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Student berichtet: Exkursionsbericht 2026 zu Wilo SE, Thyssengas und Geberit

Aktuelles , , Fakultät Versorgungstechnik , Von: Text: H. Kellner / Bilder: Schiewe, H. Kellner und Ostfalia

Exkursion 2026 zu Wilo SE, Thyssengas und Geberit: Einblicke in KI, Wasserstoff, Gasnetze und Produktion – drei spannende Tage voller Technik und Praxis.

Gruppenbild von Studierenden der Fakultät Versorgungstechnik bei der Wilo SE.
Tag 1: Die Exkursion beginnt bei Wilo SE. Wir absolvierten einen Rundgang auf dem Skywalk und zeigten unsere Begeisterung mit Freudesprüngen.
Gruppenbild von Studierenden der Fakultät Versorgungstechnik vor einer Gasdruck-, Regel- und Messanlage.
Tag 2: Wir besuchten Thyssengas, einen der größten Gas-Fernleitungsnetzbetreiber Deutschlands und erhielten unter anderem von eine Einführung in die Gasdruck-, Regel- und Messanlage des Unternehmens.
Gruppenbild von Studierenden der Fakultät Versorgungstechnik vor der Firma Geberit.
Tag 3: Am letzten Tag unserer Exkursion waren wir zu Besuch bei der Firma Geberit in Düsseldorf und Langenfeld. An diesem Tag ging es rund um das Thema Trinkwasserhygiene.

Tag 1: Exkursion bei Wilo SE

Am 21.04.2026 trafen wir uns um 5:45 Uhr am Ostfalia-Parkplatz, wo Lothar (Busfahrer) mit dem Bus bereits auf unsere 23 personenstarke Exkursionsgruppe inklusive von Prof. Dr. Holger Dörr sowie dem wissenschaftlichen Mitarbeiter Dipl.-Ing. Peter Teuber und der wissenschaftlichen Mitarbeiterin. Stefanie Walter M. Eng. wartete. Pünktlich um 6 Uhr fuhren wir Richtung Dortmund zur Firma Wilo SE.

Nach der ersten Kaffeepause - diese gab es an den langen Exkursionstagen zum Glück in ausreichender Zahl - begrüßte uns um 10:30 Uhr der Vertriebsleiter für Wilo Deutschland Rainer Rixen und gab den Startschuss für das spannende, lehrreiche und abwechslungsreiche Programm. Wir wurden in drei Gruppen eingeteilt. Inhalte waren eine Führung durch die moderne Produktion, ein Vortrag zur Integration von künstlicher Intelligenz im Unternehmen und das Regelverhalten von Wilo-Pumpen. Letzteres wurde am modernen Pumpenprüfstand praxisnah untersucht und verglichen. Betreut wurden wir von den Wilo-Mitarbeitern Andreas Ahlhelm, Martin Schulze und Dennis Kühn.

Die Produktionsrundführung wurde von einem Mitarbeiter mit Unterstützung von Tablets durchgeführt. Da der Rundgang auf einem Skywalk über der eigentlichen Produktion stattfand, konnte man mithilfe von Einblendungen in den Tablets die Produktionsschritte gut nachvollziehen. Es wurde auf die dort fertiggestellten Nass- und Trockenläuferpumpen sowie deren Elektromotoren eingegangen, aber auch auf das klimabewusste Handeln. Im Fokus steht dabei eine gebäudetechnische Besonderheit. Die gesamte Produktionshalle ist komplett mit PV-Modulen ausgestattet und sorgt damit in vielen Fällen für eine Stromüberproduktion, welche zur Herstellung von Wasserstoff in Elektrolyseuren genutzt wird. Dieser Wasserstoff kann zu sonnenärmeren Zeiten von Brennstoffzellen zurückverstromt werden und somit ist die Halle fast unabhängig von externen Strombezug. Außerdem ist der Einsatz bzw. das Sponsoring von mehreren Sportteams und -arten zu erwähnen, wie dem deutschen Ruderachter oder der Dortmunder Frauenhandballmannschaft.

Nach einem ausgiebigem Mittagsimbiss und einer Runde Basketball im Networking Cube ging es weiter mit dem Vortrag zur Integration von künstlicher Intelligenz (KI). KI wird von Wilo in verschiedenen Arbeitsprozessen bereits erfolgreich eingesetzt. Das Spektrum reicht vom Einsatz in Qualitätskontrollen der Produktion, über lokale Datenbanken bis hin zur Simulation von komplexen Betriebsverhalten von Kraftwerkspumpen mit einer Baugröße von bis zu 25 Metern.

Darauffolgend ging es am Pumpenprüfstand um das Regelverhalten von Wilo-Pumpen. Untersucht wurden die Standardregelprogramme Δp-konstant, Δp-variabel und drehzahlgeregelter Betrieb. Dabei verglichen wir die Wirkungsgrade und Leistungsaufnahmen sowie Kennlinien der Pumpe im jeweiligen Betriebsmodus. 

