Die Bewerbung – Einstieg in die Arbeitswelt

Trotz vieler Hilfen im Internet, als auch in Büchern schießen sich Bewerber aufgrund ihrer Bewerbungsmappe bzw. dem Anschreiben immer noch unabsichtlich aus dem Rennen. Eine perfekte Bewerbungsmappe, wie in vielen Büchern versprochen wird, gibt es nicht, da zwischen der Bewerbung und der Stelle immer noch ein/e Personalverantwortliche/r steht, die/der individuelle Wünsche hat. Im Folgenden möchten wir auf den grundlegenden Aufbau einer Bewerbungsmappe eingehen und Fehler aufzeigen, die vermieden werden können.

Wie gehe ich an eine Bewerbung heran?

Sammeln Sie im Vorfeld persönliche Daten:

  • Wo möchte ich arbeiten? (Region, Unternehmen, Abteilung)
  • Warum möchte ich dort arbeiten?
  • Selbsteinschätzung der eigenen Fähigkeiten, Stärken und Schwächen
  • Fremdeinschätzung der eigenen Fähigkeiten, Stärken und Schwächen

Lesen Sie die Stellenanzeige genau nach folgenden Punkten durch:

  • Unternehmensinformationen
  • Stellenbezeichnung mit Aufgabenspektrum
  • Fachliche und überfachliche Anforderungen
  • Bewerbungsverfahren
  • Einstellungsdatum
  • Kontaktinformationen

Tipps:

  • Anruf vorab
  • Fragen vorher aufschreiben (Nur eine gute Vorbereitung hinterlässt einen guten Eindruck.)
  • Protokoll über Bewerbungen führen (Wann haben Sie welcher Firma eine Bewerbung geschickt. Abhaken bei Rückmeldungen oder Absagen…)

Das Anschreiben

Neben Ihren Qualifikationen sollte Ihre Bewerbung auch formal überzeugen. Lesen Sie Ihre Bewerbung immer noch einmal Korrektur oder lassen Sie sie Korrektur lesen.

Kontrollieren Sie:

  • Stimmt Ihre Adresse?
  • Stimmt der Adressat? (Ist der Name der Ansprechpartner richtig geschrieben?)
  • Ist die Frankierung korrekt?
  • Ist Ihre Email-Adresse seriös? (Bitte nicht z.B. susie_mausie_85@mail.de)
  • Sind Schreibfehler im Anschreiben oder im Lebenslauf?

Formulierungen

In der Betreffzeile kann z.B. stehen: Bewerbung um eine Praktikumsstelle im Bereich … .

In der Bezugszeile geben Sie an, wo Sie das Stellenangebot gefunden haben: Ihr Stellenangebot vom xx.xx.xxx in … . Der Einleitungssatz: "hiermit bewerbe ich mich..." ist veraltet. Wählen Sie ansprechendere Formulierungen, aber bleiben Sie sachlich. Besser „Sie suchen in Ihrer Anzeige…“ oder „Auf Ihren Internetseiten…“. Häufungen von „Ichs“ sind im Anschreiben zu vermeiden, sie signalisieren einen mangelnden Bezug zum Empfänger. Auf eine Ausgewogenheit zwischen Ansprache und eigener Darstellung ist zu achten. Oft lässt sich aus dem Anschreiben kein Profil des Bewerbers erkennen, da die Formulierungen zu oberflächlich gehalten sind. Auch ist kein Bezug zur Stelle zu erkennen. Sie wollen die Stelle, dann sollten Sie dem Unternehmen aufzeigen warum Sie dafür geeignet sind und warum Sie ein Gewinn für die Firma sind. Im Fachlichen sowie im Überfachlichen.

Zuviel ist zuviel

Sich selbst in ein positives Licht rücken ist wichtig. Sie wollen sich „verkaufen“ und von der besten Seite zeigen. Anbiedern ist übertrieben. Worte wie einmalig, klasse, super, toll sind zu vermeiden. Wer eine Aussage gleich wieder abschwächt wirkt nicht überzeugend. (eigentlich, jedoch, möglichst, ziemlich)

Zum Abschluss

„Ich freue mich auf eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch.“ oder „Gerne stehen ich Ihnen in einem persönlichen Gespräch Rede und Antwort.“. Diese Sätze zeigen eine positive Einstellung. Benutzen Sie nicht die Wörter wie z.B. würde, könnte….

Die richtige Grußformel am Ende ist: "Mit freundlichen Grüßen". "Herzliche Grüße" versendet nur, wer persönlich bekannt ist, auch "Liebe Grüße" sollten Sie vermeiden.

