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Klimaforum 2026: Eckart von Hirschhausen begeistert an der Ostfalia

Aktuelles , , Von: Britta Radkowsky

Zwischen Klartext und Humor: Eckart von Hirschhausen spricht beim Wolfenbütteler Klimaforum über Klimaschutz und übergibt den Wolfenbütteler Zukunftspreis.

Eckart von Hirschhausen macht ein Selfie mit den Preisträgern des Wolfenbütteler Zukunftspreises
Nach seinem gelungenen Vortrag macht Eckart von Hirschhausen ein Selfie mit den Preisträger*innen des Wolfenbütteler Zukunftspreises. Foto: David Mache/Ostfalia

Rappelvolles Haus, gespannte Aufmerksamkeit und immer wieder Applaus: Der Abendvortrag von Eckart von Hirschhausen ist der Höhepunkt des Wolfenbütteler Klimaforums, das 2026 auf dem Campus der Ostfalia in der Salzdahlumer Straße stattfindet. In der Aula spricht der Mediziner, Wissenschaftskommunikator und TV-Moderator vor Hunderten Gästen über die Zusammenhänge von Klimakrise und Gesundheit. 

Humor, Haltung und klare Botschaften

Um aufzuzeigen, dass Klimathemen jeden angehen, bestimmt von Hirschhausen zu Beginn seines Vortrags das Altersspektrum des Publikums. Er macht mit Linus, 12, den jüngsten Besucher und mit Dr. Ursula Schmidt, 101, die älteste Besucherin im Saal aus. Als er die Landwirtin und Agraringenieurin nach dem Geheimnis ihres hohen Alters fragt, und diese erklärt: “Ich habe viel gearbeitet”, kommentiert von Hirschhausen: “Ja, Linus, merk dir das, nicht nur Work-Life-Balance! Hier wird auch gearbeitet" – und hat die Lacher auf seiner Seite.

Mit einer Mischung aus wissenschaftlichen Fakten, persönlichen Erfahrungen und humorvollen Pointen gelingt es Hirschhausen dann mühelos, das an sich ernste Thema des Abends verständlich und nahbar zu vermitteln. Er macht deutlich, dass die Folgen des Klimawandels längst spürbar seien, z. B. durch die Zunahme extremer Wetterereignisse, Luftverschmutzung oder Hitzebelastung.

Von Hirschhausen stellt fest: “Hitze ist ein stiller Killer" und legt schlüssig dar, dass Klimaschutz vor allem Menschenschutz bedeutet. “Die Artemis ist gerade zurück. Alle, die seit 1969 im Weltraum waren, sagen: Wir fliegen dahin, um aus dem Rückspiegel zu entdecken, wie schön die Erde ist. Und drum herum ist viel Schwarz, drum herum ist viel Nichts." In Hinblick auf die Mars-Ambitionen von Elon Musk fragt von Hirschhausen: “Können wir nicht alle Ressourcen, die man dafür braucht, so nutzen, dass wir es hier schön haben?”

Er warnt: “Wir hatten die letzten hunderttausend Jahre stabiles Wetter und aus dem katapultieren wir uns gerade raus. Es gab Schwankungen, aber das, was wir jetzt gerade veranstalten, ist noch nie dagewesen." Denn nicht nur, dass die Speicherkapazität der Erde aufgebraucht sei, auch das von den Meeren in großen Mengen aufgenommene CO2 sei ein Problem, da es durch die Erwärmung des Planeten freigesetzt werde.

Dennoch: Zentrales Anliegen des Abends ist es, Mut zu machen und so betont Hirschhausen, dass gesellschaftlicher Wandel möglich sei, wenn Politik, Wissenschaft und jede einzelne Person Verantwortung übernehmen. “Wir können alle Teile der Lösung sein.”

Zukunftspreis geht an den Schwimmverein

Im Anschluss an den Vortrag übergibt von Hirschhausen den gemeinschaftlich von Stadt und Landkreis Wolfenbüttel, der Curt Mast Jägermeister Stiftung, der Ostfalia Hochschule und dem Zukunftsfonds Asse neu ausgelobten Zukunftspreis Wolfenbüttel. Dieser geht an den Wolfenbütteler Schwimmverein e. V. für die ökologische Aufwertung des Fümmelsees, der künftig ganzjährig als Lern-, Erlebnis- und Erholungsraum dienen soll. Mit Bildungsangeboten, Führungen und Mitmachaktionen werden dann Themen wie Gewässerschutz, Artenvielfalt und nachhaltiges Handeln anschaulich vermittelt.

Mit der Preisverleihung endet ein überaus gelungenes Klimaforum, das bereits am Nachmittag Wissenschaft, gesellschaftlichen Austausch und konkrete Perspektiven für mehr Nachhaltigkeit zusammengebracht hat. Viele Besucher*innen nutzten die Angebote auf dem Campus in der Salzdahlumer Straße. Im Senatssaal stand beim “Grünen Tisch” das Thema Biodiversität im Mittelpunkt, in der Aula zeigten Professor*innen der Ostfalia mit ihren Impulsvorträgen exemplarisch, wie vielfältig Nachhaltigkeit in Forschung und Lehre an der Ostfalia verankert ist.

Daneben gab es Führungen durch die Maschinenhalle, eine Campus-Rallye und einen “Markt der Möglichkeiten”, der zum Mitmachen und Informieren einlud. Lokale Initiativen und außerschulische Lernorte präsentierten dort konkrete Ideen für nachhaltiges Handeln im Alltag. Dass Nachhaltigkeit auch im Alltag der Ostfalia eine entscheidende Rolle spielt, machte Volker Küch, Hauptamtlicher Vizepräsident der Hochschule, in seiner Begrüßungsrede klar. “Nachhaltigkeit ist ein zentrales Zukunftsthema der Hochschule und auch eine Querschnittsaufgabe für Lehrende und Forschende, Studierende und Mitarbeitende.”

Hauptamtlicher Vizepräsident der Ostfalia: Volker Küch
Volker Küch, Hauptamtlicher Vizepräsident der Ostfalia, betont in seiner Begrüßungsrede die Relevanz von Nachhaltigkeit im Alltag der Hochschule. Foto: Stadt Wolfenbüttel
Bürgermeister Ivica Lukanic
Bürgermeister Ivica Lukanic freut sich, dass das Wolfenbütteler Klimaforum jedes Jahr stärker angenommen wird. Foto: Stadt Wolfenbüttel
Landrätin Christina Steinbrügge
Landrätin Christina Steinbrügge begrüßt die Gäste, die zum Vortrag von Eckart von Hirschhausen gekommen sind. Foto: Stadt Wolfenbüttel
Dr. Ursula Schmidt
Mit 101 Jahren die älteste Person im Saal: Dr. Ursula Schmidt wird von Eckart von Hirschausen befragt. Foto: Stadt Wolfenbüttel
Volles Haus an der Ostfalia: Dr. Eckart von Hirschhausen beim Klimaforum.
Volles Haus an der Ostfalia: Dr. Eckart von Hirschhausen beim Klimaforum. Foto: David Mache/Ostfalia
Gesunde Erde, gesunde Menschen - Dr. Eckhart von Hirschhausen wirbt für Klimaschutz und Nachhaltigkeit.
Gesunde Erde, gesunde Menschen - Dr. Eckhart von Hirschhausen wirbt für Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Foto: David Mache/Ostfalia