Nachdem alle Fragen geklärt waren, machte sich die Gruppe zu Fuß auf den Weg zum nahegelegenen Hochofen „Phoenix West“. Ein Skywalk in 26 Metern Höhe über dem Industriedenkmal war der nächste Programmpunkt. Die kurze Wartezeit bis zur Führung über den Hochofen wurde bei der lokalen Brauerei „Bergmann“ überbrückt. Bei der Besichtigung wurde uns die Historie dieser imposanten Anlage erklärt, sowie auf die Herstellung von Roheisen Schritt für Schritt eingegangen.

Nach der kurzen Anreise zum Hotel und dem Einzug ließen wir den Abend bei einem leckeren griechischen Abendessen gemütlich ausklingen.

 

Tag 2: Exkursion bei Thyssengas

Am nächsten Morgen starteten wir früh nach dem Frühstück in Richtung Thyssengas– einen der großen Gas-Fernleitungsnetzbetreiber in Deutschland. Dort wurde uns zunächst nach einem Kaffee das Unternehmen mit seinen Aufgaben rund um die Sicherstellung eines verlässlichen und präzisen Gastransports sowie die Karrierechancen innerhalb von Thyssengas vorgestellt. Besonderes interessant war die persönliche Vorstellung des Traineeprogrammes durch drei Trainees. Danach stand ein unterhaltsames Planspiel zum Thema Wasserstoff-Gasnetz auf dem Programm, das Herr David Janoschka für uns entwickelt hat. Dabei wurden verschiedene Aspekte wie Wirtschaftlichkeit, Netzausbau, Wasserstoffkunden und Wasserstofferzeugung beleuchtet. In heißen Diskussionen wurde versucht, alle Interessensgruppen zu vereinen. Insgesamt konnte das Ergebnis festgehalten werden, dass auf Deutschland und alle Gasnetzbetreiber in Zukunft viel Arbeit und Verantwortung zukommt und nur regionsübergreifende Ausbaupläne eine wirtschaftliche, zielführende und nachhaltige Lösung darstellen. Nach einer kurzen Sicherheitseinweisung von Herrn Simon Vetter für die anstehende Gasstationsbesichtigung, durften wir die Leitwarte der Thyssengas besichtigen und die Mitarbeiter erklärten uns die Funktionen der Leitwarte sowie ihre Tätigkeiten.

Anschließend stärkten wir uns beim Mittagessen und fuhren zu einer Gasdruck-, Regel- und Mess-Anlage (kurz: GDRM) im Umfeld. Hier erklärte uns der Mitarbeiter Michael Gertz den prinzipiellen Aufbau, jede Komponente und die Funktionsweise einer Übergabestation. Vom Drosselventil über den Wärmeübertrager bis zur Platzierung von riesigen T-Stücken war alles dabei.

 

Tag 3: Exkursion bei Geberit

Nach dem Abschied an der Station ging es weiter nach Düsseldorf, wo wir durch die Firma Geberit im Brauhaus zum Schlüssel nach einem Spaziergang am Rhein begrüßt wurden. Am nächsten Morgen sind wir zur Firma Geberit nach Langenfeld gefahren, wo zuerst das Thema Trinkwasserhygiene durch Herrn Friedrich Stöckl vertieft wurde. Danach wurde der Einfluss und die korrekte Einstellung von Strangregulierventilen in Zirkulationssystemen erläutert. Weitere Themen waren Summendurchflüsse und Druckabfälle in Gebäuden, die am Prüfstand vor Ort live demonstriert wurden. Sehr eindrucksvoll war außerdem der Einfluss von Rohrdämmungen auf Wassertemperaturen in Zirkulationsleitungen und Kaltwasserleitungen, die ebenfalls am vor Ort stehenden Prüfstand aufgezeigt wurden.

Nach einer letzten Stärkung am Mittagsbuffet besichtigten wir die Produktion, in der jeder Prozessschritt für eine Pressfitting-Herstellung detailliert gezeigt und an den Maschinen erklärt wurde. Dabei ist besonders die Geschwindigkeit der zum großen Teil automatisierten Produktion hervorzuheben. Herr Matthias Schmertmann erklärte uns anschließend das Produktportfolio von Geberit sowie verschiedene Ausführungen einiger Produkte, welche im Ausstellungsraum zu sehen waren.

Danach traten wir voller neuer Impressionen die Heimreise zurück zur Ostfalia an, wo wir gegen 20 Uhr die erkenntnisreiche Exkursion beendeten. Den Firmen danken wir für ihr Engagement, einige Gastgeschenke lassen uns im Alltag immer wieder gern an diese ereignisreichen und informativen Tage denken.

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