Im Rahmen des Forschungsprojekts WassKli des Instituts für nachhaltige Bewässerung und Wasserwirtschaft im ländlichen Raum (INBW) wurden kürzlich Sensoren auf landwirtschaftlichen Flächen in der Region Lüchow/Rehbeck installiert. Ziel ist es, die Grundlage für eine nachhaltige und klimaangepasste Bewässerung in Nordostniedersachsen weiter zu verbessern.
Gefördert wird das Projekt im Rahmen von „Landwirtschaftliche Produktion und Nachhaltigkeit (EIP Agri)“ durch die Europäische Union.
Projektlaufzeit: 07/2024 bis 06/2027
Steigender Wasserbedarf durch Klimawandel und zunehmende Dürre
Die Landwirtschaft steht zunehmend vor großen Herausforderungen: Längere Trockenperioden und steigende Temperaturen führen dazu, dass der Wasserbedarf auf den Feldern wächst. Gleichzeitig sind natürliche Wasserressourcen begrenzt und müssen sorgfältig genutzt werden. Genau hier setzt das Projekt WassKli an. Unter der Leitung von Prof. Dr. Klaus Röttcher und unter Mitarbeit von Felix Schmidt und Maurice Dedolf (siehe Foto) wird untersucht, wie Wasser in der Landschaft besser gespeichert und für die landwirtschaftliche Nutzung verfügbar gemacht werden kann.
Sensoren liefern wichtige Daten für effiziente Bewässerung
Die installierten Sensoren erfassen kontinuierlich Daten zur Bodenfeuchte und zum Mikroklima. Zusätzlich werden Luftfeuchtigkeit, Strahlung und Windgeschwindigkeit gemessen. Diese Informationen ermöglichen es, Bewässerungsgaben gezielter zu planen und an die jeweiligen Standortbedingungen anzupassen. Besonders in Regionen mit sandigen Böden, wie sie in Nordostniedersachsen häufig vorkommen, ist ein effizienter Umgang mit Wasser von zentraler Bedeutung.
„Die Sensoren zeigen uns sehr genau, wie sich Wasser im Boden verteilt und wie viel den Pflanzen tatsächlich zur Verfügung steht. Diese Daten helfen uns, Bewässerung gezielt einzusetzen und langfristig an die veränderten klimatischen Bedingungen anzupassen“, erklärt Felix Schmidt, wissenschaftlicher Mitarbeiter am INBW.
Nachhaltige Bewässerungssysteme und alternative Wasserressourcen
Gemeinsam mit landwirtschaftlichen Betrieben werden im Projekt neue Ansätze entwickelt, um die Wasserversorgung langfristig zu sichern. Dazu gehören unter anderem die Nutzung zusätzlicher Wasserressourcen sowie die Entwicklung integrierter Konzepte für Bewässerungssysteme. Ziel ist es, Erträge zu sichern, die Betriebe widerstandsfähiger gegenüber klimatischen Veränderungen zu machen und gleichzeitig natürliche Ressourcen zu schonen.
Die Arbeiten auf dem Feld sind ein wichtiger Baustein, um praxisnahe Lösungen zu entwickeln. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in die weitere Projektarbeit ein und tragen dazu bei, konkrete Handlungsempfehlungen für die Landwirtschaft zu erarbeiten.
Mit Projekten wie WassKli wird ein Beitrag dazu geleistet, die Landwirtschaft an die Folgen des Klimawandels anzupassen und zukunftsfähig zu gestalten.