt egal. Ich habe nur an den Moment gedacht. Ich wollte meine Defizite beseitigen, um überhaupt durch das aktuelle Semester zu kommen.
 

Inwiefern hat Ihnen das Tutorium Mathe / MathePLUS in Ihrem weiteren Studium geholfen? Würden Sie sich wieder so entscheiden?

Wenn die Grundlagen sitzen, werde ich es später leichter haben und alles besser verstehen!

Bei den gleichen Voraussetzungen - definitiv ja! Ich habe die fundamentalen mathematischen Zusammenhänge verstanden und ein grundlegendes Verständnis für Elemente wie Formeln, Gleichungen, Koordinatensysteme und Verläufe entwickelt. Dies hat mir sehr geholfen.

Dadurch habe ich den Stoff, der uns später in den Vorlesungen vermittelt wurde, besser verstanden als viele andere. Ich konnte schon in den Vorlesungen verfolgen, worum es geht, z.B. bei der Aufladekurve eines Kondensators. Das hat sich auch in meinen Zensuren deutlich gezeigt.
 

Welchen Rat würden Sie Studienanfängern bei der Entscheidung für eine der beiden Studieneingangs-Varianten mit auf den Weg geben?

Ich habe ein grundlegendes Verständnis für Elemente wie Formeln, Gleichungen, Koordinatensysteme und Verläufe entwickelt.

Einige lassen sich bei der Entscheidung für oder gegen MathePLUS von der Tatsache beeinflussen, dass es regulär nur sieben Semester BaföG gibt. Dazu möchte ich ergänzen, dass viele Studierende ihr 8. Semester mit Geldern aus ihrer Praxiszeit im Unternehmen und ihre Bachelorarbeit finanzieren. Ich persönlich habe im Fakultätsrat mitgewirkt und durch diese Gremientätigkeit eine Verlängerung des BaföGs für das 8. Semester bekommen. Außerdem ist zu bedenken, dass viele Studierende, denen die mathematischen Grundlagen fehlen, Probleme in anderen Vorlesungen haben und dadurch ebenfalls häufig nicht in der Regelstudienzeit fertig werden.

Weiterhin möchte ich allen raten, ein Studium nicht zu unterschätzen. Studieren ist nicht mit dem Lernen an Realschule oder Gymnasium vergleichbar. Früher fiel es mir in der Schule sehr leicht. Ich hatte gute Zensuren ohne viel dafür zu tun. An der Hochschule war dies völlig anders. Ich habe im ersten Semester mehr gelernt als in den 2,5 Jahren Meisterschule zusammen. Es ist wichtig, das Studium und von Anfang an ernst zu nehmen, da alles aufeinander aufbaut.

Außerdem kann ich nur jedem empfehlen, den Rat der Professoren ernst zu nehmen. Ich habe den Professoren viel zu verdanken. Die Professoren wissen, wie es im Studium langläuft und wollen, dass die Studierenden einen guten Abschluss schaffen. Sie haben mir von Anfang an geraten, das Tutorium Mathe zu besuchen. Ich habe Ihnen vertraut und bin im Nachhinein froh über diese Entscheidung.
 

Wie geht es jetzt bei Ihnen weiter? Haben Sie bereits einen Arbeitsplatz gefunden?

Ich bewerbe mich zurzeit als Ingenieur und hoffe bald einen passenden Job zu finden. Ein Masterstudium habe ich momentan nicht geplant, aber man weiß ja nie.
 

Herr Colak, vielen Dank für das Interview und alles Gute auf Ihrem weiteren Weg.

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