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Das Projekt “Nachhaltige Ostfalia” stellt sich vor

Mit dem Projekt „Nachhaltige Ostfalia“  (NachOs) möchten wir unsere Hochschule zu einem Ort des Wandels machen – ökologischer, innovativer und verantwortungsvoller. Unser Ziel: die Ostfalia Hochschule Schritt für Schritt nachhaltiger und damit zukunftsfähiger zu gestalten.

Aufgaben des NachOs-Projektes

  • Entwicklung einer gemeinsamen Nachhaltigkeitsstrategie: Diese soll die Grundlage dafür bilden, dass sich an der Hochschule eine starke Struktur etabliert, die gute Ideen aufgreift, vernetzt, weiterdenkt und wirkungsvoll umsetzt. Denn wir sind überzeugt: Nachhaltigkeit gelingt nur, wenn alle mitdenken und mitgestalten – über Fakultäten, Disziplinen und unsere Standorte hinweg. Die Nachhaltigkeitsstrategie der Ostfalia befindet sich derzeit im Entwicklungsprozess und wird gemeinsam mit verschiedenen Akteur*innen der Hochschule erarbeitet
  • Förderung von Bildungsangeboten im Bereich Nachhaltigkeit.
  • Unterstützung und Begleitung von nachhaltigen und transformativen Projekten in den Bereichen Forschung, Lehre, Betrieb und Community.
  • Schaffung von Räumen für Austausch, Inspiration und gemeinsames Lernen – durch Veranstaltungen, Workshops und gelebte Zusammenarbeit.
  • Anlaufstelle für alle, die sich für soziale, ökologische und wirtschaftliche Gerechtigkeit, den Schutz unserer Umwelt und den Aufbau nachhaltiger Partnerschaften in der Region engagieren möchten.
  • Etablierung des systemischen Denkens, Aufbau von Netzwerken mit der Praxis und die Förderung der interdisziplinären Zusammenarbeit über Fakultätsgrenzen hinweg.

Nachhaltigkeitsaktivitäten in der Ostfalia

Governance

Strategie

Die Ostfalia verfolgt einen gesamtinstitutionellen Ansatz („Whole Institution Approach“), wobei Nachhaltigkeit als leitendes Prinzip in allen Handlungsfeldern und auf allen Organisationsebenen verankert wird. Die Transformation zu einer nachhaltigen Hochschule wird als langfristiger, dynamischer und reflexiver Prozess verstanden, der sowohl strukturelle als auch kulturelle Veränderungen umfasst. Ziel ist es, nachhaltigkeitsbezogene Prinzipien dauerhaft in Entscheidungsprozessen, Organisationsstrukturen und Handlungspraktiken zu integrieren.

In den Jahren 2024 und 2025 wurde an der Ostfalia Hochschule eine systematische Wesentlichkeitsanalyse, auf Grundlage der in der DGHochN vereinbarten Standards, durchgeführt. 

Dabei wurden folgende Themenfelder als wesentlich für die Hochschule identifiziert:

  1. Regenerative Stromerzeugung
  2. Regenerative Wärmeerzeugung
  3. Energieeinsparung durch technische Maßnahmen und Gebäudesanierung
  4. Nachhaltige Mobilität
  5. Klimafolgenanpassung und Wassermanagement
  6. Integration der Sustainable Development Goals (SDG´s) in Forschung und Lehre
  7. Personal-, Gesundheitsmanagement sowie Diversität und Chancengleichheit
  8. Transfer

Diese Themenfelder definieren die prioritären Handlungsfelder, entlang derer strategische Ziele und Maßnahmen entwickelt und umgesetzt werden. Dabei werden die Dimensionen Ökologie, Ökonomie und Soziales als gleichwertige Säulen verstanden, die gemeinsam das Dach der Nachhaltigkeit tragen. Das Leitbild und die Werte der Hochschule bilden dabei die Grundlage, auf der dieses Verständnis aufbaut. Die Erkentnisse aus der Wesentlichkeitsanalyse sollen künftig Orientierung für die nachhaltige Entwicklung der Hochschule geben. 

