Im Interview: Prof. Dr. Ingo Johannsen

  • 28.10.19 14:05
  • Doris Zweck

Prof. Dr. Ingo Johannsen lehrt seit dem Wintersemester 2018/19 an der Fakultät Fahrzeugtechnik am Institut für Recycling. Mehr über sich und seine Professur berichtet er im Interview mit der Ostfalia-Redaktion.

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Wo liegt der Fokus Ihrer Professur?

Als Professor bin ich für den noch jungen Studiengang „Material und Technisches Design“ berufen worden. Er kombiniert technische Grundlagen der Ingenieurwissenschaft mit der interdisziplinären Arbeitsweise des Designs in einer guten Mischung. Zusammen mit einem ebenfalls neuen Mitarbeiter, dem Designer Björn Kendelbacher, unterrichten wir die Fächer des technischen Designs. Unser Ziel dabei ist, an der Entwicklung zukunftsweisender Produkt- und Lebenswelten teilzuhaben. Stichworte hierzu sind im laufenden Semester gerade „Tiny Häuser“, „FabLab“, Upcycling oder Experimentieren mit Leichtbaustrukturen.

Was haben Sie vor Ihrem Ruf gemacht?

In den letzten Jahren konnte ich mich aktiv im Spannungsfeld unterschiedlicher Disziplinen verwirklichen: Ich war in der Automobilentwicklung tätig, darauf folgte eine Zeit der Selbstständigkeit, in der ich mich auch mit Medien- und Ausstellungsprojekten befasste. Außerdem die Tätigkeit als Dozent für Produktentwicklung und zwischendurch sogar einmal die Leitung einer Berghütte. Meine Promotion in der Materialwissenschaft habe ich nach einigen Jahren der beruflichen Erfahrung absolviert. Es war eine spannende Zeit als Stipendiat im interdisziplinären Graduiertenkolleg Kunst und Technik der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Privat habe ich mich am Aufbau einer Fahrradselbsthilfe für Geflüchtete beteiligt, habe mich gegen Lebensmittelverschwendung engagiert und interessiere mich für den ökologischen Landbau.

Was macht Ihnen in Forschung und Lehre am meisten Spaß?

Die Fächer sind interdisziplinär angelegt und im Design kommt es auf eine kreative und praktische Umsetzung von Ideen an. Ich kann die unterschiedlichen Themen gut verbinden. Das gilt für mich persönlich, wie auch in der Vermittlung gegenüber den Studierenden. In kurzen Worten: auf Basis eines breiten Wissens und mit Neugierde, neue Wege gehen, neue Horizonte abstecken!

Inwiefern ist das Thema Recycling wichtig für den Bereich der Fahrzeugtechnik?

Eine vordringliche Aufgabe der Zeit ist die Wiedergewinnung unserer Fähigkeit einer nachhaltigen Wirtschaftsweise. Das zieht sich durch alle Lebensbereiche. Die Gestaltung von Zukunft eben, wobei wir mit der Produktentwicklung, dem Design und der Materialwissenschaft einen guten Beitrag leisten können.

P2_Exkursion_nbR Auf Exkursion im Protohaus Braunschweig (Foto: Ostfalia)

 

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Studentisches Entwerfen (Foto: Ostfalia)

 

Foto Prof. Dr. Ingo Johannsen: privat

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