Willkommen an der Fakultät Soziale Arbeit


Kommentierte Lehrangebote

In dieser Rubrik erhalten Sie inhaltliche Angaben zu einzelnen Lehrveranstaltungen mit Modulzuordnung.

Modul 3

Bockisch | Geschichte der Sozialen Arbeit | 3. Semester

Die Geschichte Sozialer Arbeit mit ihren Entwicklungssträngen der Sozialpädagogik und Sozialarbeit ist geprägt durch eine Pluralität von Gegenstandsbestimmungen, Prinzipien und Leitsätzen, die das aktuelle (Selbst-)Verständnis Sozialer Arbeit geprägt haben. Anhand der Ideen und Programme namhafter Theoretiker/innen werden Entwicklungslinien der Theorie und Praxis Sozialer Arbeit erarbeitet und hinsichtlich ihres Einflusses auf die Soziale Arbeit der Gegenwart untersucht. 

Die Entstehung Sozialer Arbeit vollzog sich im Kontext gesellschaftlicher, staatlicher und kirchlicher Einrichtungen als Handlungsrahmen für sozialarbeiterische Hilfekonzepte und sozialpädagogische Erziehungsprogramme. In der Veranstaltung werden die historischen Entwicklungen und Ausdifferenzierungen dieser Institutionen und der in diesem Rahmen konzeptionierten klassischen Methoden Sozialer Arbeit erarbeitet.


 

Modul 6

Vorschau WS 2019/2020

6. Semester

Brenssell | Grundlagen der Psychologie für die Soziale Arbeit

Die Psychologie ist keine einheitliche Wissenschaft, es gibt sehr unterschiedliche – und gar sich widersprechende - psychologische Theorien und Denkrichtungen - und diese enthalten unterschiedliche Menschenbilder. Jeder psychologischen Theorie, jeder Methode liegen implizite Grundannahmen über den Menschen zugrunde, das hat großen Einfluss auf unser (Alltags)Denken und auf die Soziale Arbeit.  In der Vorlesung erhalten Sie einen Einblick in verschiedene Theorien, Praxen und Menschenbilder der Psychologie und ihre Relevanz für die Soziale Arbeit.
Eine Frage an Sie als Studierende der Sozialen Arbeit: „Welches Bild vom Menschen prägt Ihr persönliches Denken?“ Die Vorlesung schafft auch dafür einen Reflexionsraum.

Modul 7

Grieger | Sozialpolitik - Grundeinkommen | 2. Semester

Wir setzen uns im Blockseminar mit Entwicklungen im Beschäftigungssektor auseinander. Wo entsteht neue Arbeit unter welchen Bedingungen? Hat Vollbeschäftigung im Normalarbeitsverhältnis überhaupt noch eine Chance? Welche Trends sind wahrnehmbar? Welche sozialen Sicherungssysteme braucht eine Gesellschaft auf dem Weg in die Wissensgesellschaft? Kann das bedingungslose Grundeinkommen eine sozialverträgliche Antwort auf diese Entwicklungen sein?

Das Seminar wird als dreitägiges Blockseminar durchgeführt. Prüfungsleistung: Hausarbeit Typ II (Teile werden schon innerhalb des Blockseminars erbracht).


Neuber | Abweichendes Verhalten | 2. Semester

Abweichendes Verhalten ist ein klassisches Forschungs- und Handlungsfeld der Sozialen Arbeit. Es ist eng verknüpft mit Fragen von sozialer Ungleichheit, von Inklusion und Exklusion, aber auch mit dem Spannungsverhältnis von Hilfe und Kontrolle.

Wenn ein Verhalten als abweichend bezeichnet wird, drängt sich sofort die Frage auf: abweichend von was? Die allgemeine Antwort lautet: Von Normen, Regeln, Vorschriften und Verhaltenserwartungen, die von einer maßgeblichen Anzahl von Menschen in einer Gemeinschaft oder Gesellschaft akzeptiert werden. Welches Verhalten als abweichend wahrgenommen und bezeichnet wird, ist immer kontext- und zeitabhängig. Und abweichendes Verhalten ist eng verwoben Sanktionen und sozialer Kontrolle.

Wir werden uns in dem Seminar mit verschiedenen theoretischen Perspektiven auf abweichendes Verhalten sowie empirischen Studien zu Devianz beschäftigen. Erwartet werden die regelmäßige Lektüre von Texten und die aktive Mitwirkung am wissenschaftlichen Diskurs in der Gruppe. Die genaue Auswahl der Lektüre wird zu Beginn des Seminars bekannt gegeben.


Neuber | Jugend und Adoleszenz: Herausforderungen im Übergang von Kindheit zum Erwachsenensein | 2. Semester

Das Seminar führt in die Grundlagen, Themenvielfalt und Zugänge jugendsoziologischer und adoleszenztheoretischer Forschung ein. Wir diskutieren ausgewählte theoretische Perspektiven und empirische Studien und setzen uns mit Themen auseinander, die die Jugendphase betreffen und die eine Relevanz für die Soziale Arbeit haben, wie bspw. die Dynamik und Veränderungen von Jugendkulturen und Lebensstilen oder die Funktion sogenannten Risikoverhaltens.

Darüber hinaus werden Unterschiede zwischen Jugendlichen – bezogen auf Geschlecht, soziale Herkunft und Ethnizität – in den Blick genommen. Erwartet werden die regelmäßige Lektüre von Texten und die aktive Mitwirkung am wissenschaftlichen Diskurs in der Gruppe. Die genaue Auswahl der Lektüre wird zu Beginn des Seminars bekannt gegeben.


