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Center for Hydrosystems and Health

Das Center for Hydrosystems and Health (CHH) ist ein interdisziplinäres Forschungszentrum der Ostfalia Hochschule (Fakultäten Bau-Wasser-Boden, Gesundheitswesen, Informatik und Maschinenbau). Es steht auch Gastwissenschaftlern anderer Hochschulen offen. Im CHH werden die Fachbereiche Wasserwirtschaft, Informatik und Gesundheitswesen vereint, um sich dem Kernthema „Wasser” zu widmen. Zusätzlich werden auch die Bereiche „Klima” und „Umwelt” in die Betrachtung miteinbezogen.

Aufgabe des CHH

Das Center for Hydrosystems and Health (CHH) hat den Zweck, die Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der regionalen, nationalen und internationalen Klimafolgen- und Umweltforschung hinsichtlich wasserrelevanter Themen und ihrer Bedeutung für die Gesundheit zu fördern. Ein Schwerpunkt liegt auf dem wechselseitigen Wissenstransfer mit Akteuren aus der Praxis, um gesellschaftlich relevante Lösungen zu entwickeln. Durch die Bündelung von Kompetenzen der Fakultäten Bau-Wasser-Boden (B), Informatik (I) und Gesundheitswesen (G) bietet das CHH ein Forum für Zusammenarbeit, interdisziplinären Informations- und Erfahrungsaustausch, die Bildung von Forschungsallianzen sowie die gemeinsame Vorbereitung und Durchführung auch größerer, fakultätsübergreifender Projekte in Forschung und Entwicklung. Zudem kann das CHH als Ansprechpartner für relevante Projekte von Wirtschaft, Behörden, Politik und Zivilgesellschaft fungieren.

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Forschungsfelder

Auch wenn das Kernthema „Wasser“ ist, kann das komplexe Gebiet der Ökosystemforschung nicht isoliert betrachtet werden. Um ein ganzheitliches Bild zu erhalten, werden im CHH auch die Bereiche Klima und Umwelt berücksichtigt, da diese eine direkte Verbindung zum Kernthema Gesundheit und Hydrosystem aufweisen. Entsprechend der fachlichen Expertisen der Gründungsmitglieder definiert sich das aktuelle Forschungsprofil des CHH wie folgt:

  • Weiterentwicklung des (Ab-)Wassermonitorings und der abwasserbasierten Epidemiologie
  • Analyse hydrologischer Extreme wie Überflutungen und Dürren sowie Entwicklung von Adaptionsstrategien
  • Sicherung der Wasserversorgung durch Konzepte zur nachhaltigen Wasserwirtschaft.
  • Generieren von Umweltdatenbanken mittels innovativer Technologien.
  • Einsatz von konventionellen Modellen, KI und Fernerkundung für einen optimierten Gewässerschutz.

Forschungsprojekte

Hier sehen sie eine Übersicht der aktuellen und abgeschlossenen Forschungsprojekte des CHH.

Aktuelle Forschungsprojekte

PRiuS – Prognosetool zur Risiskoabschätzung urbaner Schadstoffeinträge | 2023 - 2027

Finanzielle Förderung

Projektleitung:

Forschungsteam:

Laufzeit: 04.2023 bis 03.2027

Kooperationspartner: Eigenbetrieb Stadtentwässerung Celle

Fördernummer: ZN3994 (MWK)

Fördersumme: 299.000€ (Gesamtvolumen), davon 185.000€ für die Ostfalia Hochschule

Beteiligte Fakultäten und Institute:

Projektbeschreibung:

Das Projekt PRiuS ist Teil des Zukunftslabor Wasser, das, als neuer Teil des ZDIN (Zentrum für digitale Innovationen Niedersachsen), vom Land Niedersachsen und von der Volkswagenstiftung gefördert wird.

