Das Phaeno Science Center in Wolfsburg widmet sich in seinem neu eröffneten Forum der Frage, wie wir den Umgang mit Kunststoff nachhaltig und zirkulär gestalten können. Wissenschaftliche Expertise und Impuls für die Ausstellung lieferte das Projekt REVFIN der Ostfalia, das seit drei Jahren zum Recycling von Fischernetzen forscht, um Geisternetze in den Meeren (verlorene oder zurückgelassene Netze) zu verhindern.
Aufbau eines Kreislaufsystems für Fischernetze
Gemeinsam mit Partnern in Vietnam hat REVFIN ein Kreislaufsystem für Fischernetze aufgebaut und neue Wertschöpfungsketten entwickelt. Grundlage dafür waren Daten, die vor Ort erhoben wurden. Prof. Dr. Max Patrick Ehleben, Leiter des Instituts für Recycling (IFR) an der Ostfalia, sagte zu Beginn des Projekts: "Vietnam ist eine der größten Fischereinationen der Welt. Das Potenzial, hier etwas zu verändern, ist besonders groß."
Einige Fischernetze kommen nun mit QR-Code
Eine Auswirkung der Forschung von REVFIN: Ein vietnamesischer Hersteller verkauft nun auf Recycling ausgelegte Fischernetze, die mit einem QR-Code versehen sind. So lassen sich später Herkunft, Alter und Zusammensetzung der Netze nachvollziehen und diese können dann gezielt wiederverwertet werden.
An einer multimedialen Infostation wird das internationale Umwelt- und Recyclingprojekt, das ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Dimensionen verbindet, nun im Phaeno vorgestellt und erlebbar gemacht. Es wird gezeigt, wie ein Fischernetz recycelt wird, was ein Geisternetz ist und was REVFIN genau tut.
"Zukunftslabor Kunststoff" am Wochenende
Daneben entsteht ein Kunststoffkomet aus 3D-gedruckten Elementen, der im Laufe der Ausstellungszeit wächst und der zum Dialog anregen soll. An den Wochenenden wird außerdem das "Zukunftslabor Kunststoff" angeboten, in dem Besucher*innen u. a. aus alten Fischernetzen dekorative Karten herstellen können.
Die Kooperation zwischen der Ostfalia und dem Phaeno (externer Link, öffnet neues Fenster) wurde durch die VolkswagenStiftung (externer Link, öffnet neues Fenster) ermöglicht und gilt im Rahmen der laufenden Förderung als Leuchtturmprojekt.