Stölner | Vertiefende Einführung in die Soziologie | 2. Semester

Was ist eigentlich Soziologie und wie grenzt sich diese von der Sozialen Arbeit ab? Welche Gemeinsamkeiten gibt es zwischen der Soziologie und der Sozialen Arbeit? Welche Begriffe sind wichtig für die Soziologie und letztlich zum Verstehen von Gesellschaft? Welche sozialen Phänomene gestalten mehr oder weniger unbemerkt unseren Alltag und Gesellschaft im Allgemeinen? Sind wir nur ein geformtes Konstrukt unserer sozialen Herkunft? Was sind die zentralen Theorieansätze in der Soziologie und welche Perspektiven auf Gesellschaft vermitteln sie? Verstehen wir durch die Soziologie die Welt besser? Welchen Praxiswert hat die Soziologie und welche Erkenntnisse helfen der Sozialen Arbeit? Diese und andere Fragen werden im Seminar behandelt und diskutiert.

Modul 8

Jung | Basiswissen Psychiatrie | 3. Semester

Basiswissen zur allgemeinen Krankheitslehre seelischer Störungen, zu Grundprinzipien der psychiatrischen Diagnostik sowie zur multiprofessionellen Therapie. Häufige Krankheitsbilder: Depressionen und Manien, Psychosen, Belastungsreaktionen und Traumafolgen sowie Umgang mit psychiatrischen Krisen und Notfällen.


Voigt-Kehlenbeck | Kritische Behindertenpädagogik| 3. Semester

Basiswissen zur Behindertenhilfe und zu den aktuellen Veränderungen, die verbunden sind mit einem Paradigmenwechsel im Rahmen der Inklusion.

Grundlagen der Förderung von Menschen mit Unterstützungsbedarf im Sinne des Empowerments, zum Selbstbestimmungsrecht von Menschen mit Beeinträchtigung und spezifischen Perspektiven der Betroffenengruppen unter dem Eindruck eigener Forschungsanliegen (disability studies). 

Modul 9

Neuber | Armut und soziale Ungleichheit | 3. Semester

Die Handlungsfelder der Sozialen Arbeit sind eng verknüpft mit Fragen von sozialer Ungleichheit und Soziale Arbeit sieht sich in vielen Arbeits- und Handlungsfeldern mit sozialen Problemen konfrontiert, die in Folge mangelnder Bildung, Erwerbslosigkeit, Wohnungslosigkeit oder Armut von Menschen entstanden sind – also Folgen sozialer Ungleichheit.

Die Bewertung von ungleichen Lebensbedingungen in der Gesellschaft hat immer auch etwas mit ihrer Erklärung zu tun – also welche theoretische Perspektive ich auf Armut und soziale Ungleichheit einnehme. In dem Seminar setzen wir uns systematisch mit verschiedenen theoretischen Ansätzen zu Armut und sozialer Ungleichheit auseinander.


Stölner | Bildungssoziologie – Einführung und aktuelle Fragestellungen| 3. Semester

Bildung gilt als der Zukunftsschlüssel, nicht erst seit der PISA-Studie. Was versteht man eigentlich unter Bildung? Wozu brauchen wir Bildung – nur für einen Job? Wie sieht es mit der Chancengerechtigkeit heute aus? Ist Bildung wirklich der Armutsbekämpfungsschlüssel Nr. 1? Gibt es dabei Unterschiede zwischen den verschiedenen MigrantenInnengruppen? Welche Bedeutung hat der Kindergarten-besuch für spätere Bildungschancen? Welche Möglichkeiten hat die Soziale Arbeit für mehr Chancengerechtigkeit zu sorgen?

Ziel dieses Seminars soll es daher sein, verschiedene Aspekte von Bildung sowie deren Institutionalisierung im historisch-gesellschaftlichen Kontext aus bildungssoziologischer Perspektive zu betrachten und die Bedeutung von Bildung für die Soziale Arbeit in einer modernen Gesellschaft zu rekonstruieren.


Stölner | Ökonomische Grundlagen des Sozialstaats | 3. Semester

Der Sozialstaat wird als Ort der stetigen Veränderung wahrgenommen und unterliegt der ständigen Kritik von Links und Rechts. Ziel des Seminars ist es, sich einerseits mit den Grundlagen des Sozialstaates auseinanderzusetzen, andererseits aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen zu beleuchten und wie diese sozialpolitisch bearbeitet werden.

U.a. behandelt das Seminar diese Fragen: Was ist Sozialpolitik? Wie wird der Sozialstaat legitimiert? Welche historischen Konstellationen waren für die Herausbildung des Sozialstaates bedeutend? Welche Rahmenbedingungen sind heute maßgebend? Was sind die Grundnormen der Sozialpolitik? Was sind die Instrumente und Funktionen der Sozialpolitik? Wer zahlt, wer bekommt was? Welche Wirkungen (ausgewählte Instrumente) zeigen sich? Wie lassen sich Gerechtigkeit und Sozialstaat verbinden? Ist der Sozialstaat unter diesen Bedingungen heute noch finanzierbar?

 

Vorschau WS 2019/2020

Boeckh | Sozialpolitik II - Rassismus und Rechtsextremismus | 3.Semster

In der Veranstaltung beschäftigen wir uns mit Fragen des Rassismus, der Fremdenfeindlichkeit, des Rechtspopulismus und des Rechtsextremismus. Dabei nehmen wir nicht nur die aktuellen Entwicklungen in Blick sondern schauen auch in die deutsche Geschichte.

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Dazu besuchen wir am 3.12.2019 (ganztägig!) die Mahn- und Gedenkstätte Bergen-Belsen. Hier nehmen wir an einer Führung durch Museum und über das Gelände teil. Sie werden sich zudem im Rahmen der ganztägigen Veranstaltung mit der Geschichte des Nationalsozialismus und des Konzentrationslagers Bergen Belsen auseinandersetzen. Es ist geplant, dabei auch das Verhältnis von Sozialer Arbeit und Gedenkstättenarbeit in den Blick zu nehmen. Durch Teilnahme an der Fahrt entstehen keine Kosten. 

