Direkt zum Inhalt


Klassismus sichtbar machen - Ausstellung und Vortrag anlässlich des Deutschen Diversity-Tages

Veranstaltung , Gleichstellungsbüro

Datum / Dauer: 28.04.2026 - 28.05.2026

Uhrzeit:

Ort: Campus Wolfsburg und Suderburg

Sechs Bilder aus der Fotoreihe von Magdalena Bausch, die jeweils Außenansicht, Wohnzimmeransicht und Portärt der Bewohner*innen zeigen.
Abbildung Fotoreihe Magdalena Bausch. Abgebildet sind zwei mal drei Fotos, jeweils Außenansicht, Wohnzimmeransicht und Porträt der Bewohner*innen.

Anlässlich des Deutschen Diverstiy-Tages am 19. Mai 2026 laden wir herzlich zur Ausstellung ein:

Klassismus sichtbar machen. 

Eine soziologische Fotoreihe der feinen Unterschiede 

 

Der Stil des Hochhauses, der große Flatscreen, das Designersofa, die eingenommene Pose… 

Die Bilder der Fotoreihe porträtieren die Außenansicht eines Wohnhauses, das Wohnzimmer sowie die Bewohnenden selbst. Sie spielen ganz bewusst mit unseren Assoziationen und Zuschreibungen möglicher Eigenschaften der abgebildeten Personen. Gekoppelt mit Bewertungen werden so uns unbekannte Menschen in Schubladen verortet, aus denen sie sich schwer selbst befreien können. Ziel des Projekts ist es, eine Auseinandersetzung mit den eigenen Vorurteilen aufgrund der vermuteten sozialen Herkunft – der Klasse – anzuregen und für diese Form der Diskriminierung zu sensibilisieren. Die Ausstellung macht erfahrbar, wie schnell Menschen eingeordnet werden – und wie schwer es ist, sich diesen Zuschreibungen zu entziehen.

Die Fotoreihe ist angelehnt an die in den 1970er-Jahren durchgeführte Studie „Die feinen Unterschiede“ des französischen Soziologen Pierre Bourdieu und wurde von Magdalena Bausch im Rahmen einer Forschungsarbeit umgesetzt. Das Foto-Projekt möchte einen Beitrag dazu leisten, eine oft vernachlässigte Form der Diskriminierung, nämlich Klassismus, stärker in den öffentlichen Diskurs zu bringen. Diese Art der Diskriminierung betrifft viele Menschen, darunter auch zahlreiche Studierende, und ist doch oft unsichtbar. Die Ausstellung will für Chancenungleichheit sensibilisieren und dieser oft unterschätzten Diskriminierungsform aktiv entgegenwirken.

Anlässlich des Deutschen Diversity-Tages wollen wir gemeinsam über Schubladen, soziale Ungleichheit und eine so verbreitete und doch oft unsichtbare Form von Diskriminierung sprechen. Wir laden alle Interessierten herzlich ein, der Eintritt ist frei. Die Ausstellung wird an den Ostfalia Standorten Wolfsburg und Suderburg zu sehen sein und der Eröffnungsvortrag von Magdalena Bausch wird zusätzlich online übertragen.

Ausstellungszeiten und Veranstaltungen

28.04. – 10.05. | Wolfsburg | Gebäude G, Foyer 1. Stock | Poststraße 19

28.04., 17:00 Uhr Ausstellungseröffnung und Vortrag mit Magdalena Bausch (mit online-Übertragung über diesen Link (externer Link, öffnet neues Fenster))

07.05., 15:30 – 18:00 Uhr Gallery Walk beim Open Campus mit Kyra Jantzen

 

19.05. – 29.05. | Suderburg | Gebäude G, Mensafoyer | Herbert-Meyer-Str. 7

27.05., 12:15 Uhr Impulsvortrag und Gallery Walk mit Professor Dr. Jörg Plöger

Hintergrundinformationen

Einen Einblick in die Arbeit von Magdalena Bausch bietet der Beitrag auf Baden TV Süd (externer Link, öffnet neues Fenster).  

In seiner Studie „Die feinen Unterschiede“ untersucht der französische Soziologe Pierre Bourdieu soziale Unterschiede anhand des Analysegegenstands Geschmack, den er als verinnerlichte Prägungen und Ausdruck der sozialen Herkunft von Menschen versteht. Nach Bourdieus Kapitaltheorie sind die gesellschaftliche Position, Erfolg und Einfluss einer Person maßgeblich durch die Anhäufung und Verkörperung („Inkorporation“) verschiedener Kapitalsorten bestimmt. Darunter zählt er neben ökonomischem auch kulturelles, soziales und symbolisches Kapital. Die verschiedenen Kapitalsorten können sich dabei gegenseitig verschränken, sich verstärken und auch ineinander umgewandelt werden. Anhand des Konzepts des Habitus, das Bourdieu als verinnerlichtes und verkörpertes Kapital entwirft, beschreibt und analysiert er die Prägung und Weitergabe der sozialen Position von Individuen über Generationen durch die soziale Herkunft.