Das Ziel ist die Entwicklung eines Prognose-/Vorhersagetools zur Risikoabschätzung/-minimierung von urbanen Schadstoffeinträgen in Gewässer. In einem ersten Schritt erfolgt die Entwicklung eines ML-basierten Modells welches anhand klassischer Kanalnetzmodelle trainiert wird, um Emissionen (bspw. E.coli, AFS, usw.) aus dem urbanen Gebiet mittels leicht zu messender bzw. abzuleitender Parameter (z.B. Niederschlag, Oberflächenbedeckung, etc.) zu quantifizieren. Zusätzlich soll eine Überlagerung mit den zu erwartenden Abflüssen in der Vorflut inkl. Risikobewertung umgesetzt werden (mögliche Vernetzung zu AP 3.2 und 3.3). In Verbindung mit AP 2.1 wird ein Digitaler Zwilling erarbeitet, um den Datentransfer zu optimieren und ggf. eine synthetische Steuerung des Kanalnetzes zur Risikominimierung umzusetzen. In Zusammenarbeit mit AP 2.5 soll exemplarisch für das Untersuchungsgebiet ein Transfer der erarbeiteten Methoden in die Praxis mittels Dashboards als Entscheidungsunterstützungssystem mit hinterlegten Modellen erfolgen. Als Untersuchungsgebiet dient das Stadtgebiet Celle mit der Aller als Vorflut.

OHcl-OS - One Health contra Influenza: Entwicklung Monitoring-Konzept und Analyse räumlicher Zusammenhänge HPAIV | 2026 - 2029

Laufzeit: 01.10.2026 bis 31.03.2029

Projektbeschreibung:

Das Projekt OHcI entwickelt ein integriertes, systematisches Monitoring für Influenza‑A‑Viren, insbesondere hochpathogene aviäre Influenzaviren (HPAIV) wie H5N1. Im Gegensatz zu herkömmlichen, anlassbezogenen Diagnostik‑Ansätzen verfolgt OHcI ein unvoreingenommenes, ganzheitliches Surveillance‑System, das Wildtiere, Nutztiere, Menschen und Umweltreservoire gleichermaßen einbezieht. Auf Basis der One‑Health‑Prinzipien des BMZ (Deutscher Ethikrat 2023) werden die komplexen Wechselwirkungen zwischen Mensch, Tier und Umwelt analysiert, um HPAIV als Modell für übertragbare Frühwarn‑ und Überwachungsstrategien zu nutzen. Während der 2,5‑jährigen Laufzeit wird in der Region Hildesheim ein umfangreiches Probenprogramm umgesetzt, das Wasserproben (Abwasser, Oberflächengewässer), Boden‑ und Gülleanalysen sowie Proben von Nutztieren (Vieh, Geflügel) und Wildtieren umfasst. Ziel ist die Identifikation von Eintragsquellen, Hotspots und potenziellen Übertragungswegen von Influenzaviren zwischen den verschiedenen Kompartimenten. Zur Erhöhung der Nachweissensitivität kommen modernste molekular‑biologische Methoden zum Einsatz: qPCR‑basierte Detektion für quantitative Viruslast‑Bestimmung und Hochdurchsatz‑Sequenzierung (Whole‑Genome‑Sequencing) zur Analyse genetischer Vielfalt, Mutationsmuster und evolutionärer Entwicklungen. Neben der Optimierung etablierter Probenahmetechniken wird die passive Probenahme als neuartige, kosteneffiziente Methode erprobt, um langfristige, repräsentative Daten ohne intensive Feldarbeit zu generieren. Alle gewonnenen Datensätze (virologisch, ökologisch, räumlich) werden in einer zentralen Datenplattform zusammengeführt. KI‑gestützte und statistische Analyseverfahren identifizieren räumliche Muster, kausale Zusammenhänge und Schnittstellen zwischen Infektionsereignissen in Mensch, Tier und Umwelt. Die Ergebnisse sollen die Modellierung von Übertragungswegen und die Vorhersage von Ausbruchsrisiken ermöglichen. OHcI liefert damit eine übertragbare Blaupause für ein One‑Health‑basiertes Überwachungssystem, das eine frühzeitige Erkennung neu auftretender Influenzabedrohungen ermöglicht, evidenzbasierte Maßnahmen und präventive Strategien (z. B. verbesserte Hygiene‑ und Biosicherheitsmaßnahmen) entlang aller Schnittstellen unterstützt und die Resilienz von Mensch‑Tier‑Umwelt‑Systemen gegenüber Influenza‑Ausbrüchen stärkt. Damit trägt das Projekt wesentlich zur Stärkung der öffentlichen Gesundheit, zum Schutz der Tierproduktion und zur Sicherung ökologischer Systeme im Kontext zunehmender zoonotischer Risiken bei.