Weiterhin werden wir entweder eine Einrichtung besuchen, in der Präventionsprojekte gegen Rechts durchgeführt werden oder eine(n) Mitarbeiter/-in zu uns in das Seminar bitten. 

Am 17.12.2019 (!) werden wir die Erfahrungen sammeln und mit dem Fanbeauftragten des BTSV, Nils Burgdorf (angefragt) ein Konzept dazu entwickeln wie die Gedenkstätten-/Anti-Rassismus-Arbeit in die Kinder- und Jugendhilfe übertragen werden können.

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Seminarzeiten: 

19.11.2019 und 26.11.2019

14:15 - 18:45: Themenfeld Rechtspopulismus, Rechtsextremismus und Rassismus

 

03.12.2019

10:00 - 16:00 Uhr

Besuch der Manh- und Gedenkstätte Bergen-Belsen mit Besichtigung und Workshop

Abfahrt in Wolfenbüttel Am Exer 6 ca. 8:30 Uhr; Rückkehr in Wolfenbüttel ca. 18:00 Uhr

 

10.12.2019

14:15 - 16:30: N.N. (Praxisbesuch: Präventionsprojekte gegen Rechts)

 

17.12.2019

14:15 - 18:00 Uhr: Auswertung und konzeptionelle Umsetzung in der Sozialen Arbeit

Geplant ist u.a. die Erstellung eines Konzepts in Kooperation mit dem Fanbeauftragten des BTSV, Nils Burgdorf (angefragt). 

 

TN-Zahl: 15

Anmeldung: StudIP

Prüfung: Hausarbeit

Modul 12a

Elsasser | Beratung mit internationalen Klienten | 4. Semester

In dem dreitägigen interaktiven  Seminar üben die Teilnehmenden anhand ihrer individuell eingebrachten Themen sich in der englischen Sprache kompetent und professionell zu bewegen.

Anhand einer lebendigen abwechslungsreichen Trainingsmethode werden sprachliche Hemmungen abgebaut und ein fachbezogener Wortschatz aufgebaut. Des Weiteren werden interkulturelle Herausforderungen in der Beratung thematisiert und wo möglich, anhand individueller Beispiele  Lösungsansätze vertieft.

Inhalte:

  • Kurzer vorab Telefonaustausch, um im Seminar gezielt auf individuelle Inhalts- und Praxiswünsche eingehen zu können (inkl. Sprachniveau – check)
  • Trainingseinheiten, Diskussionen und Aktivitäten zu aktuellen arbeitsnahen Themen
  • Übungen zu Beratungs- und Coaching Phasen sowie lösungsorientierte und systemische Fragetechniken und Tools

Voraussetzung: Kenntnisse der englischen Sprache (mind. Realschulniveau),- Englisch wird durchgehend gesprochen und etwas aufpoliert, wo nötig.

Die Veranstaltung gliedert sich in 3 Präsenstage und einen online - Tag. Der online – Tag dient der Seminar- und Prüfungsvorbereitung (mind. 5 Stunden selbstständige Vorbereitungsarbeit). Für die Präsenstage wird eine durchgängige Anwesenheit erwartet.


Jahn | Sozialberatung | 4. Semester

Oftmals benötigen Personen, die sich in prekären Lebenslagen / Situationen befinden, eine parteiliche Unterstützung, um ihre sozialrechtlichen Ansprüche durchsetzen zu können. Sozialberatung ist sowohl als autarkes Arbeitsfeld der Sozialen Arbeit zu sehen, als auch als Teilgebiet personenbezogener sozialer Dienstleistung.

In dem Seminar werden die Grundlagen der Sozialberatung erarbeitet – in Bezug zu den sozialleistungsrechtlichen Sachverhalten. Zusätzlich wird auf das Verfahren vor den Behörden und das methodische Vorgehen hingewiesen. Diverse Fallanalysen und der Transfer in die Praxis runden das erworbene Grundlagenwissen ab.

Das Rechtsdienstleistungsgesetz sowie die materiellen Leistungen nach dem SGB II und XII sind ein weiterer Schwerpunkt des Seminars.


Richter | Mediation in besonderen Lebenslagen | 4. Semester

Ärgernisse und Lebenskatastrophen münden vielfach in zwischen-menschliche Konflikte, die häufig auch noch ein rechtliches Nachspiel haben können. Für die Soziale Arbeit besonders einschlägig ist der Bereich der strafrechtlichen Konflikte. In diesem Bereich liegt besonders viel Brisanz, da die Konfliktparteien nicht mehr „allein“ sind, sondern u. U. die Polizei und Justiz eingeschaltet haben.

Welche Konfliktlösungsmöglichkeiten gibt es dennoch? Wie ist mit strafrechtlichen Konflikten lösungsorientiert umzugehen, dass die Parteien ihren Konflikt eigenständig regeln können? Hier greift die  Mediation im Strafrecht, die ein interessantes Berufsfeld für die Soziale Arbeit darstellt. Sie erfordert eine besondere Form der Konfliktmoderation, die in der Veranstaltung vorgestellt wird. Die Rahmenbezüge der Konfliktlösungsmöglichkeiten werden erörtert und Übungen zum Umgang mit Konflikten und zur Konfliktmoderation praktiziert.

Modul 12b

Flory / Teigler | Empowernde Hilfe für Geflüchtete: Die Arbeit psychosozialer Zentren | 4. Semester

Das Blockseminar „Psychologische Arbeit mit geflüchteten Menschen“ gibt Einblicke in die Arbeit der psychosozialen Zentren und ihres Dachverbands BAfF e.V. (Bundesweite Arbeitsgemeinschaft der psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer).

