Ausbildung, Logistikmeister, jahrelang im Beruf und jetzt noch ein Studium: Julian Hatzky hat seit seiner Ausbildung in der Logistik gearbeitet und möchte sein Wissen mit dem Studiengang Logistikmanagement am Ostfalia-Campus Salzgitter weiter vertiefen. Im Interview erzählt er, wieso sich auch ein später Studienbeginn noch lohnt.
Mandy Fleer, Ostfalia-Redaktion: Julian, wie war dein Weg bis zum Studium?
Julian: Lang. Nach der Realschule habe ich eine Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik gemacht und viele Jahre in der Logistik gearbeitet. Ich habe dann noch den Logistikmeister gemacht, aber irgendwann fehlte mir die berufliche Perspektive. Durch ein Weiterbildungsstipendium habe ich jetzt die Möglichkeit bekommen, zu studieren.
Wer kann so ein Weiterbildungsstipendium bekommen?
Julian: Alle Menschen, die aus der beruflichen Bildung kommen und sich weiterqualifizieren möchten. Für mich war es die Voraussetzung, überhaupt in Vollzeit studieren zu können. Mit Familie und kleinem Kind wäre das finanziell sonst nicht möglich gewesen.
Hattest du Sorgen vor dem Studienstart?
Julian: Ein bisschen. Nach 15 Jahren im Berufsleben ist der Studienalltag erst einmal ungewohnt. Außerdem habe ich mich gefragt, wie ich Studium, Familie und Lernen unter einen Hut bekommen soll. Und ich hatte anfangs schon auch Sorge, wie das mit dem Altersunterschied zu den anderen Studierenden sein wird. Aber die Sorgen haben sich als unbegründet erwiesen.
Was hat dir den Einstieg erleichtert?
Julian: Der Welcome Day war eine gute Gelegenheit, die anderen Studierenden kennenzulernen. Wir haben schnell als Gruppe zusammengefunden und unterstützen uns gegenseitig. Dadurch habe ich mich von Anfang an wohlgefühlt.
Gab es etwas, das dich im Studium überrascht hat?
Julian: Am meisten hat mich überrascht, wie gut ich mich selbst zum Lernen motivieren kann. Direkt nach der Schule hätte ich das wahrscheinlich nicht geschafft. Heute weiß ich viel besser, warum ich studiere und was ich erreichen möchte. Dadurch fällt mir das Lernen leichter.
Welche Rolle spielt deine Berufserfahrung im Studium?
Julian: Sie hilft mir sehr. Viele theoretische Inhalte kenne ich bereits aus der Praxis und kann sie leichter einordnen. Gerade bei Fallbeispielen oder Klausuren kann ich auf eigene Erfahrungen zurückgreifen. Das macht vieles verständlicher.
Wie schaffst du es, Studium und Familie zu vereinbaren?
Julian: Ohne Unterstützung würde das nicht funktionieren. Meine Frau, unsere Eltern und weitere Familienmitglieder helfen uns sehr. Gleichzeitig muss man sich gut organisieren. Mit Kind wird die Planung einfach noch etwas anspruchsvoller, aber es ist definitiv machbar.
Hast du schon Pläne für die Zeit nach dem Studium?
Julian: Ich möchte auf jeden Fall in der Logistik bleiben. Besonders interessieren mich Tätigkeiten im Controlling oder andere analytische Aufgaben. Führungsverantwortung hatte ich schon viele Jahre, deshalb möchte ich mich stärker auf fachliche Themen konzentrieren.
Was möchtest du Studieninteressierten mitgeben?
Julian: Lasst euch vom Alter nicht abschrecken. Wenn ihr Lust habt zu studieren und bereit seid, euch darauf einzulassen, solltet ihr die Chance nutzen. Außerdem lohnt es sich, sich frühzeitig über Stipendien und Fördermöglichkeiten zu informieren. Viele wissen gar nicht, welche Unterstützung es gibt. Und gerade für Berufstätige können solche Programme den entscheidenden Unterschied machen.
Du möchtest auch an der Ostfalia studieren? Dann findest du hier alle Studiengänge im Überblick! Bei Fragen kannst du dich gerne an die Zentrale Studienberatung wenden.