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Ostfalia Startup-Lunch überzeugt mit interessanten Gründer*innen

Aktuelles , , Von: Britta Radkowsky

Er ist schon eine kleine Tradition. Zum vierten Mal bietet die Ostfalia mit ihrem Startup-Lunch Gründer*innen eine Plattform. Schwerpunk ist Nachhaltigkeit.

Die Gründerinnen Tina und Renate Schmidt (rechts) beim Ostfalia Startup-Lunch. Links ist die Moderatorin Lee Schiewald.
Im Panel Talk: Die Gründerinnen Tina und Renate Schmidt (rechts) von WOKE.UP. Links die Moderatorin Lee Schiewald. Foto: Britta Radkowsky/Ostfalia

50 Gründungsinteressierte hatten sich zum 4. Ostfalia Startup-Lunch angemeldet, und so sind die Plätze im WOW! WissensOrt Wolfenbüttel auch gut gefüllt. Zwei Impulsvorträge und ein Panel Talk mit erfahrenen Gründerinnen stehen auf der Agenda und die Teilnehmenden warten gespannt auf grüne Gründungsimpulse. Denn: Heute liegt der Schwerpunkt auf ökologisch und sozial verantwortungsvollen Geschäftsmodellen.

Erste Speakerin: Carina Heidermann von LB.systems

Begrüßt werden die Anwesenden von Kai Hillebrecht, Leiter Wissens- und Technologietransfer, und Katharina Rother-Schönfeld von Gründen@Ostfalia. Die Moderation übernimmt dann Lee Schwiewald, Projektleiterin des "Gründungsprogramms Innenstadt" bei der Braunschweig Zukunft GmbH. Die erste Green Founderin, die spricht, ist Carina Heidermann von LB.systems (externer Link, öffnet neues Fenster), ein Unternehmen in Salzgitter, das Heidermann zusammen mit Lasse Bartels 2019 gegründet hat, und das sich mit der Weiterverwendung von Batterien aus Elektroautos beschäftigt. 

Statt Lithium-Ionen-Batterien frühzeitig zu recyceln, prüft LB.systems ihren Zustand und bereitet geeignete Exemplare für einen zweiten Einsatz auf – etwa als stationäre Energiespeicher. "Im Kern geht es darum, die Lebensdauer der Batterien zu verlängern und sie erst dann zu recyceln, wenn sie tatsächlich nicht mehr nutzbar sind", so Heidermann. Den Weg zum eigenen Unternehmen illustriert sie mit ihrem Lebenslauf. Zunächst absolvierte Heidermann eine Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau. Anschließend studierte sie erst Bauingenieurwesen und schließlich Technologie-orientiertes Management.

Ihre Abschlussarbeit widmete sie dem Themenfeld der Elektromotorräder. "Ursprünglich wollten wir aus den Batterien überhaupt keine Speicher bauen, sondern Motorräder", erklärt sie. Anschließend nahm sie an Business-Lunches teil, um herauszufinden, ob sich aus dieser Arbeit eine Geschäftsidee entwickeln ließe. In den folgenden fünf bis sechs Jahren belegte sie mit dieser Idee mehrfach zweite Plätze bei Wettbewerben und nahm an verschiedenen Pitch-Events teil. Genau dieses Vorgehen empfiehlt sie auch zukünftigen Gründer*innen, denn durch den Austausch sei sie auf die Marktlücke aufmerksam gemacht worden, in die sie schließlich vorgestoßen seien – nämlich den Bau von Energiespeichern für den Hausgebrauch statt von Motorrädern.

Zweiter Speaker: Dominic Thormann, Gründer von eco.Triver

Den nächsten Impulsvortrag hält Dominic Thormann, Gründer von eco.Triver, einer Plattform zur Vermittlung von Fahrgemeinschaften zu Großevents. Auf die Idee gekommen sei der Triathlet, als er am Hannover Marathon teilnehmen wollte. "Gerade bei Marathons ist die ganze Stadt abgesperrt, mehrere Tausend Menschen reisen gleichzeitig an", so Thormann. "Das gibt ein großes Verkehrschaos. Ich bin dann auch sehr knapp zum Start gekommen", erinnert er sich, "und hatte dann dreieinhalb Stunden Zeit, darüber nachzudenken, welche Lösung es geben könnte, damit sich Leute für die Anreise zusammentun." 

Im Anschluss habe er sich dann mit verschiedenen Arten von Events beschäftigt und geguckt, was da in Sachen Anreise nicht funktioniert. Neben Stress, Stau oder hohen Kosten liege der Vorteil von Carpooling laut Thormann zum Beispiel bei Konzerten und Festivals auch in der Möglichkeit, auf Leute mit dem gleichen Musikgeschmack zu treffen. Dazu komme der Aspekt der Nachhaltigkeit. 80 Prozent des CO2-Fußabdrucks einer Veranstaltung entstünden durch die An- und Abreise der Besucher*innen. Veranstalter*innen müssten deshalb immer häufiger nachweisen, wie ihre Gäste anreisen.

Thormanns Plattform für grünes Carpooling setzt genau dort an und trägt dazu bei, Emissionen zu reduzieren. Drei Jahre habe er seine Ideen, Recherchen, Analysen und Entwicklungen für eco.Triver neben seinem Vollzeitjob als Softwareentwickler umgesetzt und verfeinert. Doch dann habe er festgestellt, dass er mehr Zeit braucht. "Und so musste ich irgendwann den Job loslassen und mich ins kalte Wasser stürzen, um ganz am Start-up zu arbeiten."

