Allgemeine Hinweise zur Durchführung von (Abschluss-)Arbeiten

Damit ich nicht allen immer dasselbe erzählen muss, sammele ich an dieser Stelle Dinge und Fragen, die immer mal wieder aufkommen.

Inhalt

Als wissenschaftliche Arbeit sollte eine Arbeit immer die folgenden drei wichtigen Punkte umfassen:

1. Related Work / Verwandte Arbeiten

Generell ist immer auch zu schauen: Was haben denn andere in der Richtung bereits gemacht. Wenn es nichts im Speziellen gibt, kann man den Fokus auch erweitern. Prinzipiell könnte man hier auch die Voraussetzungen bzw. Gegebenheiten mit unterbringen – also: was ist der Status quo vor Ihrer Arbeit. Das kann dann einigermaßen logisch in den nächsten Punkt übergehen, nämlich:

2. Eigene Implementierung

Hier geht es darum zu beschreiben, was Sie selber konzipieren, programmieren, implementieren, … also der eigentliche Kern Ihrer Arbeit. Idealerweise folgend / folgernd aus dem vorherigen Abschnitt: "Das gibt es noch nicht, und deshalb mache ich das jetzt in meiner Arbeit". Beschreiben Sie, was sie getan haben, wie sie es getan haben, und warum Sie die einzelnen Designentscheidungen getroffen haben.

3. Evaluation

In der Evaluation geht es darum herauszufinden: Wie gut funktioniert die eigene Implementierung? Und zwar quantitativ, also mit aufgenommenen Messwerten. Idealerweise vergleichend zum vorherigen Status quo. Man soll also zeigen: „Diese Arbeit hat die Welt besser gemacht, und zwar hier und dort um x Prozent“. Manchmal ist das nicht ohne weiteres möglich, da es (noch) nichts gibt, mit dem man sich vergleichen kann. Oft ergeben sich die relevanten Metriken zur Evaluation auch erst während der Durchführung. Man sollte sich nur rechtzeitig darüber auch Gedanken machen.

Die drei Punkte lassen sich sicher nicht auf jede Arbeit zu 100% anwenden - aber sie sollen eine grobe Richtschnur geben. Die drei Punkte lassen sich auch nicht unbedingt auf einzelne Kapitel der Ausarbeitung "matchen". Manchmal kann es sinnvoll sein, mehrere Teilaspekte der Implementierung in mehreren Kapiteln zu beschreiben; manchmal ist es sinnvoll, Teilschritte direkt zu evaluieren.

Aufbau / Kapitel

Der Aufbau und die Anzahl der Kapitel ergibt sich aus der Art der Arbeit, der Aufgabenstellung und Ihren eigenen Vorlieben. Manchmal verschieben sich Kapitel im Laufe der Arbeit - das ist völlig normal. Ein hoch auf die elektronische Datenverarbeitung! :-)

Am Anfang (nach dem Inhaltsverzeichnis) stehen in der Regel  Einleitung und Motivation. Davor steht eine Kurzfassung (Abstract) der gesamten Arbeit (0,25 bis 1 Seite)

Am Ende einer jeden Arbeit steht ein  Fazit. Eventuell gefolgt von einem  Ausblick (Future Work), in dem dann steht, wie es weitergehen kann, bzw. was noch offene Punkte sind.

Das Literaturverzeichnis kommt nach hinten. Abbilungs- und Tabellenverzeichnis sind in der Regel nicht nötig.

Tipp: Schreiben Sie die Einleitung als letztes! Also nach der Kurzfassung - dann wissen Sie nämlich genau, was Sie gemacht haben (und warum) und wie "die Geschichte beginnt". Andernfalls müssten Sie bei jeder (Um-)Entscheidung im Laufe der Arbeit (oft klappen die Dinge nämlich doch nicht so, wie man sie sich vorgenommen hat), die Einleitung wieder anpassen.

Generelle Gliederung

Die Ausarbeitung gliedert sich in folgende Teile:

  1. Titelblatt
  2. Erklärung über die selbstständige Anfertigung
  3. Kurzfassung
  4. Inhaltsverzeichnis
  5. Textkapitel der Arbeit
  6. Literaturverzeichnis
  7. Anhänge

Umfang

Der Umfang der Arbeit ergibt sich aus der Art der Arbeit (Studienarbeit < Bachelorarbeit < Masterarbeit), dabei sollte der Umfang der Ausarbeitung dem Inhalt angemessen sein. Blähen Sie Ihre Ausarbeitung nicht unnötig auf - ich muss das ja alles lesen. Eine feste Seitenzahl kann und will ich nicht vorgeben: Generell bewerte ich den Inhalt und nicht die Anzahl der Worte, die jemand braucht, den Inhalt zu beschreiben. Ich habe schon sehr gute Masterarbeiten mit 35 Seiten gelesen und ziemlich schlechte Studienarbeiten mit mehr als 100 Seiten.

