Im Interview: Prof. Dr. Denis Royer

  • 09.08.19 07:00
  • Doris Zweck

Prof. Dr. Denis Royer erhielt seinen Ruf an die Ostfalia im Januar 2018. Am 1. August 2018 nahm er seine Lehr- und Forschungstätigkeit mit dem Schwerpunkt E-Business und Digitalisierung an der Fakultät Wirtschaft auf. Mehr darüber berichtet er im Interview mit der Ostfalia-Redaktion.

Was haben Sie vor Ihrem Ruf gemacht?

Vor meinem Ruf zum Professor war ich bei der MHP GmbH als Berater und bei der Otto GmbH & Co. KG als Enterprise Architekt tätig.

Bei der MHP war ich für das Geschäftsfeld „Cloud & Platform Technologies“ verantwortlich. Der Fokus lag hier auf dem Design und den Aufbau von Cloud- Architekturen und Lösungen für große und mittelständische Unternehmen im Bereich Automotive und Produktion. Neben den technologischen Aspekten gehörten auch die organisatorische Umsetzung und das Management der Veränderungen in den Unternehmen zum Aufgabengebiet, damit Digitalisierungsprojekte nachhaltig zum Erfolg geführt werden konnten.

Bei der Otto GmbH & Co. KG war ich als Projektleiter und Enterprise Architekt tätig. Hier ging es insbesondere um die Koordination, Planung und Erstellung von IT-Lösungen in den Bereichen Retail Systeme, Shop Back-End und Business Intelligence.

Was ist der Schwerpunkt Ihrer Professur?

Ich glaube, dass wir in einer Welt leben, die sich mit großer Geschwindigkeit verändert und in der man sich als Unternehmen kontinuierlich anpassen und neu erfinden muss – speziell auch im Umfeld der Digitalen Transformation.

Darum ist es wichtig, dass man sich den Themen im Bereich E-Business interdisziplinär nähert und diese übergreifend versteht. Mein Schwerpunkt in der Forschung und Lehre liegt dementsprechend darauf, die technologischen, organisatorischen und betriebswirtschaftliche Aspekte übergreifend und praxisnah in Beziehung zu setzen. Dazu gehören für mich solche Themen wie die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, die Veränderung der Wertschöpfungsketten, die Nutzen und Auswirkungen von neuen Technologien auf Organisationen oder das Management von Innovationen und digitalen Plattformen.

Welche Ziele und Aufgaben stehen für Sie in nächster Zeit im Vordergrund?

Nach meinen ersten beiden Semestern geht es jetzt daran, die Inhalte aus meinen Vorlesungen weiter zu verfeinern und zu überarbeiten. Hier plane ich Theorie- und Praxisanteile stärker miteinander zu verknüpfen und umfangreichere Praxisanteile in die einzelnen Vorlesungen einzubauen.

Weiterhin plane ich für das kommende Semester eine neue Veranstaltung: Die Digital Innovation Academy. Im Rahmen dieser Veranstaltung sollen die Studierenden einen Überblick über den Themenkomplex Innovationsgestaltung in der Digitalen Transformation erhalten. Neben einer allgemeinen Einführung in die Thematik und den gängigen Methoden zur Innovationsgestaltung sollen anhand einer durchgängigen Fallstudie die erlernten Methoden angewendet werden.

Was genau versteht man unter E-Business und warum ist das so wichtig?

Per Definition ist E-Business der Einsatz von Internet und digitalen Techniken zur Ausführung sämtlicher Geschäftsprozesse eines Unternehmens. Es umfasst sowohl E-Commerce als auch Prozesse zur internen Verwaltung des Unternehmens und zur Koordination mit Lieferanten und anderen Geschäftspartnern.

Aber die technologischen Aspekte sind nur die halbe Wahrheit – es geht heute viel mehr darum, dass Unternehmen durch die voranschreitende Digitalisierung und die damit einhergehende digitale Transformation sich umfassend anpassen müssen. Diese Digitale Transformation ist das, wofür heute und zukünftig viel Know-How benötigt wird, um den Wandel auch erfolgreich überstehen zu können. Die Technologie ist hier sicher ein wichtiger Aspekt und Treiber, aber der Wandel beginnt in den Köpfen. Es bedarf ein Umdenken in der Art und Weise wie Innovationen entstehen, Kunden angesprochen werden und wie Geschäftsmodelle in Zukunft aussehen müssen, um nachhaltig erfolgreich zu sein.

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Prof. Dr. Denis Royer, Fakultät Wirtschaft

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