Die psychosozialen Zentren bieten Psychotherapie, soziale Arbeit, rechtliche Beratung und medizinische Versorgung für geflüchtete Klient*innen an, die in der Regelversorgung keine oder nur unzureichende Unterstützung bekommen.

Im Rahmen des Blockseminars werden unter anderem folgende Inhalte vermittelt: Traumatheorie und kontextualisierte Traumadiskurse; strukturelle Barrieren und politischer Kontext der psychosozialen Arbeit mit geflüchteten Klient*innen; Bedeutung von Multiprofessionalität und Netzwerken; Therapie und Beratung zu dritt - Arbeiten mit Sprachmittlung; Macht und Ohnmacht in der Versorgung von geflüchteten Klient*innen.

Die Referatsthemen und Literatur werden noch im Stud.IP bekannt gegeben. Die Auswahl der Referatsthemen erfolgt per E-Mail und telefonisch in Rücksprache mit den Lehrbeauftragten. Dafür setzen sich die Lehrbeauftragten nach der Anmeldung mit den Studierenden in Verbindung. Aktive Mitarbeit und Referate stellen die Seminarleistung dar.


Jung | Psychiatrie vertieft | 4. Semester

Seelisch erkrankte Menschen: Fremd wirkende und schwer nachvollziehbare Symptome? Versuche der Annäherung an die Logik des subjektiven Erlebens der Betroffenen durch spezifische Fachkennt­nisse und störungssensiblen empathischen Umgang. Weiterführende praxisrelevante Beispiele zur komplexen psychosozialen Versorgung häufiger psychiatrischer Krankheitsbilder.

Der erfolgte Besuch der Vorlesung „Psychiatrische Krankheitsbilder“ in M8 ist wünschenswert, aber nicht Voraussetzung.


Maier / Römmling-Wasserthal | Gewalt gegen Frauen - Psychosoziale Versorgung im Feld | 4. Semester

Wie lässt sich Gewalt gegen Frauen im gesellschaftlichen Kontext verstehen?
Es werden die sozialen und gesellschaftlichen Bedingungen betrachtet, durch welche Gewalt gegen Frauen mitausgelöst und aufrechterhalten wird. Die psychosoziale Versorgungslage und der gesellschaftliche Umgang mit den Folgen der Gewalt und den von Gewalt betroffenen Frauen werden kritisch diskutiert. Zudem wird im Seminar in die Debatte um medizinisch-psychiatrisches Krisen- und Krankheitsverständnis und deren Ausblendungen eingeführt. Es werden alternative Ansätze aufgezeigt und ihre Bedeutung für die Soziale Arbeit diskutiert.


Mölders / Matthies | Multiloog: Verständigung über Alltagserfahrungen und psychosoziale Krisen in Theorie und Praxis | 4. Semester

Wie können psychosoziale Krisen im Alltagssprachgebrauch verständlich werden. Seit zwanzig Jahren werden im Multiloog - Projekt  Erfahrungen dazu gesammelt und verarbeitet.

Im Blockseminar werden Arbeitsschritte aus diesem Projekt in Theorie dargestellt und in der Praxis (interaktiv) eingeübt. Es werden Grundlagen der subjektwissenschaftlichen Herangehensweise der Kritischen Psychologie vermittelt, insbesondere zum Thema der sozialen Selbstverständigung im Rahmen alltäglicher Lebensführung und ihre Anwendung in der Praxis.

Es werden Fertigkeiten und Fähigkeiten vermittelt und praktiziert, um eigene Erfahrungen mit Krisen im Alltagsleben zu verbalisieren und diese als Grundlage für die zukünftige berufliche Praxis zu reflektieren.


Möller | Drogenmissbrauch im Jugendalter. Ursachen, Auswirkungen und Behandlungsansätze | 4. Semester

Drogenmissbrauch im Jugendalter ist ein wachsendes Problem. Die Erstkonsumenten werden immer jünger. Adäquate Versorgungsstrukturen fehlen.

In einem Blockseminar soll auf möglich Ursachen und Auswirkungen des Drogenmissbrauchs eingegangen werden, wobei auch entwicklungspsychologische Aspekte berücksichtigt werden. Auf die aktuelle Situation wird Bezug genommen, wie die Frage nach der Schädlichkeit von Cannabis und den Alkopops. Mit der Therapiestation Teen Spirit Island ist ein spezielles kinder- und jugendpsychiatrisches Konzept entwickelt worden in Kooperation mit einer Drogenberatungsstelle und einer Jugendhilfeeinrichtung, was vorgestellt und diskutiert wird. Auf spezielle sozialarbeiterische Aspekte wird Bezug genommen.

Das Blockseminar soll an zwei Vormittagen in der Zeit von 09.00-13.00, in der Einrichtung Teen Spirit Island in Hannover, Janusz-Korczak-Allee 12, stattfinden. Auf diese Art kann die Einrichtung kennen gelernt werden und es besteht die Möglichkeit mit Jugendlichen zu sprechen. Eigene Fälle und Fragen können im Seminar diskutiert werden.

