Wie lassen sich Investitionen in erneuerbare Energien rechtlich absichern? Dieser Frage widmet sich die Ausgabe 1/2026 der wissenschaftlichen Zeitschrift “Dyskurs – Diskurs über Recht und Verwaltung”, die am 18. September 2026 erschienen ist.
Sie bündelt die Ergebnisse eines deutsch-polnischen Forschungsprojekts, an dem die Universität Ermland-Masuren in Olsztyn, die Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften und die Universität Zielona Góra mitwirkten.
Das Projekt “Rechtsinstrumente zum Schutz und zur Stärkung von Investitionen in erneuerbare Energiequellen” wurde von der Deutsch-Polnischen Wissenschaftsstiftung unter der Projektnummer 200-2024-00860 gefördert. Die Gesamtleitung lag bei Professor Adam Bieranowski von der Universität Ermland-Masuren. Fünf Forschungsteams untersuchten rechtsvergleichende, öffentlich-rechtliche, privatrechtliche, historische sowie ethische und philosophische Fragestellungen.
Professor Dr. Winfried Huck leitete das Forschungsteam zum deutschen Privatrecht, dem außerdem Dr. Jennifer Maaß LL.M. und Dr. Naod Ghiorgis LL.M. angehörten. Die Forschungsergebnisse wurden am 26. und 27. September 2026 auf einer internationalen wissenschaftlichen Konferenz in Olsztyn vorgestellt. Mit der Veröffentlichung liegen sie nun gebündelt vor.
Offshore-Windenergie: Rechtliche Absicherung als Voraussetzung der Finanzierung
In seinem Beitrag untersucht Winfried Huck das Zusammenspiel des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen, englisch “United Nations Convention on the Law of the Sea” (UNCLOS), mit der privatrechtlichen Absicherung von Offshore-Projektfinanzierungen. Im Mittelpunkt stehen Windenergieanlagen in der ausschließlichen Wirtschaftszone.
Die Untersuchung vergleicht Deutschland, Norwegen, das Vereinigte Königreich, die Niederlande und Belgien. Sie zeigt, dass die Absicherung von Kreditgebern insbesondere auf gesellschaftsrechtlichen und vertraglichen Instrumenten beruht. Dazu gehören die Verpfändung von Gesellschaftsanteilen, die Abtretung von Forderungen und vertragliche Eintrittsrechte, durch die Kreditgeber unter festgelegten Voraussetzungen in Projektverträge eintreten können. Rechtlich verlässliche Verwaltungsentscheidungen und eine präzise vertragliche Risikoverteilung gewinnen damit für die Finanzierbarkeit der Energiewende besonderes Gewicht.
Die Veröffentlichung verbindet die Untersuchung konkreter Sicherungsinstrumente mit übergreifenden Fragen der Energiesolidarität und Klimagerechtigkeit. Sie bietet damit Anknüpfungspunkte für Wissenschaft, Verwaltung und die Gestaltung von Investitionsvorhaben.
Die Ausgabe ist auf der Internetseite der Zeitschrift (externer Link, öffnet neues Fenster) zugänglich. Winfried Hucks Beitrag “UNCLOS and the Challenge of Private Law in Offshore Project Finance” ist auf den Seiten 131–149 erschienen und hier direkt online abrufbar (externer Link, öffnet neues Fenster).