OHcl-OS wird durch Mittel des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und des Landes Niedersachsen Programmgebiet Übergangsregion (ÜR) - Förderperiode 2021-2027 - gefördert

OHcl-OS wird durch Mittel des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und des Landes Niedersachsen Programmgebiet Übergangsregion (ÜR) - Förderperiode 2021-2027 - gefördert

CYSAN-N - Cyber-resiliente Sanitärversorgung für kleine Kommunen in Nordost-Niedersachsen | 2026 - 2028

Laufzeit: 01.09.2026 bis 30.08.2028

Projektbeschreibung:

Die Siedlungswasserwirtschaft, insbesondere mit ihren dezentralen Pumpwerken, Steuerzentralen und Kommunikationsnetzen zählt, in Deutschland zur Kritischen Infrastruktur (KRITIS) und ist zunehmend Angriffen auf Informations- und Leittechnik ausgesetzt. Die EU-Richtlinie NIS2 und das geplante nationale Umsetzungs- und Cybersicherheitsstärkungsgesetz verlangen von Betreibern ein systematisches Risikomanagement, Melde- und Notfallvorsorgepflichten. Für kleine Kommunen und Zweckverbände, die häufig über begrenzte IT- und OT-Sicherheitskompetenz, Legacy-Systeme und starke Abhängigkeit von Dienstleistern verfügen, bleibt die Umsetzung jedoch eine erhebliche Herausforderung. Sie tragen dieselben physischen Risiken wie große Betreiber, verfügen jedoch über deutlich weniger Ressourcen, um sich darauf vorzubereiten und im Ernstfall zu reagieren.

Die physischen Folgen eines Cybervorfalls werden bislang kaum ganzheitlich bewertet: Unautorisierter Zugriff, manipulierte Prozessdaten oder Fernwartungsangriffe können zu Fehlsteuerungen, Kapazitätsverlusten bis hin zum Totalausfall führen. Die hydraulische Kette reicht von Rückstau und Überstau im Kanalnetz über austretendes Schmutzwasser aus Schächten bis zur Oberflächenüberflutung mit unbehandeltem Abwasser. Die Konsequenzen sind Gesundheits- und Umweltrisiken für Anwohner und Einsatzkräfte, erhebliche Schadens- und Wiederherstellungskosten sowie betriebliche Einschränkungen. Bislang konzentrieren sich Schutzkonzepte überwiegend auf organisatorische und technische IT- und OT-Maßnahmen; belastbare, vorausschauende Analysen der physisch-hydraulischen Effekte erfolgreicher Angriffe fehlen weitgehend. Hinzu kommt, dass NIS2 und die KRITIS-Regelungen für kleinere Kommunen und Zweckverbände formal häufig nicht greifen, da Mitarbeiterzahlen und Jahresumsätze unterhalb der Anwendungsschwellen liegen. Über Fernwartungszugänge, geteilte Lieferketten und gemeinsame Infrastrukturen bleiben sie jedoch denselben Bedrohungen ausgesetzt und tragen im Schadensfall identische physische Folgen.

