Das war das Ostfalia Medienforum 2019

  • 07.01.20 12:18
  • Oliver Haidukiewicz (M.A.)

Öffentlicher Rundfunk in Zeiten der digitalen Veränderung

Am 11. Dezember 2019 fand das Medienforum der Ostfalia Hochschule am Standort Salzgitter statt. Organisiert wurde die Veranstaltung von Studierenden des 5. Semesters Medienkommunikation, sowie des 5.Semesters Medienmanagement im Rahmen eines Projektkurses. Thema war der Öffentlich-rechtliche Rundfunk (ÖR) im Wandel, zu dessen veränderter Rolle im digitalen Zeitalter namhafte ReferentInnen aus Praxis und Wissenschaft vor und mit rund 100 Studierenden aller drei Medienstudiengänge aus Bachelor und Master, sowie den ProfessorInnen und MitarbeiterInnen der Institute für Öffentliche Kommunikation und für Medienmanagement diskutierten. Als zentrales Leitmotiv zog sich die Frage durch das Programm, wie der ÖR seinem öffentlichen Auftrag, zum Gemeinwohl (Public Value) beizutragen unter den veränderten Rahmenbedingungen gerecht werden könnte. Charmant und kurzweilig durch das Programm führte der ARD-Moderator Jürgen Vogt.

In der Keynote zur Veranstaltung lieferte Dr. Ludger Vielemeier, Programmchef bei NDR 1 Niedersachsen, ein Plädoyer für eine unvermindert starke Rolle des ÖR unter schwierigen Rahmenbedingungen für die Anstalten. MDR-Next-Redakteur Johannes Schiller berichtete praxisnah über neue Projektideen und deren Implementierung in den Sendealltag.   

Dr. Eva Sabine Kuntz, Leiterin der Hauptabteilung Intendanz beim Deutschlandradio, erteilte in ihrem Vortrag der Strategie des bloßen Herunterfahrens des analogen Programms eine Absage: „Die Zukunft des Radios ist vielfältig. Wir sehen bei uns im Deutschlandfunk, dass lineares Radio und lineares Hören weiter steigt – aber auch das non-lineare Hören.“ Dr. Tobias Eberwein, Senior Scientist am Institut für vergleichende Medien- und Kommunikationsforschung (CMC) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und der Alpen-Adria-Universität in Wien verglich in seinem Vortrag die Leistung des ÖR in Europa auf Basis der Input-Output-Relationen. „Die öffentliche Finanzierung beeinflusst die Publikumsleistung sehr stark. Dort, wo der ÖR stark unterstützt wird, leistet er auch viel.“ Prof. Dr. Hardy Gundlach von der HaW Hamburg beschäftigte sich mit den Maßstäben, nach denen der ÖR Public Value in der digitalen Transformation stiften kann. Öffentliche Rechenschaftslegung für den ÖR bedeutet, offenzulegen, dass die verwendeten Verfahren einen intrinsischen Wert haben und inwieweit diese Verfahren und Normen einen Beitrag zur öffentlichen Wertschöpfung leisten.“ Prof. Dr. Marc-Christian Ollrog hat der angeregte Diskurs auf dem 9. Medienforum zwischen Medienmachern und Studierenden gefallen: „ÖR ist immer erklärungsbedürftig. Insbesondere junge Menschen stellen heute manches in Frage, was früher selbstverständlich war.“

Studierende hatten auf der anschließenden Jobbörse am Nachmittag die Möglichkeit, sechs ausgewählte Unternehmen und Agenturen der Region kennenzulernen und mit diesen ins Gespräch zu kommen sowie Workshops zu besuchen. Zu Gast waren hier Horbach, das BZV-Medienhaus, nordmedia, Avacon, sowie die Agenturen lookfamed und Fischer & Habel aus Braunschweig.

Abgerundet wurde das Programm durch eine abendliche Verleihung des wissenschaftlichen Nachwuchspreises, mit dem die drei besten Bachelorarbeiten dieses Jahres ausgezeichnet wurden. PreisträgerInnen waren Sarah Matthias auf dem zweiten Platz sowie Lea Watolla und Joshua Müller auf dem geteilten ersten Platz. Beim anschließenden Sektempfang klang der Tag aus.

Professor Dr. Marc-Christian Ollrog weist auf die Weiterentwicklung des Medienforums hin: „Wir freuen uns, dass wir neben dem hochwertigen Programm erstmals auch eine Plattform für Studierende geschaffen haben, um sich mit Unternehmen und Agenturen aus der Region zu vernetzen.“

Die Verleihung für die besten medien- und kommunikationswissenschaftlichen Nachwuchsarbeiten durch Prof. Dr. Axel Lippold und Dr. Jörg Hagenah war ein neues Highlight, das zur positiven Annahme und Wertschätzung der Veranstaltung beitrug.  

Dafür, dass auch 2020 die Tagung wieder ein Erfolg wird, stellt Ostfalia-Projektleiter Oliver Haidukiewicz mit seinem Team schon jetzt die Weichen: „Das erhaltene Feedback bestätigt uns, auf dem richtigen Weg zu sein und spornt uns an, immer auch noch ein Stück besser zu werden.“

Die Planung für das 10. Medienforum 2020 am 9. Dezember ist bereits angelaufen. Thema wird die Schlüsselfähigkeit „Medienkompetenz“ im digitalen Zeitalter sein. Der Ostfalia-Medienbereich freut sich, auch im kommenden Jahr eine hochwertige Veranstaltung anzubieten.

medienforum_2019

nach oben
Drucken