In der Hochschule wurden Strukturen geschaffen, um das Thema Nachhaltigkeit langfristig in der Hochschule zu verankern. Eine Steuerungsrunde, in der Vertreter*innen verschiedener Statusgruppen mitwirken, tagt seit dem Jahr 2023 regelmäßig zu diesem Thema. Zu Beginn des Jahres 2026 wurde zudem ein hochschulweiter Fonds zur internen Kompensation von Flugreisen eingerichtet. Mit den darüber generierten Mitteln werden Nachhaltigkeitsprojekte an der Hochschule gezielt mitfinanziert.

Die Nachhaltigkeitsstrategie der Ostfalia wird derzeit gemeinsam mit verschiedenen Akteur*innen der Hochschule entwickelt. Der Strategieprozess ist noch nicht abgeschlossen.

Zukunftsfähige Hochschulentwicklung

Hochschulen sind als soziale Systeme in ein dynamisches und komplexes Umfeld eingebettet. Ihre langfristige Zukunftsfähigkeit hängt wesentlich davon ab, wie flexibel und lernfähig sie auf gesellschaftliche, technologische und ökologische Veränderungen, im Einklang mit der Mitwelt*, reagieren können. Nachhaltige Hochschulentwicklung bedeutet daher, Strukturen und Prozesse so zu gestalten, dass unterschiedliche Kompetenzen, Perspektiven und Lösungsansätze berücksichtigt und miteinander verbunden werden.

Vielfalt und Pluralität werden dabei als zentrale Ressourcen verstanden. Unterschiedliche Talente, Perspektiven, Methoden, Strukturen und Wege ermöglichen es, auf komplexe Herausforderungen angemessen zu reagieren und neue Lösungsansätze zu entwickeln. Eine nachhaltige Hochschule schafft deshalb Räume für Beteiligung, Kooperation, Reflexion und Innovation und nutzt die daraus entstehende Vielfalt als Grundlage für ihre Weiterentwicklung. 

Hochschulentwicklung ist somit kein abgeschlossener Zustand, sondern ein kontinuierlicher Prozess des Suchens, Lernens, Reflektierens und Gestaltens. Ziel ist es, die Hochschule als soziales System dauerhaft anpassungs-, innovations- und zukunftsfähig zu gestalten.

*Der Begriff „Mitwelt“ erweitert die traditionelle Vorstellung von „Umwelt“, indem er verdeutlicht, dass der Mensch nicht außerhalb oder losgelöst von seiner natürlichen und sozialen Umgebung steht, sondern selbst Teil dieser Zusammenhänge ist. Natur, Gesellschaft und menschliches Handeln sind miteinander verbunden und beeinflussen sich gegenseitig. Nachhaltigkeit bedeutet aus dieser Perspektive, diese Wechselwirkungen bewusst wahrzunehmen und Verantwortung für die gemeinsame Lebensgrundlage zu übernehmen. Eine mitweltorientierte Entwicklung berücksichtigt daher ökologische, soziale und gesellschaftliche Dimensionen gleichermaßen und zielt darauf ab, Beziehungen zwischen Mensch, Gesellschaft und Natur langfristig verantwortungsvoll zu gestalten.

 

Betrieb

Betriebliche Maßnahmen zur Stärkung der Nachhaltigkeit und Klimaresilienz 

In den vergangenen Jahren wurden standortübergreifend umfassende Maßnahmen zur energetischen Sanierung und Optimierung der technischen Gebäudeausrüstung geplant und umgesetzt. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, den Primärenergiebedarf zu senken, Emissionen zu reduzieren und langfristig eine emissionsfreie Energieversorgung sicherzustellen.

Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau der Eigenstromerzeugung durch Photovoltaikanlagen (PV). An allen vier Standorten – Salzgitter, Suderburg, Wolfenbüttel und Wolfsburg – wird die Stromerzeugung für die Deckung der elektrischen Grundlast sukzessive durch PV-Anlagen ergänzt. Parallel dazu wird die Wärmeversorgung im Rahmen von Neubau- und Sanierungsvorhaben schrittweise auf regenerative Energieträger, wie z. B. Solarthermie, Wärmepumpen und Nahwärmelösungen, umgestellt.

