Mit einem ersten gemeinsamen Ortstermin ist das Forschungs- und Entwicklungsprojekt erfolgreich in die nächste Phase gestartet. DISAFA steht für „Digitale Prozessketten zur energetischen Sanierung von Fachwerkbauten. Ziel des Projekts ist es, die Sanierung historischer Fachwerkgebäude durch den Einsatz digitaler Technologien grundlegend zu verbessern und effizienter zu gestalten.
Als Reallabor dient das Fachwerkhaus „Die Krone“ in Helmstedt. Das Gebäude steht seit längerer Zeit leer. Es liegt zentral in der Stadt und ist vielen Helmstedterinnen und Helmstedtern bekannt. Gerade dieser Zustand macht es zu einem geeigneten Objekt für die Entwicklung und Erprobung neuer Methoden im Umgang mit historischer Bausubstanz.
Wichtig ist dabei die Einordnung: Das DISAFA-Projekt ist kein Bestandteil einer umfassenden Gebäudesanierung, sondern dieser zeitlich vorgelagert. Ziel ist es, zunächst die digitalen Grundlagen, Verfahren und Werkzeuge zu erforschen und zu entwickeln und am konkreten Objekt zu testen. Die Erkenntnisse sollen anschließend in eine spätere, denkmalgerechte Sanierung einfließen und auf weitere Projekte übertragbar sein.
„Die Sanierung von Fachwerk ist heute oft noch stark handwerklich geprägt und mit hohem Aufwand verbunden. Mit DISAFA wollen wir digitale Werkzeuge so einsetzen, dass Qualität, Effizienz und Ressourcenschonung deutlich verbessert werden“, so die Projektbeteiligten vor Ort.
Im Zentrum des Projekts steht die Entwicklung digitaler Prozessketten, die von der 3D-Erfassung bestehender Fachwerkstrukturen bis zur automatisierten Fertigung passgenauer Bauteile reichen. Dabei sollen insbesondere robotergestützte Verfahren eingesetzt werden, um die hohe Komplexität historischer Gebäude – etwa Verformungen, Setzungen und individuelle Bauteilgeometrien – präzise zu berücksichtigen.
Das Projekt ist Teil des Bundesmodellvorhabens „Unternehmen Revier“. Neben der technologischen Entwicklung verfolgt DISAFA auch das Ziel, neue Wertschöpfungsketten zu etablieren. Des Weiteren soll das Wissen über innovative Sanierungsmethoden systematisch in Ausbildung und Praxis übertragen werden.
Mit DISAFA entsteht damit ein innovativer Ansatz, der Denkmalschutz, Digitalisierung und nachhaltiges Bauen miteinander verbindet – und neue Perspektiven für den Umgang mit dem umfangreichen Fachwerkbestand in der Region eröffnet.
Jetzt kamen die Projektpartner erstmals an einem konkreten Objekt zusammen, um die Umsetzung der entwickelten Ansätze im Bestand vorzubereiten. Beteiligt waren:
- Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften
- Florahof Verwaltungs- und Vermittlungs-Gesellschaft
- Studio Leonhard Pröttel Architektur
- WINOBO 3D Scan & Build
- Ingenieurholzbau Schaab