Empfohlene Artikel aus Büchern für die Klausurvorbereitung:

  • Buch: „Drogenmissbrauch im Jugendalter“ Chr. Möller (Hrsg.):
    • Cannabis- und Alkoholmissbrauch als Risikofaktoren für Ausbruch und Verlauf der Schizophrenie von Heinz Heffner
  • Buch: „Sucht im Jugendalter“ Christoph Möller (Hrsg.)
    • Trotzdem Ja zum Leben sagen, Salutgenese und Sucht im Jugendalter, Christoph Möller Herausgeber
    • Gruppentherapie im Jugendalter, Christoph Möller Herausgeber
    • Aufmerksamkeitsdefizit und Hyperaktivitätsstörung und kormorbide Suchterkrankung bei Jugendlichen und Erwachsenen, Martin Ohlmeier
  • Buch: „Internet- und Computersucht“ Christoph Möller (Hrsg.)
    • Epidemiologische Daten zur Medien- und Computernutzung bei Kindern und Jugendlichen von Nadine Jukschat & Co.
    • Hochprozentiges für Kinder und Jugendliche und Erwachsene. Das Abhängigkeitspotential von Online-Rollenspielen und Browser-Spielen, Regine Pfeiffer

Entwicklungsfördernde Elemente - Überlegung aus psychologischer, ärztlicher und pädagogischer Sicht und konkrete Anregung bei Mediensucht, Christoph Möller und Emilie Hornemann


Seifert / Focke | Sucht – Grundlagen: Ursachen, Epidemiologie, Diagnostik, Therapie | 4. Semester

Die Fachklinik Erlengrund (Alte Heerstr. 63, 38259 Salzgitter) ist eine stationäre Behandlungseinrichtung für Suchtkranke, in der es auch für Besucher bestimmte Regeln zu beachten gilt. Es ist untersagt, Suchtmittel (Alkohol, Medikamente und illegale Drogen) mit auf das Gelände zu bringen, in intoxikiertem Zustand darf niemand das Gelände betreten und auch das Rauchen ist auf dem Gelände nicht gestattet.

Wir bitten alle TeilnehmerInnen der Lehrveranstaltung, diese Regeln zu berücksichtigen. Die Lehrveranstaltung wird von den beiden Klinikleitern Herrn Dr. Jürgen Seifert und Herrn Reinhard Laskowski durchgeführt. Durch die Wahl des Veranstaltungsortes ist es möglich und geplant, zu bestimmten Lehrinhalten PatientInnen hinzu zu ziehen bzw. zu beteiligen.

Die Fachklinik ist über den Bahnhof in SZ-Ringelheim (ca. 10 Minuten Fußweg) auch gut mit der Bahn zu erreichen. Für die Mittagspausen (12.15 – 12.45 Uhr) besteht die Möglichkeit, in der Fachklinik für 4 € ein Mittagessen zu bestellen. Hierfür erbitten wir jedoch bis jeweils mittwochs eine „Vorbestellung“. Tel. 05341 3004-137,
E-Mail: f.schmidt-kiesewetter@lukas-werk.de

Teilnehmerbegrenzung: 24 Studierende
Die Anwesenheit während des gesamten Seminars wird erwartet.

Prüfungsleistung: Mündliche Prüfung in der Fachklinik am 29.03.2019, 14:00 – 16:00h.

Modul 12c

Sodomann | Gebärdensprache | 4. Semester

In diesem Kurs wird die Welt der Gebärdensprache und die speziellen Eigenschaften der Gehörlosigkeit erlernt. Auch wird die deutsche Gebärdensprache mittels körperlichen, gestischen und mimischen Ausdrucksmöglichkeiten nähergebracht. Spezielle Anforderungen sind nicht notwendig, "aktive Mitarbeit" ist wünschenswert. Diese Lehrveranstaltung ist auf Initiative des FARA in das Lehrangebot aufgenommen worden. Sie soll prinzipiell für Studierende aller Semester zugänglich sein.

Modul 13a

Stölner | Personalmanagement – Grundlagen | 5. Semester

Das Seminar behandelt grundlegende Themen des Personal-managements. Ausgehend von den begrifflichen Grundlagen werden Personalplanung, -gewinnung, -honorierung, -beurteilung sowie -entwicklung als zentrale Bausteine anhand von Texten und Fallbeispielen besprochen.


Stölner | Organisationen der Sozialen Arbeit – politische, ökonomische und gesellschaftliche Aspekte | 5. Semester

Im Seminar werden historische und theoretische Grundlagen, Fragen der Steuerung, organisatorische Strukturen sowie europäische Entwicklungen im Bereich der Sozialen Dienste behandelt. Darüber hinaus wird die Bedeutung sozialer Dienste in zentralen Politikfeldern skizziert sowie die Dienstleistungsbeziehungen aus der Perspektive der Professionellen und der Klienten bzw. Konsumenten betrachtet.

Modul 13c

Vorschau WS 2019/2020

5. Semester

Brensell | Partizipative Praxisforschung in der Sozialen Arbeit

Partizipative Forschungsansätze folgen zwei Grundsätzen:
1. forschen „mit“ statt „über“ Menschen, d.h. sie beteiligen Menschen als Akteure am Forschungsprozess. 
2. Sie verfolgen einen emanzipatorischen Anspruch, d.h. sie wollen diskriminierende/ausschließende gesellschaftliche Bedingungen verändern.
Welche Möglichkeiten partizipativer Forschung gibt es? Wie lassen sich Methoden wie „ Photovoice“ im Rahmen des Studiums oder eine Abschlussarbeit umsetzen? Worin liegen Chancen, Möglichkeiten und Herausforderungen partizipativer Praxisforschung in der Sozialen Arbeit? In dem Seminar lernen Sie unterschiedliche Methoden und Projekte partizipativer Forschung kennen. Sie können Ideen für eigene Forschungsprojekte – z.B. im Rahmen Ihrer BA Arbeit - bekommen und diese im Rahmen des Seminars weiterentwickeln.  Oder wir können als Seminar gemeinsam ein kleines partizipatives  Forschungsprojekt entwickeln. 2017 zum Beispiel haben wir im Seminar zur Frage „Was denkst Du?“ gemeinsam eine Aktionsforschung an der Fakultät initiiert, aus der der Arebitskreise Kritische Sozialarbeit hervorgegangen ist; 2018/19 haben wir einen OPEN SPACE zum Thema „Plastik und Soziale Arbeit“ veranstaltet.