Für Bestandsgebäude mit Heizsystemen am Ende ihres Lebenszykluses werden aktuell Optionen für eine nachhaltige Erneuerung geprüft. Dies schließt auch Systemvergleiche zur Effizienzbewertung alternativer Technologien mit ein.

Zur systematischen Erfassung, Analyse und Steuerung des Energieverbrauchs wurde 2024 ein Energiemanagementsystem (EMS) eingeführt. Es ermöglicht ein kontinuierliches Energiemonitoring und bildet die Grundlage für datenbasierte Optimierungsmaßnahmen im Gebäudebestand. Die Analyse der Energieverbräuche ist insbesondere im Hochschulumfeld mit komplexen Nutzungsprofilen ein zentraler Baustein zur Steigerung der Energieeffizienz.

Aktuell erfolgt an allen Standorten eine umfassende Potenzialanalyse der Gebäudeinfrastruktur. Im Fokus stehen eine Kosten-Nutzen-Bewertung möglicher Maßnahmen sowie die Erstellung eines integrierten Transformationsplans zur Erreichung von Emissionsfreiheit im Gebäudebetrieb.

Die Analyse umfasst unter anderem ein detailliertes Energieaudit, die Überprüfung und Optimierung der bestehenden Heiztechnik, einen hydraulischen Abgleich der Heizsysteme sowie eine Stromstoffanalyse zur Identifikation energetischer Einsparpotenziale. Darüber hinaus werden Aspekte der Klimafolgenanpassung in die bauliche Entwicklung integriert. Hierzu zählen Maßnahmen zur Regenwasserbewirtschaftung, wie z. B. Versickerungsanlagen und Rigolen, die insbesondere bei Starkregenereignissen zur Entlastung der Kanalisation beitragen und die lokale Grundwasserneubildung fördern. 

Im Zuge von Sanierungen und Neubauten wird verstärkt auf die Begrünung von Dachflächen gesetzt. Extensive und biodiversitätsfördernde Gründächer tragen zur Mikroklimaverbesserung, zur Reduktion des Regenwasserabflusses sowie zur Minderung versiegelter Flächen bei. Ergänzend wird durch die Anlage von Blühflächen und eine ökologisch orientierte Flächenbewirtschaftung die Biodiversität auf den Campusgeländen gezielt gefördert. Mit unserem Engagement für Energieeffizienz, erneuerbare Energien und eine nachhaltige Campusgestaltung verfolgen wir das Ziel, den ökologischen Fußabdruck der Ostfalia Hochschule konsequent zu reduzieren und zugleich einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz und zur Förderung der Biodiversität zu leisten.

Lehre

Nachhaltige Lehre

Die Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften verankert die SDG´s systematisch in Forschung, Lehre und Transfer und versteht Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) als zentralen Bestandteil ihres Bildungsauftrags. Ziel ist es, Studierende und Mitarbeitende zur aktiven, reflektierten und verantwortungsvollen Mitgestaltung gesellschaftlicher Transformationsprozesse zu befähigen. Als Hochschule fördern wir den inter- und transdisziplinären Dialog über Nachhaltigkeitsthemen und BNE und fördern inter- und transdisziplinäre Lehr-Lern-Formate zur Bearbeitung komplexer Nachhaltigkeitsfragen im Rahmen des Studiums. 

Dabei wollen wir die Studierenden der Fakultäten aktiv einbinden zum Mitgestalten ermuntern. Dazu wurde, erstmalig im Jahr 2024, eine inter- und transdisziplinäre Ringvorlesung zum Thema „nachhaltiger Zukunftsgestaltung“ angeboten. Sieben Fakultäten der Hochschule konnten im Rahmen der Veranstaltung spannende Einblicke und Impulse einbringen und zum Mitmachen und Nachdenken anregen.

Darüber hinaus fanden in den letzten Jahren verschiedenste Lehrprojekte zur Nachhaltigkeitsberichterstattung, zu transformativer Sozialer Arbeit, Biodiversität und sozialer Gerechtigkeit, Permakultur, Green IT und nachhaltiger Mobilität statt. 