Im Rahmen des Projekts CYSAN-N wird ein simulationsbasierter Ansatz entwickelt, der einen Sicherheitsvorfall an einem Pumpwerk mit seinen realen hydraulischen und gesundheitlichen Folgen verknüpft. Cyberbedingte Ausfallzustände (z. B. Pumpstopp, Kapazitätsreduktion, Sensor-Bypass) werden auf repräsentative Pumpwerke und Teilnetze in der Übergangsregion Lüneburg–Uelzen–Celle modelliert und über gekoppelte 1D/2D-Simulationen (SWMM für das Kanalnetz, TELEMAC-2D für den Oberflächenabfluss) quantifiziert. Ergänzend erfolgt eine Quantitative Microbiological Risk Assessment (QMRA) zur Bewertung gesundheitsrelevanter Expositionen sowie eine Vulnerabilitätsanalyse kritischer Infrastrukturassets. Die Ergebnisse werden unter anderem in praxistauglichen Notfallpläne und Standardarbeitsanweisungen mit klaren Schwellenwerten überführt und gemeinsam mit regionalen Partnern, dem Abwasserzweckverband Uelzen und der Stadtentwässerung Celle, validiert. CYSAN-N will so praktische Handreichungen und Best-Practices bereitstellen, den kleinen Betreibern helfen kritische Risikoschwerpunkte zu erkennen, verstehen und im Notfall schnell zu handeln.

CYSAN-N wird von der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, Center for Hydrosystems and Health (CHH), geleitet und im Rahmen des EU-EFRE-Programms – Programmgebiet Übergangsregion (ÜR) – Förderperiode 2021–2027 – gefördert.

Kofinanziert von der Europäischen Union

FLOW-urban - Framework for Linking Open source Water cycle models in urban areas | 2026 - 2028

Laufzeit: 01.09.2026 bis 31.08.2028

Projektbeschreibung:


Das Management urbaner Wasserressourcen steht infolge des Klimawandels und zunehmender Nutzungskonflikte vor wachsenden Herausforderungen. Neben der Sicherung der Wasserverfügbarkeit gewinnt insbesondere die Bewertung von Überflutungsrisiken und stofflichen Einträgen in den Wasserkreislauf an Bedeutung. Für eine ganzheitliche Betrachtung müssen dabei verschiedene Prozesse wie der Abfluss in Kanalnetzen, Oberflächenabfluss, Überflutung und Stofftransport gemeinsam berücksichtigt werden. Bestehende Simulationsprogramme bilden diese Prozesse häufig nur einzeln ab und sind teilweise komplex in der Anwendung. 

Im Rahmen des Projekts FLOW-urban wird daher ein frei verfügbares Open-Source-Framework zur Kopplung hydrodynamischer Modelle entwickelt. Dadurch sollen unter anderem 1D-Kanalnetz- und 2D-Oberflächenabflusssimulationen zur Analyse von Überflutungsrisiken sowie Modelle zur Untersuchung von Schmutzpotenzialen und Stoffeinträgen miteinander verknüpft werden. Ergänzend werden benutzerfreundliche Pre- und Postprocessing-Tools auf GIS-Basis entwickelt, um die Anwendung in der Praxis zu erleichtern.

Die entwickelten Lösungen werden in ausgewählten Pilotgebieten erprobt und validiert. Begleitende Workshops und der Wissenstransfer über regionale Partner unterstützen die praktische Anwendung und Weiterentwicklung des Frameworks. Ziel ist es, eine integrierte Bewertung des urbanen Wasser- und Stoffkreislaufs zu ermöglichen und damit datenbasierte Entscheidungen für ein nachhaltiges und klimaangepasstes Wassermanagement zu unterstützen.

FLOW-urban wird durch Mittel des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und des Landes Niedersachsen Programmgebiet Übergangsregion (ÜR) - Förderperiode 2021-2027 - gefördert

Kofinanziert von der Europäischen Union

RISUZU - Risikobewertung und Schutz von Zugstrecken gegen starkregen- und flutbedingte Unterspülungen | 2026 - 2028

Laufzeit: 01.08.2026 bis 30.07.2028

Projektbeschreibung:

Das Auftreten von Extremwetterereignissen nimmt im Zuge des Klimawandels zu. Neben langanhaltenden Hitze- und Dürreperioden gewinnen insbesondere intensive Niederschlagsereignisse und die damit verbundenen Überflutungen an Bedeutung. Dabei wird zwischen pluvialen und fluvialen Hochwasserereignissen unterschieden. Pluviale Ereignisse entstehen durch lokal konzentrierten Oberflächenabfluss infolge intensiver Niederschläge und können innerhalb kurzer Zeit zu Überflutungen führen. Fluviale Hochwasserereignisse treten dagegen infolge hoher Abflüsse und des Übertritts von Gewässern über ihre Ufer auf und wirken in der Regel großflächiger und über längere Zeiträume.