Modul 14

4. Semester

Jünemann | Soziale Ungleichheit - Gender

Im Seminar wird u.a. im Rahmen qualitativer Sozialforschung ein in der Gruppe entwickelter Interviewleitfaden sowie dessen Umsetzung und Auswertung zu Fragen sozialer Ungleichheit aus der Genderperspektive behandelt werden, so dass die Chance zu einem Theorie-Praxis-Austausch gegeben ist.


Neuber | Gewalt und Geschlecht – ein undurchsichtiger Zusammenhang

Hat Gewalt ein Geschlecht? Auf den ersten Blick scheint sie männlich – das zumindest legen die Statistiken nahe und auch Ansätze der Männlichkeitsforschung betonen den Zusammenhang von Männlichkeit und Gewalt.

Wir werden uns in diesem Seminar kritisch und differenziert mit diesem scheinbar eindeutigen Befund auseinandersetzen und den Zusammenhang von Gewalt und Geschlecht näher beleuchten. Dazu erfolgt eine grundständige Einführung zu den Dimensionen der Kategorie Geschlecht und eine Beschäftigung mit dem Gewaltbegriff. Darüber hinaus werden wir uns mit verschiedenen Studien zum Thema Gewalt und Geschlecht (bspw. Gewalthandlungen und Gewaltbetroffenheit von Frauen und Männern; häusliche Gewalt; Gewalt in der Pflege; Jugendgewalt) beschäftigen.


Stopczynski | Zwischen Wahn und Wirklichkeit, Internationale Kunst – Psychose – Kreativität

Wahn und Normalität bezeichnen Kategorien, durch die unsere Gesellschaft zur qualitativen Einordnung von menschlichen Verhaltensmustern gelangt. Was die Norm konstituiert und damit simultan ihr Pendant, den Wahnsinn, wird gesellschaftlich stets verhandelt und unterliegt keinen objektiven und festgelegten Definitionen. Im Gegenteil, die Sozialgeschichte lehrt uns, dass der „Wahnsinn“ stets dem Duktus der vorherrschenden Gesellschaft unterlag – ob als „nützlicher Wahnsinn“ in der Antike oder „unnütze Bedrohung“ der neuen rationalen Ordnung im 18.Jahrhundert. Erst durch die institutionelle Definition von Normalität konnte Wahnsinn als außergewöhnliches Phänomen menschlichen Verhaltens Beachtung finden: Bezeichnung durch Entgrenzung. Betrachtet man daher die Geschichte der Pathologie im Hinblick auf den Wahnsinn, so lässt sich eine stetige Grenzverschiebung bis hin zu der diskutierten Auflösung von Norm und Wahn als antagonistische Kategorien feststellen. Die Kunst hat sich diese Grenzverschiebung seit jeher zu Eigen gemacht und konventionelle Verhaltensmuster Sichtweisen und soziale Rollen (Gender etc.) hinterfragt und aktive verändert. Ihre entgrenzende gesellschaftliche Funktion hat der Volksmund durch die Bezeichnung „ verrückter Künstler“ oder „wahnsinniges Genie“ stets Rechnung getragen. In der Kunst haben sich so Methoden entwickelt diese Grenzüberschreitungen zu provozieren – oftmals wird gerade daran der Grad der Kreativität oder der Wert des Künstlerischen bemessen. Diese Kreativität findet sich ebenfalls in bildnerischen Arbeiten psychisch erkrankter Menschen wieder, welche aber aus der Kunstwelt eine andere Beurteilung erfahren. Anhand dieser Widersprüchlichkeit bekommt der komplexe theoretische Diskurs eine Zugänglichkeit.

In diesem Seminar werden wir verschiedene aktuelle Organisationsformen der bildnerisch tätigen Menschen mit psychischer Erkrankung untersuchen, um die Herausforderungen und Schwierigkeiten des aktuellen Diskurs zur Ausgrenzung psychisch kranker Menschen zu thematisieren. In Betrachtung einzelner Fallbeispiele, wie der „Die Schlumper“ in Hamburg, Atelier „Zinnober“ in Magdeburg, Radio „La Colifata“ in Buenos Aires, „ Shobu Gakuen“ in Japan und der Einrichtung „Kaos“ in Brüssel werden wir einen internationalen Überblick verschiedener Herangehensweisen im Umgang mit Art Brut gewinnen und über die verschiedenen Ausdrucksmöglichkeiten von Menschen mit psychischer Beeinträchtigung sprechen.


Weinand | Einführung in das Projektmanagement – Werkzeug für die Arbeit im Projekt und in diversen Teams

Das Seminar bietet eine Einführung in das Projektmanagement im erweiterten Sinne. Das heißt, neben einer Einführung in klassische Aspekte des Projektmanagements und den derzeitigen Diskurs um agiles Projektmanagement, wird das Projekt im Kontext seiner Konzeption, Planung und Umsetzung betrachtet: Teamarbeit und Kommunikation sind wichtige Einflussfaktoren für den Projekterfolg, die im Seminar ebenfalls behandelt werden. Neben theoretischen Einführungen bietet das Seminar ausreichend Raum, ausgewählte Methoden des Projektmanagements und der Arbeit in diversen Teams anzuwenden. Die Teilnehmenden sind eingeladen, Methoden an ihren eigenen Fällen anzuwenden. Die Anwendungen finden als Übungen in Kleingruppen statt.


 

5. Semester

Kresimon | Transnationale Perspektiven auf Integration und Inklusion

In der sozialen Arbeit spielen die Themen der Integration und Inklusion eine herausragende Rolle. In den verschiedenen Ländern Europas hat die jeweils spezifische kulturelle, soziale und politische Entwicklung der gesellschaftlichen und ökonomischen Kontexte zu unterschiedlichen Ansätzen und Strategien sozialer Arbeit und der Bekämpfung von sozialer Ungerechtigkeit und Ausgrenzung geführt.

