Wie kann Wasser in Zeiten von Klimawandel, Trockenheit und Starkregen nachhaltig genutzt und geschützt werden?
Mit dieser Frage beschäftigte sich der „Projekttag Wasser 2026“, der am 28. Mai 2026 auf dem Campus Suderburg der Ostfalia Hochschule stattfand. Die mittlerweile 13. Ausgabe des Projekttages wurde von ERICA Ingenieure e.V. gemeinsam mit dem INBW der Ostfalia organisiert. Es nahmen ca. 120 Personen teil. Im Mittelpunkt standen aktuelle Herausforderungen rund um die Themen Wassermanagement, Landwirtschaft und Klimaanpassung.
Ulrich Ostermann vom Kreisverband der Wasser- und Bodenverbände betonte die Bedeutung des Themas Wasser: „Wasser ist das wichtigste und zugleich verletzlichste Element im Klimawandel. Wir brauchen Akzeptanz für notwendige Maßnahmen – sowohl bei den Menschen als auch in der Politik.“
Ein zentrales Thema des Projekttages war die Zukunft der Beregnung im Raum Lüneburg-Uelzen. Ulrich Ostermann zeigte auf, wie entscheidend eine effiziente Wassernutzung für die Landwirtschaft geworden ist. Anschließend stellte Stefan Schreiber innovative Ansätze zum Hochwasserschutz auf landwirtschaftlichen Flächen vor. Besonders großes Interesse weckte dabei ein Agroforst-System im sogenannten Keyline-Design, das Wasser besser in der Landschaft halten soll.
Am Nachmittag standen technische und praktische Lösungen im Fokus. In den Fachvorträgen ging es unter anderem um Wasserverluste bei Beregnungsanlagen, moderne Wasserspeicher für die Landwirtschaft und Dränagen im Zusammenhang mit großen Infrastrukturprojekten wie dem Ausbau der SuedLink-Trasse.
Bedeutung intakter Moore für den Klimaschutz
Besonders spannend war zudem der Ausblick auf die Zukunft der Moore. Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ostfalia Hochschule stellten die aktuellen Forschungsprojekte „4DRain“, „WassKli“, „NassMoor“ und „MoniMoor“ vor. Dabei wurden innovative Ansätze präsentiert, um Landwirtschaft, Naturschutz und Wassermanagement besser miteinander zu verbinden und Moorflächen nachhaltig zu nutzen. Marten Beiermann von der ZukunftMoor Gnarrenburg GmbH konnte aus der Praxis berichten, wo das Torfmoos wächst und was es dabei zu beachten gilt. Sonja Heemann von der Deutschen Wildtier Stiftung berichtete über Projekte zur Moorwiedervernässung und zum Waldumbau. Dabei wurde deutlich, welche enorme Bedeutung intakte Moore für den Klimaschutz, die Artenvielfalt und den natürlichen Wasserhaushalt besitzen.
Der Projekttag zeigte eindrucksvoll, wie wichtig die Zusammenarbeit von Wissenschaft, Landwirtschaft und Praxis ist, um nachhaltige Lösungen für den Umgang mit Wasser zu entwickeln.
Der nächste Projekttag Wasser findet am 27.5.2027 statt.