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Praxisanleitungstreffen 2026: Inklusion in der Praxisphase gemeinsam gestalten

Aktuelles , , Fakultät Handel und Soziale Arbeit , Von: Marie Ruhm

22 Praxisanleiter*innen tauschten Erfahrungen zur integrierten Praxisphase aus und diskutierten Wege zu mehr Inklusion für Studierende.

Dr. Annika Gottschling-Lang (links im Bild) bei ihrem Fachvortrag zum Thema „Neurodivergenz in der Berufspraxis Sozialer Arbeit“. Foto: Marie Ruhm/Ostfalia
Dr. Annika Gottschling-Lang (links im Bild) bei ihrem Fachvortrag zum Thema „Neurodivergenz in der Berufspraxis Sozialer Arbeit“. Foto: Marie Ruhm/Ostfalia

Austausch zwischen Hochschule und Praxiseinrichtungen im Studiengang Soziale Arbeit

Am 3. Juni 2026 kamen 22 Praxisanleiter*innen aus den Verbundeinrichtungen des Studiengangs Soziale Arbeit an der Ostfalia am Campus Suderburg zusammen, um sich über die Erfahrungen in der integrierten Praxisphase auszutauschen und aktuelle Entwicklungen zu diskutieren. Organisiert wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Susanne Schlabs, Dr. Annika Gottschling-Lang, Gesary Born und Susanne Kraus.

Bereits zum vierten Mal seit Einführung der integrierten Praxisphase im Wintersemester 2023/2024 bot das Praxisanleitungstreffen Raum für den Dialog zwischen Hochschule und Praxis. Ziel des Formats ist es, die Zusammenarbeit kontinuierlich weiterzuentwickeln und aktuelle Herausforderungen gemeinsam zu reflektieren.

Inklusion von Studierenden mit Beeinträchtigungen im Praktikum

Im Mittelpunkt des diesjährigen Treffens stand die Frage, wie die Inklusion von Studierenden mit Beeinträchtigungen oder Behinderungen während der Praxisphase noch besser gelingen kann. Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Susanne Schlabs informierte sie die Teilnehmenden über aktuelle Entwicklungen im Studiengang und den Stand der Praktika sowie die Relevanz des diesjährigen Schwerpunktthemas. Der anschließende fachliche Input zum Thema Neurodiversität von Lern-Coachin Yvonne Neuse sollte die Grundlage für die weitere Diskussion bilden.

Gemeinsam wurden Ideen, Möglichkeiten, Chancen, aber auch Grenzen und Herausforderungen diskutiert. Dabei wurde deutlich, dass die Zahl der Studierenden mit Nachteilsausgleichen steigt und Einrichtungen zunehmend vor der Aufgabe stehen, individuelle Bedarfe in Ausbildung und Praxis zu berücksichtigen.

Neurodiversität und Barrieren im Arbeitsalltag

Ein Schwerpunkt der Gespräche lag auf den Herausforderungen, denen Studierende im Praktikum und später im Berufsleben begegnen. Die Teilnehmenden tauschten Erfahrungen darüber aus, wie Arbeitsumfelder inklusiver gestaltet werden können.

Dabei wurde deutlich, dass insbesondere nicht eindeutige Kommunikation, mangelnde Strukturen, unklare Handlungsabläufe oder fehlende Zeit für eine angemessene Einarbeitung ohnehin für viele Berufsanfänger*innen eine Hürde darstellen. Für neurodivergente Menschen können solche Rahmenbedingungen zusätzliche Belastungen bzw. Überforderungen darstellen.

Die gesellschaftliche Relevanz des Themas wurde wiederholt betont, weil es sich zum einen sehr vielschichtig darstellt und zum anderen relativ viele Menschen direkt oder indirekt davon betroffen sind. Gerade deshalb muss man sich damit befassen und nach gemeinsamen Unterstützungsmöglichkeiten suchen.

Best-Practice-Beispiele für inklusive Praxisphasen

Dr. Annika Gottschling-Lang konkretisierte in ihrem Beitrag zu „Neurodivergenz in der Berufspraxis Sozialer Arbeit“ die Handlungsmöglichkeiten, um daran anschließend die Diskussion mit den Teilnehmenden zu vertiefen und Best-Practice-Erfahrungen aus ihren Einrichtungen auszutauschen. Ziel war es, voneinander zu lernen und zu hören, inwiefern es erfolgreiche Ansätze gibt.

Prof. Dr. Susanne Schlabs hob dabei den besonderen Wert des regelmäßigen Austauschs hervor:

„Das ist eine schöne Form des Austauschs, die wir etabliert haben. Es geht nicht darum, mit großen Handlungsempfehlungen rauszugehen, sondern darum, dass wir einander jährlich abholen und schauen, was die Kolleginnen und Kollegen in der Praxis machen und wie ihre Erfahrungen während der Praxisphase aussehen. Unser Ziel ist die Weiterentwicklung der Zusammenarbeit und die Schärfung unseres Bewusstseins für die Relevanz von Inklusion im Studium.“

Zusammenarbeit zwischen Ostfalia und Praxispartnern weiter stärken

Zum Abschluss unterstrich Maike Hoppe, Leitung der Psychiatrischen Tagesstätte Dannenberg und ehemalige Studierende der Ostfalia, die Bedeutung einer offenen und lernbereiten Haltung:

„Wir dürfen unsere Haltung überprüfen und ändern. Die Studierenden von heute sind unsere Kolleg*innen von morgen.“

Das Praxisanleitungstreffen 2026 zeigte erneut, wie wichtig der enge Austausch zwischen Hochschule und Praxiseinrichtungen für die Qualität der Praxisphase im Studium der Sozialen Arbeit ist. Die Veranstaltung leistete einen wichtigen Beitrag dazu, das Thema Inklusion stärker in den Blick zu nehmen, Erfahrungen zu teilen und gemeinsam Lösungen für eine vielfältige und inklusive Praxis und damit auch Gesellschaft zu entwickeln.

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