Beitrag über das Entrepreneurship-Center zum Thema autonomes Fahren in der Wolfenbütteler Zeitung erschienen

  • 16.09.19 08:22
  • Lisa Naumann

Wolfenbütteler Studenten erforschen autonomes Fahren

Wolfenbütteler Studenten erforschen, wie Autos von ganz allein fahren können. Sie gründen Unternehmen.

Fahrzeuge bewegen sich fort, ohne dass ein Mensch am Lenkrad sitzt, Gaspedal und Bremse bedient. Autonomes Fahren: In San Francisco (USA) ist das Alltag, in Deutschland fast noch Zukunftsmusik. Im Entrepreneurship-Center unter dem Dach von Ostfalia Hochschule und Technischer Universität (TU) Braunschweig aber ist es Thema.

Professor Reza Asghari ist mit seinen Studenten am Ball: „ Innovation Management“ lautet der Titel seiner Vorlesung, die den Aspekt des „autonomen Fahrens“ als Herausforderung für die Automobilindustrie unter die Lupe nimmt. Alle Teilnehmer der Vorlesung sind berufstätig. Einige von ihnen arbeiten bei VW. Auch dort wird an intelligenten Fahrerassistenzsystemen gearbeitet.

„Autonomes Fahren“ sei der Zukunftsmarkt, sagt Jonas Helbig, der zu den Studenten um Asghari gehört. Er zeigt eine Grafik, die die zurückgelegte Distanz und den Moment zeigt, in dem das System des „automomen Fahrens“ abschaltet, weil ein Mensch eingreifen muss.

 

An erster Stelle steht die Firma „Waymo“, ein Unternehmen von „ Google“. Mehr als zwei Millionen Kilometer haben diese Fahrzeuge zurückgelegt, ohne dass ein Mensch sich in die Bedienung der Fahrzeuge eingeschaltet hat. An zweiter Stelle steht General Motors mit mehr als 700.000 Kilometern. Deutsche Autos kommen in der Tabelle gar nicht vor.

Das sollte sich natürlich ändern, finden Asghari und seine Studenten. Es sei zwar begrüßenswert, wenn ein Autobauer den CO2-Ausstoß seiner Fahrzeuge reduziere, aber eine viel radikalere Innovation wäre, wenn die Antriebssysteme verändert würden. Stichwörter: Elektro-Fahrzeuge oder selbstfahrende Autos.

Jonas Helbig sagt daher: „Es wird also in Zukunft vielleicht gar nicht mehr um die Automarke gehen, sondern um die Technik, die in den Autos steckt.“ „Fahrzeuge werden zu riesigen Computern. Werkzeuge werden selbstlernende Maschinen“, ergänzt Asghari.

Was Unternehmen, die Belegschaft und der Staat alles tun könnten, um solche Visionen wahr werden zu lassen, schildert die Studentin Vanessa Walther. Es bedürfe Innovation und vor allem Aufgeschlossenheit gegenüber der neuen Technik auf allen Ebenen.

Wer Asgharis Vorlesung belegt, befähigt sich, später als „ Entrepreneur“ oder als „Intrapreneur“ zu arbeiten. Entrepreneure gründen selbst Unternehmen, Intrapreneure sind innovativ tätige Mitarbeiter innerhalb eines Unternehmens. Generell geht es in der Vorlesung um die Frage, wie Digitalisierung den Innovationsdruck erhöht. Denn: Die Digitalisierung bewirkt, dass die Lebenszyklen von Produkten kürzer werden. Daher müssen die Produkte schneller modifiziert oder sogar neu erfunden werden.

Unterdessen arbeitet Asghari an einem internationalen Start-up-Camp, das in Wolfenbüttel stattfinden könnte. „Wenn es klappt, werden wir Doktoranden aus mehreren Ländern für vier Wochen in dieses Camp einladen können. Unser Ziel ist dann die Gründung von internationalen Start-ups“, berichtet Asghari, der sich in einem bundesweiten Wettbewerb um die Fördermittel in Höhe von zwei Millionen Euro beworben hat.

Infos: www.entrepreneurship-innovation.de; der Studiengang (vier Semester, berufsbegleitend) ist einzigartig in Niedersachsen. Er enthält eine Exkursion nach Silicon Valley in den Vereinigten Staaten.

Quelle: https://www.wolfenbuetteler-zeitung.de/wolfenbuettel/article226893755/Wolfenbuetteler-Studenten-erforschen-autonomes-Fahren.html

nach oben
Drucken