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„Wir schauen nicht aufs Kind“ – Fachtagung beleuchtet Forschung zu Jugendlichen in herausfordernden Situationen

Aktuelles , , Fakultät Soziale Arbeit , Von: Stefan Thiede-Mysliwietz
Blick aus Perspektive des Publikums auf das Programm der Tagung, welches vorne links im Saal auf einer Pinnwand angebracht ist.

Am 29. April 2025 fand an der Fakultät Soziale Arbeit der Ostfalia Hochschule in Wolfenbüttel die Arbeitstagung „WIR SCHAUEN NUR AUF DEN FALL. WIR SCHAUEN NICHT AUFS KIND“ statt. Rund 90 Teilnehmende aus Praxis, Wissenschaft und öffentlichen Trägern zeigten mit ihrer Teilnahme das hohe Interesse und die Relevanz des Themas. Die Veranstaltung bot eine wichtige Plattform, um aktuelle Forschungsergebnisse und Lösungsansätze für die Unterstützung von Jugendlichen in besonders herausfordernden Lebenslagen zu diskutieren.

Den inhaltlichen Rahmen bildete die Vorstellung von Zwischenergebnissen des Forschungsprojekts „Dynamite“, das von Prof. Dr. Timo Schreiner und Dr. des. Sandrine Bakoben geleitet wird. Das Projekt begleitet wissenschaftlich ein innovatives stationäres Wohnangebot der AWO Braunschweig und untersucht unter anderem die interkommunale Zusammenarbeit, die Perspektiven der Jugendlichen selbst sowie institutionelle Falllogiken. In den Vorträgen und Diskussionen wurden zentrale Aspekte wie die Kritik am oft stigmatisierenden Begriff „ Systemsprenger“, die Notwendigkeit biografieorientierter Zugänge und die Bedeutung partizipativer Methoden beleuchtet.

Vertieft wurde der Austausch in vier parallelen Workshops. Hier diskutierten die Teilnehmenden intensiv über Themen wie den „Innovativen Umgang mit Jugendlichen“, „ Interkommunale Vernetzung“, die „Begriffsgenese zu ‚Systemsprenger*innen‘“ und „Perspektiven auf Jugendliche in herausfordernden Situationen“ unter der Frage „Fall oder Kind?“. Der rege Austausch in den Workshops wurde von allen Beteiligten als besonders bereichernd empfunden und lieferte wertvolle Impulse für Forschung und Praxis gleichermaßen.

Die Veranstaltung machte deutlich, wie wichtig der Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis ist, um die Unterstützung für junge Menschen in schwierigen Lebenslagen kontinuierlich zu verbessern. Es geht darum, Strukturen zu schaffen, die nicht nur den „Fall“ verwalten, sondern das Kind bzw. den Jugendlichen als Subjekt in den Mittelpunkt stellen. Die Tagung unterstrich die Notwendigkeit, etablierte Praktiken kritisch zu hinterfragen und innovative, individualisierte Ansätze zu fördern.

Ein großer Dank gilt den Organisator*innen Prof. Dr. Timo Schreiner und Dr. des. Sandrine Bakoben, den Referent*innen, den Workshop-Leitungen sowie allen Teilnehmenden, die mit ihrem Engagement und ihrer Expertise zum Gelingen der Tagung beigetragen haben. Solche Veranstaltungen sind entscheidend, um die Soziale Arbeit weiterzuentwickeln und jungen Menschen bessere Perspektiven zu eröffnen.

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