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Gründen@Ostfalia: Projektkoordinatorin Dagmar Wilgeroth erklärt die Initiative

Aktuelles , , Von: Britta Radkowsky

Am 9. Juni lädt Gründen@Ostfalia Am Exer zum ersten Barcamp ein. Dagmar Wilgeroth verrät im Vorfeld, wie die Initiative Gründergeist bei Studierenden weckt.

Dagmar Wilgeroth
Projektkoordinatorin Dagmar Wilgeroth kurz vor Ihrem Vortrag übers Gründen beim Campustag 2026 in Wolfenbüttel. Foto: Britta Radkowsky/Ostfalia

Mit Gründen@Ostfalia bündelt die Ostfalia ihre Aktivitäten zur Unterstützung von Gründungsinteressierten und jungen Unternehmen. Die Initiative hilft Studierenden, Forschenden und Gründungsinteressierten dabei, aus Ideen konkrete Geschäftsmodelle und Projekte zu entwickeln. Im Zuge dessen findet am 9. Juni am Campus Wolfenbüttel (Standort Am Exer) erstmalig das Barcamp statt. 

Von 16 bis 19 Uhr haben Interessierte die Möglichkeit, sich dort in lockerer Atmosphäre über Ideen, Projekte und Erfahrungen rund ums Gründen auszutauschen. Statt klassischer Vorträge stehen beim Barcamp die Teilnehmenden selbst im Mittelpunkt: Sie bringen eigene Themen, Fragen und Perspektiven ein und gestalten die Gespräche aktiv mit. (Hier geht es zur Anmeldung)

Das Konzept hinter Gründen@Ostfalia

Dagmar Wilgeroth, Projektkoordinatorin von BASS (Building Awareness for Science Startups), einem Teilprojekt der Initiative, erklärt im Vorfeld, wie Gründen@Ostfalia Gründungskultur und Wissenstransfer an der Hochschule langfristig stärkt und dabei hilft, innovative Ideen aus Forschung und Studium in die Praxis zu bringen.

Seit 2014 berät Wilgeroth schon Entrepreneurs und weiß deshalb genau, worauf es ankommt. Die Wirtschaftswissenschaftlerin verbindet langjährige Erfahrung mit jugendlicher Frische. Wilgeroth: “Das ist genau das, was Gründer*innen brauchen, um nicht in der Ideenphase steckenzubleiben, sondern die Geschäftsidee in ein wirtschaftlich tragfähiges Geschäftsmodell zu überführen.”

Dazu hat sie ein Konzept entwickelt, das aus einer integrierten Gründungsförderung entlang des gesamten Gründungsprozesses besteht und auf der Annahme basiert, dass Gründungen nicht durch eine einzelne Entscheidung entstehen, sondern als dynamischer, mehrphasiger Entwicklungsprozess zu verstehen sind. 

Wilgeroth sagt: “Wir haben hier Studierende, die gar nicht auf die Idee kommen, dass sie das interessieren könnte, und andere, die zwar schon davon gehört haben, aber noch keinen persönlichen Bezug dazu haben. Das ist auch der Unterschied zur Entrepreneurship-Lehre: Dort gehen meist nur Menschen hin, die sich bereits mit dem Thema beschäftigt haben – ich setze einen Schritt vorher an.”

Ziel des Gründen@Ostfalia-Teams (neben Wilgeroth gehören noch Burak Dönmez, Frauke von Freeden, Maximilian David Kuzaj, Katharina Rother-Schönfeld und Andrea Leticia Moysén Mason dazu) ist es, Gründungsabsichten systematisch in tatsächliches Gründungsverhalten zu überführen. Dabei spielen Faktoren wie Gründungsabsicht, unternehmerische Selbstwirksamkeit sowie die wahrgenommene Machbarkeit und Attraktivität einer Idee eine zentrale Rolle.

Daraus ergibt sich ein vierstufiges Modell der Gründungsförderung:

  • Sensibilisierung: In dieser Phase geht es darum, überhaupt Interesse am Thema Gründen zu wecken und erste Berührungspunkte zu schaffen.
  • Orientierung: Hier werden eigene Ideen reflektiert und die Wahrnehmung gestärkt, dass Gründung grundsätzlich machbar sein kann.
  • Qualifizierung: In dieser Phase werden konkrete Fähigkeiten und Kompetenzen aufgebaut, um eine Gründung sicher vorbereiten zu können.
  • Umsetzung und Wachstum: Schließlich geht es darum, konkrete Gründungen zu realisieren und anschließend beim Aufbau und der Weiterentwicklung des Unternehmens zu unterstützen.