Treffen solche Ereignisse auf Bahninfrastruktur, können erhebliche Schäden und Betriebsbeeinträchtigungen entstehen. Konzentrierte Oberflächenabflüsse können insbesondere bei ausgeprägtem Geländegefälle erhebliche Erosionsprozesse verursachen und Gleisbette, Bahndämme und Brücken unterspülen. Fluviale Überflutungen können Bahntrassen großflächig überfluten und den Untergrund erodieren. Durchfeuchtung und Erosion können zudem die mechanischen Eigenschaften des Baugrunds verändern und die Standsicherheit und Tragfähigkeit von Dämmen und Bauwerken beeinträchtigen. Mögliche Folgen sind Dammbrüche, Schienenverwerfungen und erhebliche Betriebsunterbrechungen.

Im Rahmen des Projekts RISUZU werden pluviale und fluviale Hochwasserereignisse entlang ausgewählter Bahnstrecken in der Übergangsregion Lüneburg–Uelzen–Celle numerisch modelliert, um Überflutungsprozesse und daraus resultierende Erosionspotenziale zu untersuchen. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die bauliche und geotechnische Bewertung gefährdeter Streckenabschnitte und Bauwerke sowie die Ableitung von Bewertungsindikatoren und Schadensszenarien. Ziel ist die Entwicklung eines wissenschaftlich fundierten und praxisorientierten Simulations- und Bewertungswerkzeugs zur standortbezogenen Bewertung von Gefährdungen und Risiken sowie zur Unterstützung der Identifikation und Priorisierung geeigneter Schutz-, Anpassungs- und Vorsorgemaßnahmen.

RISUZU wird durch Mittel des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und des Landes Niedersachsen Programmgebiet Übergangsregion (ÜR) - Förderperiode 2021-2027 - gefördert

OHcl-OS wird durch Mittel des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und des Landes Niedersachsen Programmgebiet Übergangsregion (ÜR) - Förderperiode 2021-2027 - gefördert

Remote2GHG-OS - Evaluierung von Ansätzen der Fernerkundung zur Quantifizierung der Treibhausgasflüsse von Mooren: Sensorik, Fernerkundung und KI | 2026 - 2029

Laufzeit: 01.10.2026 bis 31.03.2029

Projektbeschreibung:

Das Projekt Remote2GHG‑OS adressiert die wachsende Bedeutung von Mooren als Kohlenstoffsenken und deren potenzielle Treibhausgas‑Emissionen, wenn sie entwässert oder landwirtschaftlich genutzt werden. In Niedersachsen, wo über 680 000 ha kohlenstoffreiche Böden existieren, sollen durch gezielte Wiedervernässung jährlich 4–15 t CO₂‑Äquivalente pro Hektar eingespart werden. Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines skalierbaren, kostengünstigen Monitoring‑ und Analyse‑Frameworks, das die THG‑Flüsse auf Mikrohabitat‑Ebene quantifiziert und für die CO₂‑Zertifizierung nutzbar macht.

Kern des Vorhabens ist die Kombination von (i) low‑cost‑IoT‑Sensorik (Feuchte, Temperatur, pH, Wasserstand, Mooratmung) in einem LoRa‑WAN‑Netz, (ii) drohnenbasierter Fernerkundung (Hyperspektral‑, Thermal‑ und LiDAR‑Kameras) zur saisonalen Klassifikation von Mikrohabitaten und topografischen Veränderungen sowie (iii) KI‑gestützter Datenfusion und Modellierung. Punktuelle Haubenmessungen und mikrobiologische Analysen ergänzen die Datenbasis, sodass Autotroph‑ und Heterotroph‑Anteile der THG‑Emissionen getrennt bewertet werden können. Durch multivariate Analysen, maschinelles Lernen und graphische Modelle entsteht ein fortlaufend aktualisierbares Prognose‑Tool, das räumlich‑zeitlich differenzierte THG‑Bilanzkarten liefert.