In einer zunehmend interkulturellen Gesellschaft ist es ist für uns nicht nur wichtig sondern auch hilfreich und spannend, Modelle sozialer Arbeit kritisch vergleichen zu können und diese als bereichernd in unsere Kompetenzen und Handlungsansätze zu integrieren.

Insbesondere in den Bereichen der Inklusion von behinderten Kindern in das normale Schulsystem, wie auch der Inklusion von Menschen mit psychiatrischen Problemhintergründen, kann Italien auf eine rund 40 jahrelange Tradition zurückblicken, weit vor den Forderungen der UN Behindertenkonvention von 2006.

Diese Geschichte, wie auch die Methoden (z.B. Sozialraumorientierung, Inklusionsförderung in Schulen) und Instrumente (z. B. soziale Unternehmen – Kooperativen zur Arbeitsintegration) die dort entstanden sind, werden wir in dem Blockseminar näher betrachten und deren Bedeutung auch für die soziale Arbeit in Deutschland analysieren.


Mouratidis | Interkulturelle Kommunikation und Beratung im Praxisfeld der Sozialen Arbeit

Zunehmend erforderlich ist die Interkulturelle Kommunikation in der Sozialarbeit, in der schulischen sowie in der beruflichen Bildung. Das alltägliche Zusammentreffen von Deutschen und Zugewanderten ist längst Realität. Wir leben - insbesondere in den städtischen Ballungsräumen - in einer multikulturellen Gesell-schaft.

Die Studierenden sollen interkulturelle Kommunikation verstehen, entwickeln und in ihrer Arbeit anwenden. Durch die theoretische als auch praktische Auseinandersetzung sollen die Teilnehmer/innen unterstützt werden, in der Arbeit mit den Klient/innen einen vorurteilsfreien und offenen Umgang zu erreichen. Dazu wird eine Reihe von Übungen durchgeführt die in der interkulturellen Beratung Anwendung finden. Im ersten Drittel des Seminares erfolgt die Vermittlung von literaturgestützter Theorie (Vortrag durch Power Point, Gruppenarbeit, Verteilung von Handouts), im zweiten Drittel erfolgen die Übungen (Sensibilisierung für interkulturelle Aspekte, Meine Wurzeln, Stereotyp und Vorurteile, Kommunikation und Handeln im interkulturellen Kontext). Im letzten Drittel erfolgt eine Reflexion der gewonnen Erkenntnisse.


Neuber | Gender, Diversity und Intersektionalität in der Sozialen Arbeit

Auch wenn es in den letzten Jahrzehnten viele Veränderungen gegeben hat, ist Geschlecht nach wie vor eine der entscheidenden Ungleichheitskategorien. Es ist aber nicht die einzige.

Dieser Einwand wird in der Intersektionalitätsforschung berücksichtigt, indem die Kategorie Geschlecht in ihrer Verwobenheit mit Kategorien wie beispielsweise Klasse und Ethnizität, aber auch Alter, sexueller Orientierung oder Religion analysiert wird.

Gegenwärtig findet sich ein weiterer Ansatz und damit verknüpft eine Vielzahl von Konzepten in der sozialarbeiterischen Landschaft: Diversity. Es geht in den verschiedenen Debatten somit um Vielfalt und Ungleichheit. Vielfalt ist der Sozialen Arbeit immanent und die klassischen Aufgabenfelder der Sozialen Arbeit sind von unterschiedlichen Ungleichheitskategorien strukturiert. Diese Ungleichheitskategorien und die damit korrespondierenden Diskriminierungen formieren und begrenzen die Lebensgestaltungsmöglichkeiten der Adressatinnen und Adressaten Sozialer Arbeit und sie sind zentrale Analysekategorien sozialarbeiterischer Theorie und Praxis. Ziel des Seminars ist die theoretische Reflexion auf Geschlecht, Diversity und Intersektionalität in der Sozialen Arbeit und ihr Potenzial für eine reflexive Soziale Arbeit.


Scheuermann | Gender und Theater: Künstlerische Zugänge zu Geschlechterkonstruktionen

Sowohl im Theater als auch in der Genderforschung kommt dem Begriff der (Selbst-)Inszenierung eine zentrale Rolle zu.

Die Genderforschung bezeichnet die Performance von Männern und Frauen, die alltägliche habituelle Inszenierung auch als "Konstruktion von Gender". Sie widmet sich unter anderem der Erforschung der Auswirkungen dieser Konstruktionen.

Im Biografisch-Dokumentarischen Theater werden die eigene Biografie und die eigenen Interessen der Darstellenden zur Grundlage des Probenprozesses und der späteren Inszenierung. Die Teilnehmenden inszenieren ihre eigenen Geschichten und Meinungen (mit Licht, Ton, Bewegung, Sprache, einer Mischung aus Lügen und Wahrheiten usw.) für die Bühne und verschränken sie oft mit weiteren Texten zum Thema. Auf diese Weise wird die eigene Biografie in Bezug zu einem gesellschaftlich relevantem Thema gesetzt und die Frage gestellt: Welche Verbindungen zwischen mir (meiner Biografie, meiner Persönlichkeit) und dem Thema bestehen? Welches Interesse an dem Thema ergibt sich daraus?

Im Seminar werden einige Grundlagen der Biografisch-Dokumentarischen Theaterarbeit auf Diskurse der Genderforschung angewandt. Die Teilnehmenden entwickeln so eine persönliche Haltung, die sie mit künstlerischen Mitteln in Bezug zu wissenschaftlichen Diskursen setzen. Zudem entwickeln sie aus diesem Rechercheprozess eigene kleine Präsentationen in Kleingruppen, die am letzten Termin vor den anderen Teilnehmenden des Seminars aufgeführt werden. Diese Präsentation (und ggf. eine schriftliche Reflexion) gelten als Prüfungsleistung. Eine Anwesenheit bei allen Terminen ist dringend erforderlich, da die Inhalte aufeinander aufbauen.


