Die Ostfalia Hochschule hat Vertreter*innen des Wissenschaftsrates (externer Link, öffnet neues Fenster) sowie weitere Gäste aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft am 22. April 2026 im Kunstmuseum begrüßt. Den Hochschulempfang hatten Ostfalia, das Kunstmuseum Wolfsburg (externer Link, öffnet neues Fenster) und das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (externer Link, öffnet neues Fenster) gemeinsam organisiert. Wissenschaftsminister Falko Mohrs gehört dem Wissenschaftsrat als Vorsitzender der Verwaltungskommission an.
Ostfalia-Vizepräsident Küch: Hier geschieht Transformation
„Ich freue mich, Sie an einem unserer Campusstandorte, mitten in einer der wirtschaftlich wichtigen und einer der forschungsintensivsten Regionen Europas zu begrüßen“, sagte Ostfalia-Vizepräsident Volker Küch. Er verwies in seinem Grußwort auf die knapp 40-jährige Erfolgsgeschichte des Hochschulstandortes Wolfsburg, die eng mit Volkswagen und der Automobilindustrie verknüpft ist. Gleichzeitig betonte Küch die Notwendigkeit zur Veränderung: „Die Ostfalia Hochschule ist für Unternehmen, Institutionen und politische Akteurinnen und Akteure ein Sparringspartner, um Transformation zu gestalten. Kann es einen besseren Ort als Wolfsburg geben, um über Zukunft zu sprechen? Denn hier passiert’s, hier transformieren sich ein Weltkonzern, eine Branche, eine Stadt und eine Region.“
Prof. Arlinghaus: Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft braucht stabile Strukturen
Auch Prof. Dr. Julia C. Arlinghaus verwies als Vorsitzende der Wissenschaftlichen Kommission des Wissenschaftsrates auf die laufende Transformation der Automobilindustrie. Die Professorin für Logistik & Supply Chain Management an der Universität St. Gallen sagte: „Wir waren lange sehr erfolgreich mit Optimierung. Jetzt erleben wir aber Disruption, etwa beim autonomen Fahren.“ Im Wissenschaftssystem gelinge es immer wieder, erfolgreiche Piloten zu entwickeln. „Aber diese Piloten schaffen es zu selten durch Skalierung in die Breite. Dabei zeigen interdisziplinäre und organisationsübergreifende Forschungsprojekte wie an der Wolfsburger Open Hybrid LabFactory (externer Link, öffnet neues Fenster) (OHLF), welche Potenziale es gibt.“
Arlinghaus formulierte drei wissenschaftspolitische Forderungen, um Innovationen in die flächendeckende Anwendung zu bringen:
- Kooperationen mit Industriepartnern sollten genauso wertgeschätzt werden wie wissenschaftliche Veröffentlichungen.
- Förderprogramme sollten auch auf die erfolgreiche Umsetzung zielen, nicht nur auf die Pilotierung.
- Für die systematische Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft müssen stabile Strukturen entwickelt werden, statt sich auf die Vernetzung einzelner Personen zu verlassen.
„Kooperation ist nicht nur nice to have, sondern braucht Infrastruktur“, schloss Arlinghaus ihr Grußwort.
Direktor des Kunstmuseums Wolfsburg erläutert die Ausstellung
Dr. Andreas Beitin, Direktor des Kunstmuseums Wolfsburg, betonte schließlich die Bedeutung des wissenschaftlichen Museumsbeirats bei der Konzeption von Ausstellungen. Die aktuelle Schau „Midnight Zone“ mit Exponaten von Julian Charrière sei dafür beispielhaft: „Charrière eröffnet uns die verborgenen Welten der Tiefsee und wirft vor dem Hintergrund naturwissenschaftlicher Erkenntnis existenzielle Fragen nach Verantwortung und Zukunftsperspektiven auf.“ Begleitet von Beitins eindrücklichen Erläuterungen erlebten die Teilnehmenden das Kunstmuseum als Ort, der Perspektivwechsel ermöglicht und Räume für neue Gedanken eröffnet.