Er ermutigt die Gründer*innen in spe im Publikum: "Vertraut auf euer Gefühl und auf eure Stärken. Lasst euch nicht zu sehr von anderen beeinflussen. Wenn ihr eine Idee habt, von der ihr glaubt, dass sie gut ist, dann verfolgt sie. Heute kann man sich vieles selbst aneignen – am wichtigsten ist jedoch, dass man Spaß hat. Mich erfüllt mein Start-up deutlich mehr als die Zeit im Konzern."

Gründen@Ostfalia unterstützt potentiellen Gründer*innen

Nach den Vorträgen stellt sich Gründen@Ostfalia vor. Die Initiative unterstützt Studierende, Mitarbeitende, Lehrende und Forschende dabei, aus Ideen erfolgreiche Gründungen zu entwickeln, indem es Coaching, Netzwerk, Infrastruktur und Finanzierungsmöglichkeiten bereitstellt. Im Anschluss setzen sich Tina und Renate Schmidt auf die Bühne, die in Braunschweig eine Kaffeerösterei betreiben.

Im Panel Talk: Tina und Renate Schmidt von WOKE.UP

Im Panel Talk erklären die Gründerinnen von WOKE.UP (externer Link, öffnet neues Fenster), was es bedeutet, als queere Personen Kaffee mit Haltung zu verkaufen. Dieser sei elektrisch geröstet, ohne fossile Brennstoffe, recyclebar verpackt und werde ausschließlich aus Ländern bezogen, in die sie selbst sicher reisen könnten. Die Kaffeebohnen von WOKE.UP kämen aus Südamerika, weil man laut Renate Schmidt als queere Person in Afrika nicht sicher sei. "Es gibt dort Länder, wo die Todesstrafe für Menschen wie uns vorgesehen ist."

Die Idee, ihre Zukunft ganz auf die Bohne zu setzen, kam ihnen auf Reisen, wo sie Unmengen an schlechten Kaffee konsumiert hätten. Da habe man sich gedacht: "Das geht doch besser – und vor allem geht das auch nachhaltiger", so Tina Schmidt. "Specialty-Röstereien gibt es viele, doch die Frage war, wo der Unique Selling Point sein könnte. Wir wollten Kaffee neu denken, anders denken."

Dass sie vor allem an viel denken müssen, zeige sich an den bürokratischen Hürden, die sich ihnen immer wieder in den Weg stellten. Tina Schmidt: "Wir sind hier ja in Deutschland. Da gibt für alles ein Formular. Doch es existiert leider kein Handbuch, in dem steht, was ich alles brauche, wenn ich gegründet habe." Deshalb nehmen sie sich auch gerne die Zeit, um an Veranstaltungen wie dem Startup-Lunch teilzunehmen. Denn dort könne man sich mit anderen aus der Gründungscommunity austauschen, die mehr oder andere Dinge wüssten als sie selbst.

Gründen@Ostfalia auf dem Campustag am 30. April

Die nächsten Möglichkeit, sich dem Thema Gründen an der Ostalia zu nähern, ist auf dem Campustag am 30. April 2026. Zwischen 15 und 19 Uhr gibt es in Gebäude A, Raum A 026, Impulse und Vor-Ort-Beratung.

Gründen@Ostfalia

Idee im Kopf, aber noch kein Plan? Gründen@Ostfalia zeigt dir deinen Weg mit Impulsen und Vor-Ort-Beratung. GO for it!

Vortrag 1: Dein Studium. Deine Gründung. (15:30 Uhr bis 16 Uhr)

Vortrag 2: Geld für deine Idee: So finanzierst du dein Start-up (16:30 Uhr bis 17 Uhr)

Carina Heidermann von LB.systems auf dem Startup-Lunch der Ostfalia im WOW!
Carina Heidermann von LB.systems auf dem Startup-Lunch der Ostfalia im WOW! Foto: Britta Radkowsky/Ostfalia
Dominic Thormann, Solo-Founder von eco.Triver, auf dem Startup-Lunch der Ostfalia im WOW!
Dominic Thormann, Solo-Founder von eco.Triver, auf dem Startup-Lunch der Ostfalia im WOW! Foto: Britta Radkowsky/Ostfalia
Dagmar Wilgeroth vom Gründen@Ostfalia-Team und Charlotte Küchler vom Entepreneurship HUB.
Unterhielten sich angeregt: Dagmar Wilgeroth vom Gründen@Ostfalia-Team und Charlotte Küchler vom Entepreneurship HUB. Foto: Britta Radkowsky/Ostfalia
Kai Hillebrecht, Leiter Wissens- und Technologietransfer an der Ostfalia.
Freute sich über das Interesse an der Veranstaltung: Kai Hillebrecht, Leiter Wissens- und Technologietransfer an der Ostfalia. Foto: Britta Radkowsky/Ostfalia
Teil des Gründen@Ostfalia-Teams: Maximilian Kuzaj (links) und Burak Dönmez.
Stehen immer für Fragen zur Verfügung: Maximilian Kuzaj (links) und Burak Dönmez, Teil des Gründen@Ostfalia-Teams. Foto: Britta Radkowsky/Ostfalia
Publikum beim 4. Startup-Lunch der Ostfalia im WOW! WissensOrt Wolfenbüttel.
Publikum beim 4. Startup-Lunch der Ostfalia im WOW! WissensOrt Wolfenbüttel. Foto: Britta Radkowsky/Ostfalia