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Ostfalia-Forschung: Projekt AeroKISS treibt grüne Luftfahrt voran

Aktuelles , , Fakultät Fahrzeugtechnik , Von: Lea Hinrichs und Britta Radkowsky

Im Projekt AeroKISS entwickelt die Ostfalia eine KI-gestützte Methode zur Auslegung sicherheitsrelevanter Flugzeugbauteile aus Naturfaserverbundwerkstoffen.

Roland Marciniak vom Projekt AeroKISS
Roland Marciniak, wissenschaftlicher Koordinator des Projekts AeroKISS. Foto: Ostfalia/Alexa Knieriem

Leichte Materialien, kluge Konstruktionen plus KI: Mit dem Forschungsprojekt AeroKISS sollen neue Ansätze für sichere und nachhaltige Flugzeugstrukturen entwickeln werden. Seit Februar 2026 arbeiten Forschende an der Ostfalia daran, eine KI-basierte Entwicklungsmethode für Energieabsorptionselemente zu schaffen, die Insassen und Energiespeicher in Flugzeugen mit alternativen Antrieben schützen.

Zum Einsatz kommen Verbundmaterialien aus Naturfasern 

Im Fokus stehen Bauteile, die bei Belastungen oder Unfällen Energie aufnehmen und so Insassen sowie Technik schützen – besonders wichtig für Elektroflugzeuge, die die Luftfahrt ökologisch sauberer machen. AeroKISS setzt dafür auf moderne Verbundwerkstoffe aus Naturfasern, die leichter, ressourcenschonender und besser recycelbar sind, zugleich aber hohe Anforderungen an Feuerbeständigkeit, Betriebsfestigkeit und Energieaufnahme erfüllen.

Bei der Entwicklung wird ein modularer Baukastenansatz verfolgt. Damit lassen sich Energieabsorptionssysteme für unterschiedliche Flugzeugvarianten mit verschiedenen Gewichten und Abmessungen effizient auslegen. KI-gestützte Modelle helfen dabei, das Kraft- und Versagensverhalten der Strukturen vorherzusagen und Entwicklungsprozesse deutlich zu beschleunigen – insbesondere bei der Konstruktion von Kleinflugzeugen mit alternativen Antrieben.

Zusammenarbeit mit Partnern aus Forschung und Industrie

Die Projektleitung liegt bei Professor Harald Bachem, Fakultät Fahrzeugtechnik, die Umsetzung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit Partnern aus Forschung und Industrie. Zu den Projektpartnern gehören unter anderem M&D Flugzeugbau GmbH & Co. KG, Altair Engineering GmbH, CTC GmbH, Forschungsflughafen Braunschweig GmbH, Innovationsagentur Nordostniedersachsen INNO.NON GmbH, Open Hybrid LabFactory e.V. sowie der VDI Braunschweiger Bezirksverein und der VDI Landesverband Niedersachsen.

Prof. Bachem: “AeroKISS ist ein klares Signal für die Zukunft der Luftfahrt: Wir entwickeln nicht nur sicherere Flugzeuge, sondern auch nachhaltigere, intelligente Strukturen, die den ökologischen Fußabdruck der Luftfahrt deutlich reduzieren. Durch die Kombination aus KI, Naturfasern und branchenübergreifender Zusammenarbeit schaffen wir eine Blaupause für zukünftige Innovationen – nicht nur in Niedersachsen, sondern für ganz Europa."

Durch die Zusammenarbeit von Luftfahrt- und Automobilindustrie soll Wissen gezielt transferiert und die regionale Innovationskraft in Niedersachsen weiter gestärkt werden. Das Vorhaben läuft bis Januar 2028 und wird mit rund 360.000 Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. Ziel ist es, sichere und nachhaltige Flugzeugstrukturen zu entwickeln und damit einen Beitrag zu einer emissionsärmeren Luftfahrt zu leisten.

Ansprechperson