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Schritte der Gläubiger

 

Mahnung:

Wenn Sie den ausstehenden Betrag nicht fristgerecht bezahlen, erhalten Sie zuerst von Ihren Gläubigern Zahlungsaufforderungen, die schriftliche Mahnung. Dies ist ein ernstes Signal, welches Sie nicht unberücksichtigt lassen dürfen!  Da Sie nun in Zahlungsverzug  (§286 BGB) sind, dürfen Gläubiger sog. Verzugszinsen verlangen. Diese orientieren sich am amtlichen Basiszins (0,12 %). 

Mahnbescheid:

Werden die schriftlichen Mahnungen ignoriert, so kann der Gläubiger als nächsten Schritt einen Mahnbescheid beantragen. Hierbei handelt es sich um eine gerichtliche Zahlungssauforderung. Diese beantragt der Gläubiger beim zuständigen Amtsgericht. Allerdings prüft das Gericht hier weder Richtigkeit noch Inhalt des Antrags. Sie können binnen zwei Wochen hiergegen beim Amtsgericht Wiederspruch einlegen. Ein Formular liegt dem Mahnbescheid bei.

Vollstreckungsbescheid:

Sollten Sie keinen Wiederspruch eingelegt haben, erlässt das Gericht auf Antrag der Gläubiger einen Vollstreckungsbescheid. Dieser ermöglicht es, die Forderungen der Gläubiger zwangsweise durchzusetzen, z.B. mit Gerichtsvollziehern oder auch durch Lohnpfändung. Der Vollstreckungsbescheid wirkt wie ein Gerichtsurteil. Auch hier haben Sie nochmals zwei Wochen Wiederspruchsrecht.

Titulierung der Forderung:

Wenn Sie wiederum keinen Wiederspruch eingelegt haben, ist der Vollstreckungsbescheid rechtskräftig. Titulierte Forderungen verjähren erst nach 30 Jahren. Es gibt nun fast keine Möglichkeit mehr, das Urteil anzufechten (außer bei nachgewiesener Erschleichung des Vollstreckungsbescheids durch den Gläubiger).

Zwangsvollstreckung:

Dies geschieht nach der Durchsetzung der titulierten Forderungen. Hierbei sind die häufigsten Maßnahmen:

      Sachpfändung:

        Pfändung von nicht lebensnotwendigen Gegenständen Ihres Eigentums, meist nur mit einenWert über ca. 150 

        Euro. Nur durchführbar von einem Gerichtsvollziehers.

       Forderungspfändung:

        Auf Beschluss des Gerichts erhalten die Gläubiger Zugriff auf Ihr Gehalt. Der Arbeitgeber muss die pfändbaren
        Beträge nun an die Gläubiger abführen. Unpfändbar sind allerdings Kindergeld, Sozialhilfe und Erziehungsgeld, 
        sowie das Urlaubsgeld.

        Kontopfändung:

        Hier ist es den Gläubigern erlaubt, auf ihr Bankkonto zuzugreifen. Das Konto wird gesperrt und das Geld an die 
        Gläubiger überwiesen. Daueraufträge für z.B. Miete und Strom werden nicht mehr ausgeführt.  

 

Eidesstattliche Erklärung:

Wenn Vollstreckungsversuche nicht erfolgreich sind (meist bei Sachpfändung; Schuldner nicht antreffbar etc.), haben Sie die Pflicht eine eidesstattliche Versicherung abzugeben. Durch das Ausfüllen von Formularen legen Sie ihren Gläubigern ihre gesamte Vermögenssituation, Versicherungen, Arbeitsplatz etc. da. Bei Weigerung gegen eine solche Erklärung können Sie auf Antrag der Gläubiger bis zur Abgabe der Erklärung, maximal jedoch sechs Monate, in Haft genommen werden.

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