Erwartete Ergebnisse sind (1) ein umfassendes, offenes Datenset aus Sensor‑ und Fernerkundungsdaten, (2) ein KI‑basiertes Simulationsmodell zur THG‑Bilanzierung, (3) ein standardisierter Empfehlungskatalog für die Optimierung von Wiedervernässungs‑ und Rekultivierungsmaßnahmen sowie (4) ein praxisnahes Zertifizierungs‑Framework für CO₂‑Zertifikate. Das Projekt verbindet Hydrologie, Fernerkundung, Sensorik und Bioinformatik, liefert damit eine neuartige, reproduzierbare Methode zur Bewertung und Reduktion von Treibhausgasen in Moorökosystemen, und stärkt die Klimaschutz‑ und Wirtschaftlichkeit von Moorrenaturierungsprojekten in Niedersachsen.

Remote2GHG-OS wird durch Mittel des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und des Landes Niedersachsen Programmgebiet Übergangsregion (ÜR) - Förderperiode 2021-2027 - gefördert

Kofinanziert von der Europäischen Union

EAGruMo

EAGruMo

Ist eine Nutzung des Grubenwassers des Ernst-August-Stollens im Harz als Trinkwasser oder zur Bewässerung in Trockenperioden möglich? Diese Frage kann nur durch ein kontinuierliches Wasserqualitäts-Monitoring beantwortet werden. Mit dieser Forschungs-Aufgabe befasst sich das Team der Ostfalia unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Markus Wallner im Verbundprojekt EAGruMo. Denn bislang ist nicht vollständig geklärt, aus welchen altbergbaulichen Strukturen das gesamte Wasser des Wasserlösestollens stammt und welche Rückstände ggf. im Wasser enthalten sind. Fest steht jedoch: Die Idee, diese Wasserressource zu nutzen, ist angesichts des Klimawandels und zunehmender Dürreperioden zu attraktiv, um sie nicht zu erforschen.

Das Forschungsprojekt wird im Verbund mit der TU Clausthal und der TU Braunschweig durchgeführt.

Zur Projektseite: https://www.eagrumo.tu-clausthal.de/ (externer Link, öffnet neues Fenster)

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Abgeschlossene Forschungsprojekte

Die Kanaldetektive

Die Kanaldetektive

Das Abwasser urbaner Räume verrät viel über die Lebensgewohnheiten und die Gesundheit der Bevölkerung, denn über die Toilette gelangen Drogen, Medikamente sowie Viren und Bakterien ins Kanalnetz. Spätestens seit der Corona-Pandemie stehen Kanäle und Kläranlagen daher im Fokus der Forschung, weil die Konzentration ausgeschiedener SARS-CoV2-Viren Rückschlüsse auf die Durchseuchung erlaubt.

Ebenso aktuell sind multiresistente Keime, die sowohl von Infizierten in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen als auch in Privathaushalten ausgeschieden werden. Um die Eintrittspfade räumlich genau zu erfassen, finden die Messungen direkt im städtischen Kanalnetz statt. So lassen sich die vorhandenen Resistenzen über den Querschnitt der angeschlossenen Bevölkerung einschätzen. Exemplarisch geschieht dies im Stadtgebiet Celle, und zwar in Kooperation mit der Stadtentwässerung Celle und dem AKH Celle.

Um an die Daten zu gelangen, entwickeln und erproben die Kanaldetektive passive Probenehmer und etablieren zudem Laborprotokolle, mit denen sich resistente Gene per PCR nachweisen lassen. Außerdem optimieren sie die Probenahmestandorte mithilfe KI-gestützter und heuristischer Methoden. Dabei kommt es darauf an, mit möglichst wenigen Probenahmepunkten Kosten zu sparen, gleichzeitig aber genügend räumliche Information zu gewinnen, damit sich die Eintrittspfade der Keime zuverlässig zurückrechnen lassen.

