Ostfalia-Forschungsprojekt zeigt: Radio-Apps schöpfen die Möglichkeiten standortbezogener Informationen noch nicht aus

  • 09.02.18 11:00

Ostfalia-Forschungsprojekt zeigt: Radio-Apps schöpfen die Möglichkeiten standortbezogener Informationen noch nicht aus

Unterwegs den Lieblingsradiosender hören oder auf dem Weg nachschauen, was abends im nächsten Kino läuft: Smartphones und Apps machen es möglich. Ob und wie Apps dabei den Standort einsetzen, um Angebote möglichst genau auf den jeweiligen Nutzungsort zuzuschneiden, untersucht ein Forschungsteam der Ostfalia Hochschule. Im Projekt "Location Based Services in der regionalen Medienkommunikation" betrachten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Campus Salzgitter Smartphone-Anwendungen von Medienunternehmen. Hier steht nicht nur das Radio im Fokus, sondern auch andere regionale Medienproduzenten sowie Handel, Gewerbe, Kultur oder Tourismus.

Dr. Harald Rau, Professor für Kommunikationsmanagement an der Fakultät Verkehr-Sport-Tourismus-Medien in Salzgitter, leitet das Projekt. "Wir forschen konkret an der Zukunft von Medienangeboten. Hier insbesondere, wie Informationen abhängig vom (Nutzungs-)Kontext am besten aufbereitet und angeboten werden. Nach dem Motto: Was will der Anwender, was ist zu viel, was gerade richtig?", fasst Rau zusammen. "Die Forschungen sollen insbesondere dazu dienen, bereits erfolgreiche Ansätze herauszuarbeiten und Anregungen oder sogar Handlungsempfehlungen für eine digitale Neugestaltung der regionalen Medienkommunikation zu geben."

Seit Projektbeginn 2017 analysierten die Forscherinnen und Forscher im Bereich Hörfunk 127 Radio-Apps. Die Zwischenergebnisse zeigen, dass nur 25 Apps Informationen zum Standort der Nutzerinnen und Nutzer abfragen. Nur sieben davon setzen die Daten ein, um zum Beispiel Wetter- und Verkehrsnachrichten oder Werbung auf den Standort abzustimmen.

Annika Ehlers, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projektteam, erläutert: "Radio- und Streamingdienste werden immer mehr auch unterwegs genutzt. Die Radioanbieter könnten Ihr Angebot durch Lokalisierung aufwerten. Da ist noch viel Luft nach oben.“ Ehlers erklärt weiter: „Die Apps können auf Fragen eingehen, wie ‚Was passiert gerade in meiner Umgebung? Was ist in meiner Stadt oder in meinem Stadtteil los? Wie ist die Verkehrslage rund um meinen aktuellen Standort?"

Das Projekt wird vom Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert und läuft bis 2020.

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