Forschung und Transfer

Nachhaltige Forschung und Praxistransfer

Die Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften versteht sich als transformative Hochschule, die aktiv zur gesellschaftlichen Nachhaltigkeitstransformation beiträgt. Durch die Zusammenarbeit von Wissenschaft mit Partnern aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung entsteht ein breites Verständnis von Transfer im Dialog.

Die Hochschule stärkt diesen  Ansatz durch die systematische Verknüpfung von Forschung, Lehre und gesellschaftlicher Anwendung im Sinne eines transformativen Wissenschaftsverständnisses, der Förderung der Aufbereitung wissenschaftlicher Erkenntnisse als Transformationswissen für gesellschaftliche Praxis und Weiterentwicklung und als aktive Akteurin in regionalen und globalen Nachhaltigkeitsnetzwerken. Weiter unterstützt die Hochschule Gründungsinitiativen im Bereich Nachhaltigkeit und Transformation. 

Im den letzten Jahren wurden etliche neue Forschungs- und Transferprojekte neu initiiert, um Impulse in der Hochschule und der Region für nachhaltige Entwicklung, Zukunftsthemen und Innovation in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft voranzutreiben.

Einige interessante Projekte mit Nachhaltigkeitsbezug sind z.B.: 

  • Autonomes Biomonitoring - Ein Citizen-Sciences-Projekt zur Überwachung der Wasserqualität und der toxischen Algenblüte unter dem Einfluss des Klimawandels
  • Entwicklung einer offenen, KI gestützten Regionalplattform zur Vernetzung verschiedener smarter Sensorcluster für die intelligente, ressourcenschonende Feldbewässerung (KIBrain)
  • SmartCity Irrigation - autarke Bewässerungstechnik an Buswartestellen für Stadtbäume und Stadtgrün
  • Implementation of the SDGs - a comparative approach in India, Nepal and Germany (SDG=Sustainable Development Goals)
  • Räumliche und zeitliche Wasserverteilung unter Bewässerungsmaschinen
  • Entwicklung und Implementierung eines kontinuierlichen Wasserqualitätsmonitoring-Systems am Beispiel des Ernst-August-Wasserlösestollens im Harz
  • Anschaffung eines Prüfstands zur Erforschung der Elektrolysealterung
    und -Kreislauffähigkeit
  • WassKli - Wasserspeicher- und Betriebsstrategie zur Anpassung an den Klimawandel
  • South Baltic Electromobility Enabling Services
  • Ökologisch? Sozial? Solidarisch? Klimakrise und Soziale Arbeit
  • Zukunftslabor Digitized Circular Economy
  • C2C-Naturbau - leanLCA / Modul zur Einbindung von technischer
    Gebäudeausrüstung sowie Nutzerprofilen, Klimadaten und technischen Kennwerten in der
    Nachhaltigkeitsbewertung 

Neben den zahlreichen neuen Forschungs- und Transferprojekten bringt sich die Hochschule aktiv in den Dialog mit der Wirtschaft und Öffentlichkeit ein: unter anderem durch unsere Initiierung eines regionalen Runden Tisches zum Thema Nachhaltigkeit, dem Klimaforum Wolfenbüttel, verschiedenen Ausstellungen und Vortragsformaten im Wissensort Wolfenbüttel (WoW) oder bei Fachkongressen und regionalen Verbünden und Netzwerken. 

Die Ostfalia Hochschule ist Mitglied im Netzwerk Nachhaltigkeit Niedersächsischer Hochschulen, der DGHochN und engagiert sich im Gemeinschaftswerk Nachhaltigkeit. 

 

Ansprechpartner NachOs

B. A. Jesse Otto Taneli Letter

Nachhaltigkeitsmanagement, Wissens- und Technologietransfer (WTT)

Gebäude Am Exer 23, Raum 005, Wolfenbüttel

B. A. Jesse Otto Taneli Letter

Förderung

Wappen des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur
  • Laufzeit: 06/2023 – 05/2026
  • Projektleitung: Prof. Dr. Thomas Benda, Prof. Dr. Heinz-Dieter Quack
  • Projektbudget: 801.059,60 €
  • Gefördert vom Land Niedersachsen im Rahmen des Förderprogramms „Spitzenforschung für Niedersachsen“

Netzwerke