Publikationen:
  • Look, J., Düker, U., Nogueira, R., Klawonn, F., & Wallner, M. (2026). Optimizing exposure duration and material selection for Passive Samplers for an improved wastewater surveillance of faecal pollution, Journal of Environmental Management
  • Yao, Nogueira, Klawonn, Wallner (2025). Multi-objective Optimization of Sampling Locations for Source Detection of Antibiotic-resistant Genes in Hydrosystems, Knowledge-Based Systems

Personen

Vorstand CHH

Vorsitzender

Prof. Dr.-Ing. Markus Wallner

Gebäude C, Raum C 7, Suderburg

Professor für

• Siedlungswasserwirtschaft

• Wasser- und Abwassernetze

• Hydrologie in Siedlungsgebieten

• Wasserversorgung

 

Vorsitz CHH - Center for Hydrosystems and Health

Prof. Dr.-Ing. Markus Wallner

Mitglieder CHH

Mitglieder der Ostfalia

Weitere Mitglieder

Prof. Dr.-Ing. Regina Nogueira

Leibnitz Universität Hannover (LUH)

Forschungsgebiete:

• Biologischen Abwasserbehandlungen

• Hydrobiologische Aspekte des Wasserressourcenmanagements

• Wasserqualitätsmonitoring im Labor- und Industriemaßstab mit besonderem Fokus auf der Detektion pathogener Bakterien und Viren

• Evaluierung von Gesundheitsrisiken durch Abwasserkontakt

 

www.isah.uni-hannover.de/de/institut/team/detailseiten/prof-dr-ing-regina-nogueira (externer Link, öffnet neues Fenster)

Ausstattung

Labor

Messung von Standardparametern

Die Labore für Umweltanalytik am Campus Suderburg werden sowohl für die laufenden Forschungsprojekte und die Lehre der Studierenden genutzt, als auch die Bearbeitung externer Analyseaufträge. Die Laborausstattung ermöglicht es den Beschäftigten die Bestimmung von Standardparametern, wie bspw. dem pH-Wert, der Leitfähigkeit, CSB, NH 4-N, TKN und weiteren. Außerdem stehen verschiedene Laborgeräte zur Elementar- und Spurenanalytik zur Verfügung, um PAK, Permanentgase, LCKW, PCB und Aromaten zu bestimmen. Besonders zu erwähnen, ist das Labor für Molekularbiologie.

Zum weiteren Equipment gehören auch mehrere Modelle von technischen Anlagen im Labormaßstab. Es können Versuche zur Faulschlammbehandlung und ebenfalls Sedimentationsversuche in einem Absetzbecken durchgeführt werden. Des Weiteren steht eine Laborkläranlage mit Denitrifikationsstufe, Sauerstoffeintragsregelung und kontinuierlicher Schlammrückführung zur Bestimmung der biologischen Abbaubarkeit zur Verfügung.

  • Photometer zur Messung von Küvettentests (HachLange und Macherey&Nagel) mit den dazugehörigen Aufschlussblöcken

  • Kjeldahl Aufschlussblock und Destillation zur Bestimmung von NH 4-N, TKN und NOx

  • Element-Analytik mit den Geräten AAS Analyst 200 und ICP-OES Optima 8000

  • Diverse Laborgeräte (GC 4 Autosystem mit ECD für GC-MS, GC 1 Autosystem XL mit ECD, GC 2 Autosystem mit FID/WLD, GC 3 Autosystem XL mit FID) zur Bestimmung von Permanentgasen, LCKW, PCB und Aromaten

  • Rotationsverdampfer (HB 10, RV 10 digital, RV 10), Spektrometer (UV/VIS Lambda 25), Reinstwasseranlage (Barnstead Smart 2 Pure), HPLC (Dionex Ultimate 3000), GC-MS-MS und Pyrolyse und Ultraschallbad

Molekularbiologie

Das Labor für Umweltananlytik am Campus Suderburg wurde im August 2022 um ein Labor für Molekularbiologie erweitert. Kernstück der Laborausstattung ist die digitale Droplet PCR (ddPCR) der Firma Bio Rad, bestehend aus einem Droplet Generator, Sealer, zwei Thermocyclern und dem Reader. Im Unterschied zur standardmäßigen qPCR ermöglicht die ddPCR die exakte (absolute) Mengenbestimmung von DNA-Sequenzen. Die ddPCR kann bis zu fünf Zielgene simultan aus einer Probe messen. Der Spectralphotometer „NanoDrop One“ der Firma Fisher Scientific wird zur Bestimmung der RNA bzw. DNA-Konzentrationen eingesetzt.