Schüler | Integration Geflüchteter im ländlichen Raum

Die Frage nach der Integration von Geflüchteten im ländlichen Raum eröffnet eine Breite an Themenvielfalt für die Migrationsberatung. Integration, ländlicher Raum und die Besonderheiten des ländlichen Raums, Migrationspsychologie und Verständnis für die Bedeutung der Kultur sind Themen, die uns in dieser Lehrveranstaltung beschäftigen werden. Die Zuwanderung von Geflüchteten in ländlichen Gebieten stellen kleine Kommunen und soziale Beratungsstellen vor besondere Herausforderungen. Die Infrastruktur und die demographische Struktur von ländlichen Räumen sind gegenüber Ballungsräumen in einer besonderen Position und zeigen von Kommune zu Kommune individuelle Merkmale auf. Auf der Grundlage dieser Gegebenheit werden wir uns mit dem Thema der Integration auseinandersetzen. Diese Thematik wird uns an die grundsätzlichen Fragen der Migration heranführen. Wir werden uns mit Fragen der Migrationspsychologie beschäftigen. Die Arten von Einwanderungen und ihre Folgen auf die individuellen Kopping Mechanismen. Dabei werden uns Fragen nach Kultur beschäftigen. Wir werden einen Exkurs in die Kulturtheorien machen, um zu verstehen wie eng der Prozess der Migration mit dem Menschen als Kulturwesen verbunden ist. In der sozialen Arbeit und Migrationsberatung ist ein Verständnis für die Gebundenheit des Menschen an Kultur von wesentlicher Bedeutung.


Vorschau WS 2019/2020

5. Semester

Brenssell | Auswirkungen der Globalisierung auf die Soziale Arbeit

Noch vor kurzem wurde viel über drei transnationale Freihandelsabkommen diskutiert – CETA TTIP und TISA – die auch die Bedingungen Sozialer Arbeit nachhaltig beeinflussen würden.  Auch „Der Paritätische“ beteiligt sich an den Protesten und war auf der größten bundesweiten Demonstration gegen die geplanten Freihandelsabkommen 2015 präsent (http://www.der-paritaetische.de/schwerpunkte/ceta-ttip-tisa-co/faq-zu-ceta-ttip-jefta-co/). Freihandelsabkommen sind nur ein Beispiel für globale Formen von Macht, die die Bedingungen und Spielräume der Sozialen Arbeit mitbestimmen.  Im Seminar lernen Sie internationale Akteure und Institutionen wie IWF, Weltbank, transnationale Konzerne kennen und wir werfen einen Blick auf die großen aktuellen Krisen – Finanzkrise, ökologische Krise, Klimakrise, Ernährungskrise … - um ihre globalen Zusammenhänge zu verstehen. Was sind globale treibende Kräfte, Akteure und Konstellationen und wie gewinnen sie Einfluss auf die Soziale Arbeit? Anhand von Filmen und Texten gehen wir im Seminar folgenden Fragen nach:  welche lokalen sozialen Konsequenzen hat globale Politik? Welche Kritik wird formuliert, etwa vom Weltsozialforum oder von der globalisierungskritischen Bewegung? Welche Alternativen gibt es? Was wollen Bewegungen wie „Fridays for future“ „De-Growth“, „ Care-Revolution“, das „Weltsozialforum“ oder Nichtregierungsorganisationen wie „attac“ erreichen und wie deckt sich dies mit Zielen der Sozialen Arbeit? Das Seminar führt ein und greift aktuelle Themen auf.

Modul 15

Diverse Lehrende | Qualitätsentwicklung durch supervisionsorientierte Verfahren | 6. Semester

Supervisionsorientierte Verfahren dienen der Reflexion professionellen Handelns von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern. In der Lehrveranstaltung stehen Selbstwahrnehmung und Selbsterfahrung der Studierenden im Mittelpunkt, da persönliche Reflexionsfähigkeit in der Praxis für gute Soziale Arbeit unerlässlich ist. Die im Seminar besprochenen Themen werden entsprechend der supervisorischen Verschwiegenheitsverpflichtung vertraulich behandelt.

Neben grundlegenden Informationen erhalten Sie einen Einblick in die Arbeitsformen Supervision, Coaching und Kollegiale Beratung. Erwartet wird eine verbindliche aktive Mitarbeit. Die Inhalte der Lehrveranstaltung sind Bestandteil der Modulprüfung M 15.


Jahn | Berufsspez. Fallseminar D - Betriebssozialarbeit | 6. Semester

In der Arbeitswelt spielt die Betriebssozialarbeit eine wichtige Rolle bei der Erhaltung der physischen und psychischen Gesundheit der Beschäftigten.In dem Seminar werden der Nutzen der Betriebssozialarbeit, das abwechslungsreiche Aufgabengebiet für Sozialpädagogen / Sozialarbeiter und die vielfältigen Methoden- und Interventionsmöglichkeiten in und für Betriebe aufgezeigt.

Die unterschiedlichen Tätigkeitsbereiche in der Betriebssozialarbeit werden u.a. auch durch den Einbezug diverser Praxisvertreter (VW, SZST, KMU) zusätzlich zu den Themen Beratung, Coaching, Supervision vorgestellt. Ergänzend wird ein geschichtlicher Einblick geboten und die Messbarkeit der Wirkung von Betriebssozialarbeit hinterfragt. Aktuelle Themenbetrachtungen der Personalentwicklung, des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) sowie das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) runden das Seminarangebot ab.

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