Form

Eine Ausarbeitung kann ein guter Grund sein, sich mit Latex und Bibtex bzw. Biblatex auseinanderzusetzen! Word (o.ä.) geht zu Not sicher auch. 

Generelles Format

  • DIN A4 Papierformat
  • Ränder nicht unter 2 cm
  • Text im Blocksatz gesetzt
  • Kapitel nummeriert
  • Seitenzahlen auf jeder Seite
  • doppelseitiger Druck

Literaturangaben

Bitte benutzen Sie für Referenzen und Zitate das IEEE-Format (Nummerierte Referenzen, sortiert nach Auftreten im Text). Idealerweise verwenden Sie BibTeX oder BibLaTex zur Quellenverwaltung. Wenn möglich sollten Ihre Quellen einen Digital Objekt Identifier (DOI) aufweisen. Bemühen Sie sich, wissenschaftliche Primärquellen zu finden und zu verwenden; diese finden Sie bspw. in Google Scholar, IEEE Xplore oder in der ACM Digital Libary.

Wikipedia kann bei vielen Dingen einen guten Einstieg ins Thema bieten, für weitergehende Informationen und zitierbare Quellen schauen Sie bitte besonders bei den dort angegebenen Literaturangaben.

Kommunikation und Absprachen

Der Umfang der Arbeit und die genaue Aufgabenstellung muss vor Beginn der Arbeit geklärt sein. Der erste Schritt ist immer die Kommunikation mit dem Betreuer der Arbeit. Im Laufe der Vorbereitung fertigt der/die Studierende ein kurzes Exposé an, in dem die Aufgaben und Ziele der Arbeit vorgestellt werden. Es ist empfehlenswert, sich schon im Exposé mit den oben erwähnten inhaltlichen Punkten (Related Work, Implementierung und Evaluation) auseinanderzusetzen. 

Für die Mail-Kommunikation ist das E-Mail-Konto der Ostfalia zu verwenden.

Exposé

Vor Anmeldung der Arbeit sollte von Ihnen ein Exposé angefertigt werden. Ziel des Exposés ist es, dass alle Beteiligten wissen, was Sie in Ihrer Arbeit bearbeiten werden - und wie. Dazu sollten im Exposé bereits alle Punkte, die oben unter Inhalt stehen angerissen werden. Das heißt, Ihr Exposé sollte folgenden Fragen beantworten:

  • Problemstellung / Fragestellung: Was ist das Problem, welches Sie in Ihrer Arbeit behandeln werden? 
  • Einordnung / Kontext: In welchem Kontext findet Ihre Arbeit statt? Was haben andere andere dazu bereits beigetragen (sie auch:  Related Work)? Worauf bauen Sie ggf. auf?
  • Vorgehensweise / Methoden: Wie planen Sie, Ihre Lösung umzusetzen? Welche Hilfsmittel und Werkzeuge nutzen Sie dazu? (siehe auch: Implementierung)
  • Evaluation: Wie planen Sie, Ihre Umsetzung zu evaluieren? Was sind sinvolle Messgrößen bzw. wie planen Sie die Qualität Ihrer Umsetetzung zu bewerten? (siehe auch: Evaluation)
  • Zeitplanung: Wie planen Sie den groben Ablauf Ihrer Arbeit? Was sind ggf. "kritische Pfade", welche Dinge sind voneinander Abhängig?

Ein häufig praktiziertes Vorgehen ist, dass das Exposé bereits die Struktur der späteren Ausarbeitung aufweist (inkl. Litereaturverzeichnis) und dann im Laufe der Bearbeitung von Ihnen zu einer "fertigen Arbeit" ausgebaut wird.

Das Exposé entsteht i.d.R. im Dialog und in mehreren Iterationen: Sie schreiben einen ersten Entwurf, wir sprechen darüber, Sie überarbeiten den Entwurf so lange, bis alle damit einverstanden sind.. :-)

 

DOs und DONT's

Keine Überschriften ohne Text

Besonders neue Kapitel sollten kurz eingeleitet werden, sei es nur durch wenige Sätze.

Bilder- und Tabellenbeschriftung

Bilder haben Unterschriften, Tabellen haben Überschriften - beides ist nummeriert.

Keine unreferenzierten Abbildungen

Weder Tabellen noch Grafiken sollten unreferenziert sein. Es sollte mindestens eine Referenz und eine Beschreibung der Inhalte vorhanden sein.

Diese Liste wird (hoffentlich) ständig erweitert.