Untersucht werden Wasser- und Sedimentproben aus Abwasser- und Regenwasserkanälen sowie Oberflächengewässern hinsichtlich ihrer Belastung mit pathogenen Bakterien und Viren. Deshalb sind aufwendige Vorbehandlungsschritte zur Nucleinsäureextraktion und Aufreinigung notwendig. Dafür stehen Druckfiltrationseinheiten und eine Kühlzentrifuge zur Verfügung. Die fachgerechte Probenlagerung erfolgt in einer Ultratiefkühltruhe.

Die generierten Messergebnisse bilden die Datengrundlage für die Entwicklung der Prognosetools bzw. die Erstellung von Simulationsmodellen im Rahmen der Forschungsprojekte des CHH. Aktuelle Themen sind die Projekte PRIUS für die Bewertung pathogener Keime im Regenwasserkanal und Kanaldetektive zur Detektion multiresistenter Erreger.

Probennahme

Probennahmengeräte

Im Rahmen des Forschungsprojekts SCREENING wurden für die Probenahme im Stadtgebiet Hildesheim fünf Geräte des Typs Nemo 1 M PP der Firma ORI angeschafft. Aufgrund der ATEX-Zertifizierung ist eine Probenahme innerhalb des Kanalnetzes möglich. Dabei werden die Proben auf 12 Einzelflaschen verteilt, wodurch neben der Detektion von Pathogenen auch die zeitliche Varianz kommunaler Abwässer bestimmt werden kann. Mittlerweile werden die Probenahmegeräte im Stadtgebiet von Celle in dem Projekt PRIUS zur Beprobung von Starkregenereignissen sowie in dem Projekt „Die Kanaldetektive“ zur Detektion von multiresistenten Keimen im Abwasser eingesetzt.

Neben den mobilen automatischen Probenehmern werden zur Probenahme auch Schöpfkellen eingesetzt, um qualifizierte Stichproben zu nehmen. Ein weiterer Ansatz, welcher im Forschungsprojekt „Die Kanaldetektive“ verfolgt wird, ist die Entwicklung und der Einsatz von passiven Probenehmern. So soll das Sediment aus dem Abwasser aufgefangen und später im Labor für Mikrobiologie analysiert werden.

Abflussmessung

Messgeräte

Um Abflussmessungen im Kanalnetz von Hildesheim durchführen zu können, wurden zum Projektstart von SCREENING zwei ATEX zertifizierte Durchflussmessgeräte des Modells „MSFM S2.5T“ der Firma Detectronic beschafft. Durch die Messung des Wasserstandes per Druck und der Fließgeschwindigkeit per Ultraschall Doppler Sensor in Kombination mit der Fehlerkompensation durch die Temperaturmessung, ist die Bestimmung des Durchflusses möglich. Die erfassten Messdaten dienen der Kalibrierung der Kanalnetzmodelle.

Seit dem Abschluss des Projektes SCREENING werden die beiden Geräte im Stadtgebiet von Celle für das Projekt PRIUS im Regenwasserkanal eingesetzt. In Zukunft sollen ebenfalls Abflussmessungen im Schmutzwasserkanal in Celle für das Projekt „Die Kanaldetektive“ durchgeführt werden.

Adresse

CHH – Center for Hydrosystems and Health
Gebäude C, Raum C 7
Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften
Hochschule Braunschweig/Wolfenbüttel
Campus Suderburg
Herbert-Meyer-Straße 7
29556 Suderburg

Route planen (Google) (externer Link, öffnet neues Fenster)

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