Den Beschäftigten im Gesundheitswesen stehen vielfältige digitale Werkzeuge zur Verfügung, die sie im Alltag unterstützen können, doch viele sind darauf kaum vorbereitet. Pflegefachkräfte und Lehrende müssen gut qualifiziert werden, damit sie digitale Technologien und KI sicher und effizient nutzen, Ethik und Recht im Blick behalten und KI-Vorschläge kritisch reflektieren. Forschungsteams der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften befassen sich in zwei Projekten mit dem Aufbau digitaler Kompetenzen sowie dem notwendigen Wissenstransfer, um die Chancen der Digitalisierung in der Praxis zu fördern. Menschen reagieren sehr unterschiedlich auf digitale Technologien. Manche probieren sie intuitiv aus, andere beobachten erst und holen sich Tipps, wieder andere ignorieren sie oder lehnen sie ab. Dabei werden digitale und KI-Kompetenzen im Gesundheitswesen immer wichtiger und vielfältiger. Es gibt zum Beispiel digitale Helfer, die Vital- und Blutwerte überwachen, medizinische Daten auswerten, die Administration erleichtern oder Entscheidungen unterstützen. Um mit diesen digitalen Tools umgehen zu können, bündelt das anerkannte Modell „European Digital Competence Framework for Citizens (DigComp)“ 21 digitale Kompetenzen in fünf Hauptbereiche: Informations- und Datenkompetenz, Kommunikation und Zusammenarbeit, Erstellung digitaler Inhalte, Sicherheit sowie Problemlösung. Ergänzt werden diese um Kenntnisse und Fähigkeiten im Umgang mit KI, Führung oder Selbstdisziplin.
Berufsspezifische Schulungsmaterialien
„Die Vielfalt digitaler Möglichkeiten macht deutlich, dass Schulungsmaterialien gut in Tiefe und inhaltlichen Schwerpunkten gewichtet werden müssen“, sagt Stephanie Krebs von der Ostfalia Hochschule. Sie hat in einem Forschungsteam daran gearbeitet, berufsspezifische Schulungsmaterialien zu erstellen. Innerhalb des EU4Health-geförderten Projekts „Dynamic Digital Skills for Agility and Resilience in Medical and Allied Professions (DDS-MAP)“ erprobten Forschungspartner in sieben europäischen Ländern im Jahr 2025 praxisnahe Lerneinheiten. Diese Modulinhalte unterstützen verschiedene Gesundheitsberufe erfolgreich im alltäglichen Umgang mit digitalen Tools und sind bei einigen Projektpartnern weiterhin im Einsatz.Eine Vielzahl der Projektergebnisse sind auf der DDS-MAP-Webseite frei zugänglich.
Von Technik über Recht zur Ethik
„Mit dem Projekt KI-PflegeFit wollen wir Pflegefachberufe fit für die Zukunft mit KI machen“, erläutert Prof. Dr. Martina Hasseler. Dabei nimmt das Projektkonsortium folgende Fragestellungen in den Blick: Wann und in welcher Form dürfen Pflegefachkräfte KI einsetzen? Welche KI eignet sich zur Unterstützung bestimmter pflegerischer Aufgaben? Können die Nutzerinnen und Nutzer die Ergebnisse kritisch reflektieren?
Richtlinien sowie ethische und soziale Werte sind im internationalen Vergleich sehr unterschiedlich ausgelegt. Dazu gibt es große technische Unterschiede zwischen Datenanalyse, interaktiver Intelligenz als Grundlage für Chatbots sowie generativer Intelligenz, die neue Inhalte auf Basis gelernter Trainingsdaten erstellt.
Ziel der Projektpartner ist es daher, dass Pflegefachberufe lernen, potenzielle KI-Risiken zu erkennen und einzuordnen, ohne sich verunsichern zu lassen, sodass sie digitale Tools aus Angst gar nicht nutzen.
Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften
Fakultät Gesundheitswesen
→ M. Sc. Stephanie Krebs
→ st.krebs(at)ostfalia.de (öffnet Ihr E-Mail-Programm)
→ Prof. Dr. Martina Hasseler
→ m.hasseler(at)ostfalia.de (öffnet Ihr E-Mail-Programm)
→ www.ostfalia.de/hochschule/fakultaeten/fakultaet-gesundheitswesen
→ https://ddsmap.easpd.eu/de/results/ (externer Link, öffnet neues Fenster)