Wilgeroth betont: “Gründungsförderung ist nur wirksam, wenn sie alle Phasen miteinander verbindet, individuelle Einstiege ermöglicht und sowohl methodisch als auch technologisch unterstützt wird.” Um Studierende an der Ostfalia fürs Gründen zu begeistern, werden diverse Angebote gemacht. Diese lassen sich in drei Stufen unterteilen:

  1. Einstieg und Orientierung
    In dieser Phase geht es vor allem darum, erste Berührungspunkte mit dem Thema Gründen zu schaffen. Viele Studierende befinden sich hier noch ganz am Anfang und sagen, so Wilgeroth: “Ich will mich einfach mal damit beschäftigen.” Entsprechend stehen niedrigschwellige Zugänge im Vordergrund, etwa durch Events und inspirierende Formate, persönliche Ansprache sowie erste unverbindliche Kontakte, die Interesse wecken und Orientierung geben.
  2. Gründung umsetzen
    Wenn aus Interesse eine konkrete Gründungsidee wird, richtet sich das Angebot laut Wilgeroth an diejenigen, die sagen: “Ich will das wirklich machen.” In dieser Phase stehen individuelles Coaching, Unterstützung bei der Entwicklung von Geschäftsmodellen und Strukturen sowie Hilfe bei der Finanzierung im Mittelpunkt. Zusätzlich erhalten Gründende Zugang zu Programmen, Netzwerken und weiteren unterstützenden Strukturen.
  3. Wachstum und Skalierung
    Nach der Gründung geht es um die Frage:  “Wie geht es weiter?“ Hier, so Wilgeroth, sind Gründen@Ostfalia aber enge Grenzen gesetzt: “Wir als Körperschaft des öffentlichen Rechts dürfen nur bis zum Tag der Gründung begleiten.” Man unterstütze jedoch durch Anschlussprogramme sowie Zugang zu Netzwerken und Kooperationen und begleite strategische Schritte zur Skalierung und langfristigen Stabilisierung des Geschäftsmodells.

Mit Angeboten wie Gründungscoachings, Workshops zur Überprüfung der Geschäftsideen, Online-Kursen, Webinaren, Gründungsseminaren, Gründungsberatung, Mentoring-Programmen, Gründungsevents, Netzwerkformaten sowie Inkubator- und Accelerator-Programmen richtet man sich direkt an die Studierenden.

Da man die Lehrenden der Hochschule mit ins Boot holen möchte, bietet Gründen@Ostfalia modulare, praxisnahe Formate, die sich in die Lehre integrieren lassen. Dazu gehören ein kurzer Impuls zur Sensibilisierung für Entrepreneurship, ein “Transfer-Check” zur Prüfung von Studienarbeiten auf Marktfähigkeit sowie ein “Business-Check”, in dem Geschäftsideen mit dem Business Model Canvas strukturiert werden.

Wilgeroth: “Wir sprechen direkt mit den Lehrenden und prüfen vorab gemeinsam, wo im Semesterplan Platz für Gründungskompetenz ist.” Dabei wird auch deutlich gemacht, dass Gründungskompetenz mehr ist, als ein Unternehmen gründen. “Sie stärkt zentrale Fähigkeiten der Studierenden wie Problemlösungsdenken und Innovationsfähigkeit, Eigeninitiative und Verantwortungsübernahme sowie Teamarbeit und den Umgang mit Unsicherheit und ist damit für alle Berufswege relevant, nicht nur für Gründungen.”

Nächster Termin von Gründen@Ostfalia 

9. Juni 2026,  Barcamp - Am Exer, Wolfenbüttel, 16 bis 19 Uhr.

Lockere Atmosphäre, spannende Gespräche, neue Kontakte, kreativer Austausch und Pizza zum gemeinsamen Ausklang.  Hier geht es zur Anmeldung!

Ansprechperson

Dipl.-Kauffrau Dagmar Wilgeroth

Projektkoordinatorin BASS, Wissens- und Technologietransfer (WTT)

Raum F008b, Wolfenbüttel

Dipl.-Kauffrau Dagmar Wilgeroth