Peer-to-Peer

Studierende lernen von Studierenden. Wie können Sie dies effektiv für Ihre Lehre nutzen?

Eine Möglichkeit hierzu bietet die Methode Peer Instruction (nach Eric Mazur). Mit Peer Instruction kann ein fachliches Auseinandersetzen mit dem Lernstoff durch intensiven Austausch der Studierenden untereinander angeleitet und begleitet werden. Dieses ist insbesondere in Großgruppen möglich.

Der für MINT-Fächer entwickelte Gruppenprozess ist mittlerweile auch in Geistes- und Sozialwissenschaften erfolgreich erprobt und hat sich bewährt. Nach einem individuellen Nachdenken über die Lösung einer Aufgabenstellung werden die Studierenden aufgefordert, miteinander über ihre gefundenen Antworten zu reden. Mit Hilfe von Clickern (Classroom Response Systems) können die Studierenden ihre Lösungen in die Großgruppe und den/die Lehrende/n rückmelden. Abschließend erhält der/die Lehrende so die Möglichkeit, die Lösungen zu kommentieren bzw. zu erneutem Nachdenken aufzufordern. Dabei hat sich gezeigt, dass es für die Qualität des Lernens erheblich darauf ankommt, sich an die Abläufe der Methode zu halten.

Für Fragen zur Methode Peer Instruction und technischen Informationen nehmen Sie bitte Kontakt auf.

Ansprechpartnerin

Dipl.- Math. Anika Fricke

Was sind Clicker?

Clicker sind kleine Handsender, mit denen Studierende in Lehrveranstaltungen Fragen schnell und anonym beantworten können. Sie sind derzeit wohl das Instrument mit dem besten Aufwand/Nutzen-Verhältnis, um Studierende in Lehrveranstaltungen zu aktivieren.

Was können Clicker in der Hochschullehre bewirken?

Eine recht einfache, aktivierende und sehr effiziente Methode des Clicker-Einsatzes ist Peer Instruction. Lehrende stellen eine Frage und bitten ihre Studierenden, diese mit Hilfe ihrer Clicker zu beantworten. Bei entsprechend formulierten Fragen führt dies dazu, dass mehrere oder sogar alle Antwortmöglichkeiten gleich favorisiert werden. Ob dies der Fall ist, können Lehrende leicht feststellen, weil die Verteilung der Antworten nach Ablauf der Antwortzeit schnell auf dem Rechner, der die Clicker-Antworten einsammelt, angezeigt werden kann.

Lehrende nutzen solche Pattsituationen und fordern ihre Studierenden auf, deren Nachbarn zu überzeugen, dass die Antwort, die sie gerade gegeben hatten, die richtige ist. Diese Aufforderung führt unweigerlich zum gewünschten Effekt: Studierende diskutieren die Fachinhalte der Fragestellung. Nach einigen Minuten Diskussionszeit bitten die Lehrenden die Studierenden, dieselbe Frage noch einmal zu beantworten. Sehr häufig führt dies dazu, dass die deutliche Mehrheit nun die korrekte Antwort ausgewählt hat. Der oder die Lehrende bittet dann Personen aus dem Plenum zu begründen, warum diese Antwort korrekt ist und fasst den Sachverhalt noch einmal in eigenen Worten zusammen.

Diese Methode des Clicker-Einsatzes heißt Peer Instruction, weil sie Studierende (die Peers) durch die Diskussion am Lehrprozess (Instruction) beteiligt. Das ist jedoch nicht der einzige Pluspunkt. Studierende lernen, gute Argumente zu finden und andere zu überzeugen. Das ursprüngliche Wesen der platonischen Akademie wird so in den Hörsaal geholt. Der wohl größte Vorteil besteht allerdings darin, dass Lehrende zumindest stichprobenartig den Diskussionen ihrer Studierenden lauschen können oder sich selbst daran beteiligen können. Dadurch lernen Lehrende die tatsächlichen Schwierigkeiten ihrer Studierenden kennen und verstehen. Besonders in naturwissenschaftlichen Fächern machen die Diskussionsphasen häufig Fehlkonzepte von Studierenden transparent.

Was Clicker nicht sind

  • Clicker sind kein Wundermittel. Wie jede Technik oder Methode können Clicker falsch eingesetzt werden. Ihr Einsatz ist jedoch äußerst nützlich, wenn Clicker-Fragen das Ziel haben, Studierende zu aktivieren und die Interaktion unter Studierenden und mit den Lehrenden zu stimulieren.
  • Clicker sind keine Zeitdiebe, die „wertvolle Vorlesungszeit kosten”. Sie verhindern dagegen sehr effektiv, dass der alleinige Zweck einer Lehrveranstaltung die alleinige Vermittlung von Inhalten („Vorlesen”) ist.
  • Obwohl der Einsatz von Clickern häufig am Beispiel von Quizsendungen wie „Wer wird Millionär?” erklärt wird, hat der effektive Einsatz wenig damit zu tun: Bei der Quizsendung stehen weder die Interaktion der Zuschauer untereinander noch die mit dem Quizmaster im Vordergrund.

Wenn Sie Clicker einsetzen möchten...

Sie möchten Clicker einsetzen, wissen aber nicht so recht, wie Sie dieses Vorhaben angehen sollen? Wir bieten Ihnen bei Ihrem Erst-Einsatz von Clickern technische Unterstützung an. Außerdem finden Sie hier mehrere Aufgabensammlungen, aus denen Sie Beispiele entnehmen können, so dass Sie Ihr Vorhaben, Clicker in Ihre Lehre zu integrieren, ohne Probleme umsetzen können.

Falls Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich gern an uns!

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