Die Bewerbungsmappe

Die Bewerbungsmappe besteht aus Lebenslauf und Zeugnissen. Aus kosmetischer Sicht wird gerne ein Deckblatt benutzt. Die Bewerbungsmappe sollte „aus einem Guss“ sein. Achten Sie auf die gleiche Schriftart im Anschreiben sowie im Lebenslauf. Nehmen Sie gleiches Papier. Bevorzugt wird eine Mappe mit Klemmbügel. Klarsichthüllen sind bei Personalern nicht gerne gesehen. Bedenken Sie bitte: Bevor Ihre Bewerbung an die entscheidende Stelle kommt, wird sie kurz z.B. vom Sekretariat durchgesehen. Die Kriterien sind vor allem ansprechendes Aussehen und formale Korrektheit.

Foto

Verwenden Sie ein hochwertiges Foto als Abzug in Papierbewerbungen und keine mit dem Handy geknipsten Urlaubsbilder oder Freizeitfotos. Fotografen bieten Fotos ausgedruckt und auf CD an, für Papier- und Online-Bewerbungen. Achten Sie beim Foto auf angemessene Kleidung. Jede Branche hat ihren eigenen Dresscode. Bei Online-Bewerbungen fügen Sie das Foto nicht als jpg. in der Anlage. Es ist „erschreckend“, wenn plötzlich Ihr Bild auf dem gesamten Bildschirm erscheint. Binden Sie das Bild in den Lebenslauf ein oder auf das Deckblatt.

Lebenslauf

Ein aussagekräftiger Lebenslauf sollte 2 Seiten nicht überschreiten. Der gegenchronologische Aufbau setzt sich immer mehr durch. Beginnen Sie mit dem, was Sie als letztes gemacht haben. Z.B. Studium, eventuell Berufserfahrungen oder Ausbildung. Bei kinderbedingten Auszeiten reicht ein entsprechender Hinweis. Erklären Sie Lücken im Lebenslauf, wobei kürzere Zeiträume (ca. 3 Monate, z.B. zwischen Abitur und Studienbeginn) nicht so wichtig sind.

Mit welchen Qualifikationen zum Job

Es kommt nicht darauf an, möglichst viele Bewerbungen abzuschicken. Wichtiger ist es die passende Bewerbung abzuschicken. Bevor Sie auch nur ein Wort schreiben, überlegen Sie sich, ob Ihr Können zu dem passt, was in der Stellenanzeige gesucht wird. Neben den üblichen Qualifikationen (Fremdsprachen, Softwarekenntnisse) spielen auch Softskills eine wichtige Rolle. Sind Sie teamfähig? Können Sie gut organisieren? Fragen Sie im Freundes- und Verwandtenkreis, welche Qualifikationen an Ihnen geschätzt werden. Schreiben Sie die Qualifikationen in Ihre Bewerbung hinein, die auf die Stelle passen. Geben Sie nichts an, was Sie nicht belegen können.

Absolute No Go´s bei der Bewerbung

Hier noch eine Auflistung immer wieder auftretender Fehler, die einen negativen Eindruck hinterlassen:

  • Unsauberkeit
  • Umfang, Länge zu groß
  • Unterschrift fehlt
  • Unvollständigkeit
  • Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehler
  • Datum fehlt
  • Anschrift falsch geschrieben
  • Ansprechpartner Name falsch
  • Formfehler
  • Geruch (Rauch, Parfum, Tier)

Zum Schluss

Versenden Sie nicht die gleiche Bewerbung an alle möglichen Empfänger. Stimmen Sie jedes Anschreiben individuell auf Ihren potenziellen Arbeitgeber ab. Zeigen Sie dem Ansprechpartner, dass Sie sich mit dem Unternehmen beschäftigt haben.

Tipp: Mittlerweile hat jede größere Firma eine Unternehmensphilosophie. Überlegen Sie vorab in wieweit Sie sich damit identifizieren können. Oft gehen in Firmen Anschreiben ein, die aufzeigen wie toll und qualifiziert die/der Bewerber/in ist. Leider wird mit keiner Zeile erwähnt, warum gerade sie/er für diese Stelle geeignet ist und warum gerade dieses Unternehmen für sie/ihn interessant ist.

Gehen Sie Ihr persönliches Bewerbungsverfahren strategisch an und überzeugen Sie mit Ihrer individuellen Bewerbungsmappe als Visitenkarte.

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