Die Zukunft des Waldes – Forum Nachhaltigkeit vom 06.03.204

  • 08.03.24 10:53
  • Sebastian Barnstorf

Die zweite Ausgabe des Forums Nachhaltigkeit in diesem Jahr nahm sich unserer grünen Lunge an. Am 6. März 2024 um 18 Uhr trafen sich Waldbesitzer, Fachleute und engagierte Studierende an der Fakultät Recht, um über Möglichkeiten zu sprechen, wie in Zukunft der Wald fit für den Klimawandel gemacht werden kann. Wie sieht die „Zukunft des Waldes“ aus?  

Überschwemmungen, Stürme, Dürre – die zunehmenden Extremwetterlagen setzen dem Wald zu. Der Klimawandel zeigt seine Auswirkungen nicht nur im Harz, sondern auch in den Forsten und Wäldern in unserer Region.

Prof. Dr. iur. Kai Litschen (Dekan der Fakultät Recht) bedankte sich in seiner Begrüßung dafür, dass sich „versierte Praktiker“ bereit erklärt haben, beim Forum Nachhaltigkeit praktische Einblicke in ihre Arbeit mit und in den Wäldern zu geben.

Karl-Friedrich Wolff von der Sahl Der neue Vorsitzende des niedersächsischen Landvolks, Braunschweiger Land e.V., Karl-Friedrich Wolff von der Sahl (zugleich selbst Forstwirt und Waldbesitzer), mahnte in seiner Rede „Mehrdimensionalität“ an. Es sei eben heute nicht alles so einfach und eindimensional, gab er zu bedenken. „Wir verbieten Glyphosat und dann lösen wir das Thema ‚Artenschutz‘. Nein, so einfach ist es eben nicht“, so der Landvolkvorsitzende. Nichts sei so komplex wie Forst, Boden und Acker. Land- und Forstwirte müssten die Herausforderungen des Klimawandels weitestgehend schultern, sie seien damit nicht Teils des Problems, sondern Teil der Lösung, zeigte er sich überzeugt.   

Wie der deutsche Wald noch zu retten sein kann, zeigte Mathias Mathias AßmannAßmann von den Niedersächsischen Landesforsten an Hand des „LÖWE-Programms (Langfristige ökologische Waldentwicklung)“. Der Wald sei eben nicht nur Opfer des Klimawandels, sondern selbst Klimaschützer. Zwar sei das oft bemühte Bild der grünen „Lunge der Erde“ „relativ schief“, dennoch mache diese Funktion den Walderhalt umso wichtiger. So findet im „LÖWE-Programm“ die Wiederbewaldung statt mit dem Ziel, die nachhaltige Leistungsfähigkeit der Wälder zu erhalten bzw. zu entwickeln. Dies sei durch Baumartenvielfalt zu erreichen, und so werde z.B. im Harz der Mischwald gefördert.

Helmut Gockel„Die Fichte verlässt uns großflächig“, zeichnete Helmut Gockel, Geschäftsführer der Güterverwaltung Reinau (Rittergut Lucklum), ein klares Bild der Auswirkungen des Klimawandels auf seine Wälder. Ziel in den Wäldern sei – wie bei den Landesforsten auch – den Anteil der klimastabilen und –flexiblen Baumarten zu erhöhen. Hier setze man vermehrt auf Roteiche, Esskastanie, Douglasie, Lerche, aber auch Schwarznuss (sogar einen Tulpenbaum habe man probiert). Abschließend bedankte sich Gockel für die Ostfalia-Baumpflanzaktion durch engagierte Studierende, die kurz zuvor in einem Teil seiner Wälder Bäume gepflanzt hatten.

Die Ostfalia-Baumpflanzaktion vom 2.3. stellten Peter Paas (Wissens- Peter Paas (links), Thomas Nassund Technologietransfer der Ostfalia) und Thomas Nass (Student Recht, Finanzen und Steuern RFS) vor: Die Idee des Projekts war durch die Teilnahme der BELS-Studierenden am Wahlpflichtfach „Sustainable Finance – EU Green Deal“ entstanden. Bereits im letzten Jahr hatten daraufhin 70 Studierende weit über 3000 Bäume in Heiningen (LK Wolfenbüttel) gepflanzt. In Kooperation mit dem Rittergut Lucklum wurde nun die Baumpflanzaktion in Erkerode (Elm) wiederholt. Thomas Nass (BELS) zeigte sich am Ende hoffnungsvoll, dass sich das Projekt mit vielen weiteren engagierten Studierenden verstetigt.   

Das nächste Forum Nachhaltigkeit findet am Mittwoch, den 17.04.2024 um 18 Uhr in Raum RO01 der BELS statt. Das Thema: „Verkehrswende in der Region – aber wie?“. Anmeldungen sind hier möglich.

 

v.l.n.r.: Thomas Nass, Peter Paas, Karl-Friedrich Wolff von der Sahl, Helmut Gockel, Mathias Aßmann, Prof. Dr. iur. Kai Litschen

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