Projekt Nawaro - Hier wächst Zukunft!
Da wächst was am Ostfalia-Campus Wolfsburg: An der Ecke Poststraße/August-Horch-Passage entsteht ein Versuchsgarten für Nachwachsende Rohstoffe (NawaRo). Dort wachsen Faserpflanzen wie Hopfen und Brennnessel, die ein Teil eines neuen Lehr- und Lernkonzepts sind. In den NawaRo-Gärten sollen Barrieren abgebaut, Wissen vermittelt und zugleich erforscht werden, wie nachwachsende Rohstoffe künftig besser genutzt werden können. Das Projekt wird vom Institut für Recyling der Ostfalia Betreut.
Forschung im Hochbeet – mitten in Wolfsburg
Der Startschuss für den NawaRo-Garten an der Ostfalia ist bereits 2025 gefallen und seit März 2026 stehen die ersten modularen Hochbeete am Campus in der Innenstadt, die schrittweise bepflanzt werden. Neben Faser- und Stärkepflanzen wachsen hier mittlerweile auch andere Pflanzen, die für überraschende Nutzungsmöglichkeiten sorgen und das Thema Ersatz von fossilen Rohstoffen auf unterschiedliche Art und Weise thematisieren. Ein Beispiel ist der Schwammkürbis, bei dem der Name Programm ist und die Früchte nach dem Trocknen als besonders dauerhafte und effektive Schwämme genutzt werden können. Die Fläche ist bewusst niedrigschwellig gestaltet: Sie soll zukünftig nicht nur Forschungs- und Lehrzwecken dienen, sondern auch nach Möglichkeit geöffnet werden für interessierte Bürgerinnen und Bürger oder Schüler:innen, die sich vor Ort informieren möchten. Obwohl diese Rohstoffe ein großes Potenzial haben, werden sie in technischen Produkten bislang nur selten genutzt. Neben technischen Eigenheiten kommt hinzu, dass viele Menschen - auch in technischen Berufen - bislang nur wenige Berührungspunkte mit diesen Themen haben und sie im Alltag kaum präsent sind. Genau hier setzen die Hochbeete des NawaRo-Gartens an: Sie sollen Barrieren abbauen, Wissen vermitteln und zugleich erforschen, wie nachwachsende Rohstoffe künftig besser genutzt werden können.
Vom Beet ins Labor, biobasierte Werkstoffe im Test.
Perspektivisch sollen die im NawaRo-Garten geernteten Rohstoffe im Institut für Recycling aufbereitet und weiterverarbeitet werden. Dazu stehen die Labore und Geräte der Hochschule zur Verfügung, um biologische Prozessketten im kleinen Maßstab aufzubauen. Das Ziel besteht darin, kreislauffähige, biobasierte Werkstoffe zu entwickeln, potenziell technisch nutzbare pflanzliche Inhaltsstoffe als Ersatz für erdölbasierte Materialien zu identifizieren und die Umweltwirkungen dieser Alternativen zu erforschen. Dabei dient das Konzept der „absoluten Nachhaltigkeit“, welches die ökologischen Belastungsgrenzen des Planeten berücksichtigt, als Orientierung. Der NawaRo-Garten versteht sich als offene Experimentierumgebung. Studierende, Lehrende und Forschende können hier neue Fragestellungen entwickeln und im Sinne forschungsbasierten Lernens direkt erproben.
Juli – Reifeprozess und kräftiges Wachstum im Schaugarten
Im Hochsommer zeigen die Pflanzen im Schaugarten des Projekts NaWaRo eindrucksvoll die verschiedenen Phasen ihrer Entwicklung. Während sich der Mais im Juli voller Energie präsentiert und mit sattgrünen, kräftigen Blättern dichte Bestände im Hochbeet bildet, hat der Flachs bereits seinen Reifehöhepunkt erreicht.
Nach der filigranen blauen Blüte im Frühsommer sind die Flachspflanzen nun getrocknet und tragen die charakteristischen, kugeligen Kapseln mit den reifenden Leinsamen. Diese Gelbfärbung markiert den richtigen Zeitpunkt für die Ernte der wertvollen Pflanzenfasern und Samen. Der deutliche Kontrast zwischen dem saftig grünen Mais und dem bereits ausgereiften Flachs Zeigt den dynamischen Lebenszyklus nachwachsender Rohstoffe auf kleinstem Raum.“
Fotos vom 21.07.26
Juni - Natürliche Schädlingsregulierung mit einer Fangpflanze
Die Kapuzinerkresse wurde gezielt als Fangpflanze (Trap Crop) und Schattenpflanze im Hochbeet eingesetzt. Da sie für Blattläuse besonders attraktiv ist, wurde sie bevorzugt besiedelt und schützte den Schwammkürbis weitgehend vor einem Befall. Anfangs konnten sich die Blattläuse mangels natürlicher Feinde stark vermehren. Mit der Zeit siedelten sich jedoch Marienkäferlarven an, die täglich zahlreiche Blattläuse vertilgen und den Befall deutlich reduzierten. Nach der Verpuppung schlüpften ausgewachsene Marienkäfer, wodurch sich ein stabiles Mini-Ökosystem etablierte. Die Kombination aus Fangpflanze und Nützlingen führte zu einer natürlichen Regulierung der Blattlauspopulation. So konnte sich der Schwammkürbis gesund entwickeln – ganz ohne chemische Pflanzenschutzmittel. Das Beispiel zeigt anschaulich, wie Mischkultur und die gezielte Förderung biologischer Wechselwirkungen zu einem widerstandsfähigen und ökologisch ausgewogenen Garten beitragen.
Fotos vom 24.06.26
Mai - Das Wachstum beschleunigt sich
Der Monat Mai bringt einen beeindruckenden Wachstumsschub in unseren Hochbeeten. Im Vergleich zum April, der primär im Zeichen der Aussaat stand, explodiert die Vegetation nun förmlich. Das größte Highlight des Monats ist der Hopfen, welcher sich rasant die Klettergerüste emporrankt. Auch die Sommergerste zeigt eine enorme Dynamik und füllt das Beet mit einem dichten, satten Grün. Während wärmeliebende Kulturen wie Mais und Schwammkürbis Ende Mai erst zart austreiben, präsentieren sich Brennnessel und Flachs bereits als kräftige, dichte Bestände.
Fotos vom 27.05.26
Fotos vom 18.05.26
April - Die ersten Pflanzen kommen ins Beet
Noch sieht alles etwas grau aus aber das wird sich bald ändern. Die Hochbeete sind gebaut, platziert und mit Erde gefüllt. Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit.
März - Wir bauen auf
Noch sieht alles etwas grau aus aber das wird sich bald ändern. Die Hochbeete sind gebaut, platziert und mit Erde gefüllt. Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit.
Ansprechpersonen
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Prof. Dr.-Ing. Max Juraschek
Gebäude C, Raum 103, Wolfsburg
-
M. A. Lisa Klatt
Gebäude C, Raum 107 A, Wolfsburg
Adresse
Robert-Koch-Platz 10-14
38440 Wolfsburg
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