Open Access

Was ist Open Access?

Unter Open Access (OA) wird der kostenfreie und öffentliche Zugang zu wissenschaftlichen Ergebnissen über das Internet verstanden. Die Nutzer*innen sollen die Volltexte uneingeschränkt lesen, kopieren, verteilen, drucken, in ihnen suchen, auf sie verweisen und sie auch sonst auf jede denkbare legale Weise nutzen können, ohne dabei an finanzielle, gesetzliche oder technische Barrieren zu stoßen. Die Urheberrechte der Autorinnen und Autoren werden dabei nicht berührt, denn für die Nutzenden ist das Zitieren der Autoren eine selbstverständliche Pflicht.

Vorteile einer Open Access-Veröffentlichung

  • bessere Sichtbarkeit und höhere Zitierhäufigkeit
  • die Ergebnisse der immer bedeutender werdenden internationalen und interdisziplinären Zusammenarbeit können problemlos und weltweit zugänglich publiziert werden
  • gute und schnelle Auffindbarkeit über wissenschaftliche Suchmaschinen (Google Scholar wertet gezielt Repositiorien aus) - neu eingestellte Publikationen sind daher rasch auffindbar
  • alle Dokumente sind in lokalen, regionalen und überregionalen Bibliothekskatalogen und Nachweisdiensten wie Google Scholar, BASE oder der  Deutschen Nationalbibliothek recherchierbar
  • Die Autorinnen und Autoren behalten ihre Rechte. Anders als bei traditionellen Verlagsveröffentlichungen werden nicht alle Rechte exklusiv an einen Verlag abgegeben. Einer zusätzlichen Veröffentlichung in Zeitschriften oder Monografien steht nichts entgegen, sofern diese ihrerseits einverstanden mit der schon existierenden OA-Veröffentlichung und der vergebenen Lizenz sind.
  • Auch eine Zweitveröffentlichung nach Ablauf einer Embargo-Frist (6 Monate oder 12 Monate) ist möglich – Green Open Access

Open Access wird immer wichtiger

Wer Drittmittel von der EU, DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft) oder dem BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) erhält, muss, wenn er die Ergebnisse publiziert, dies Open Access tun. Die (möglicherweise) entstehenden Publikationsgebühren werden von den Geldgebern übernommen, oft auch nachträglich.

Die Leitlinien zur Hochschulentwicklung des Landes Niedersachsen wie auch der niedersächsische Hochschulentwicklungsvertrag benennen ausdrücklich die Unterstützung von Open Access. Darüber hinaus gibt es die Digitalisierungsoffensive des Landes Niedersachsen, die auch die Einrichtung eines niedersächsischen Publikationsfonds zur finanziellen Unterstützung von reinen OA-Veröffentlichungen mit Publikationsgebühren vorsieht.

Immer mehr Hochschulen und Forschungsinstitute haben OA-Strategien, auch niedersächsische Fachhochschulen. Aber auch die traditionellen Verlage sehen die Vorteile und bieten zunehmend Möglichkeiten, OA zu veröffentlichen.

Warum wollen die Drittmittelgeber Open Access?

Es gibt im Moment eine Dreifachfinanzierung von Forschung mit öffentlichen Geldern:

  • Die Forschung selbst wird öffentlich finanziert.
  • Der Peer-Review-Prozess wird öffentlich finanziert (mit öffentlichen Geldern bezahlte Professor*innen begutachten in ihrer Arbeitszeit Veröffentlichungen).
  • Der Zugang zu dieser öffentlich finanzierten Forschung wird wiederum mit öffentlichen Geldern über die Bibliotheken finanziert.

Gerade die Finanzierung des Zugangs zu den Ergebnissen öffentlich bezahlter Forschung verschlingt viel Geld und belastet die Bibliotheksbudgets.

Goldener Weg: Publizieren über Open-Access-Verlage

  • Erstveröffentlichung eines Artikels bei einem Open-Access-Verlag, beispielsweise BioMed Central oder Public Library of Science (PLoS)
  • Die Finanzierung dieser Open-Access-Veröffentlichungen erfolgt über Publikationsgebühren, die von den Autoren oder durch deren Institutionen bezahlt werden.
  • Erstveröffentlichung auch auf einem Repositorium wie OPUS möglich. Diese ist kostenfrei.

Grüner  Weg: eine zweite Veröffentlichung auf einem Repositorium (zusätzlich zu einer früheren Veröffentlichung in einem traditionellen Verlag)

  • (Zweit-)Veröffentlichung von wissenschaftlichen Publikationen auf einem institutionellen oder fachspezifischen Dokumentenserver.
  • Erfüllt die OA-Anforderungen der Drittmittelgeber
  • Immer mehr Hochschulen und andere Forschungseinrichtungen verfassen Empfehlungen oder verpflichtende Erklärungen zur OA-Veröffentlichung

Rechtliche Unterschiede

Traditionelle Verlage fordern in der Regel ausschließliche Nutzungsrechte. Der Verlag besitzt damit das alleinige Recht, den Beitrag auf die ihm erlaubte Weise zu nutzen (in der Regel für immer und für alle bekannten und noch nicht bekannten Nutzungsarten). Open-Access-Verlage verlangen nur ein einfaches Nutzungsrecht. AutorInnen können die Verwertungsrechte weiter selbst ausüben und dürfen beliebig vielen Dritten Nutzungsrechte an einem Artikel einräumen. Bei einer Erstveröffentlichung wird der Beitrag unter einer CC-Lizenz publiziert.

Finanzierung

Die Finanzierung von Open-Access-Veröffentlichungen erfolgt in der Regel über Publikationsgebühren (Article Processing Charges). Diese übernehmen entweder die AutorInnen oder ihre Institution.

  • Drittmittelgeber wie DFG etc. inkludieren die Publikationsgebühren.
  • Viele Hochschulen oder Bundesländer richten Publikationsfonds ein. In Niedersachsen wird gerade darüber verhandelt. Dann können auch Lehrende der Ostfalia einen Anspruch haben.

Es gibt aber auch OA-Verlage, die von Fachgesellschaften finanziert werden und häufig keine oder nur geringe Publikationsgebühren verlangen.