Thermodynamik und Strömungstechnik sind innerhalb der Energietechnik die Fachgebiete, die viele Studierende als besonders schwierig empfinden. Prof. Dr. Lasse Nielsen möchte diesen Vorlesungen nun den Schrecken nehmen. Er wurde für die Professur “Energietechnik mit Schwerpunkt Strömungstechnik” an der Fakultät Versorgungstechnik berufen und hat mit dem Wintersemester 2026/27 seine Lehrtätigkeit an der Ostfalia aufgenommen. Im Interview erzählt er, was er vor seinem Ruf gemacht hat und worauf der Fokus seiner Professur liegt.
Mandy Fleer, Ostfalia-Redaktion: Prof. Dr. Lasse Nielsen, was haben Sie vor Ihrem Ruf gemacht?
Prof. Dr. Lasse Nielsen: Ich habe mich in meiner beruflichen Laufbahn hauptsächlich mit der dynamischen Simulation unterschiedlicher energietechnischer Anlagen befasst. Während meiner Promotion an der TU-Braunschweig waren das Druckluftspeicherkraftwerke und Gasturbinen und während meiner Tätigkeit als Projektingenieur bei der TLK-Thermo GmbH lag der Fokus anfangs auf fossil befeuerten Kraftwerken und zuletzt auf CO2-Abscheidung und Großwärmepumpen im zweistelligen Megawattbereich.
Wo liegt der Fokus Ihrer Professur?
Nielsen: Der Fokus meiner Energietechnikprofessur liegt vor allem im Bereich der Lehre von beispielsweise Strömungstechnik oder Thermodynamik, aber ich möchte in Zukunft auch spannende Forschungsprojekte in diesem Bereich akquirieren.
Warum haben Sie sich für dieses Forschungs- und Lehrgebiet entschieden?
Nielsen: Die Energietechnik ist eigentlich zu jeder Zeit ein zentrales Zukunftsthema, weil Energie immer benötigt werden wird und sich die Form der Energiebereitstellung, gerade in der heutigen Zeit, im stetigen Wandel befindet. Innerhalb der Energietechnik sind Thermodynamik und Strömungstechnik relevante Fachgebiete, die viele Studierende als sehr schwierig empfinden. Mit meiner Lehre möchte ich versuchen, den beiden Vorlesungen den Schrecken etwas zu nehmen.
Was fasziniert Sie am meisten an Ihrer Professur?
Nielsen: Dass ich mein Wissen an die nächste Generation weitergeben kann, die gesellschaftliche Relevanz der Fachrichtung Energietechnik und die Kombination aus Lehre, Forschung und Praxis.
Zuletzt haben Sie sich mit Großwärmepumpen beschäftigt. Welche Rolle können diese in unserer zukünftigen Energieversorgungsstruktur spielen?
Nielsen: Durch die Energiewende und der damit einhergehenden Dekarbonisierung der Energiebereitstellung werden Großwärmepumpen in Zukunft eine große Rolle spielen. Das gilt vor allem für die stromgestützte Bereitstellung von Fern- und Prozesswärme.
Welche Wärmequellen können dabei genutzt werden und wie viele Großwärmepumpen werden in Deutschland bereits eingesetzt?
Nielsen: Als Wärmequellen können Fluss- und Meerwasser, Geothermie oder auch industrielle Abwärme wie beispielsweise aus Rechenzentren dienen. Noch gibt es hier nicht viele realisierte Anlagen, aber die Entwicklung nimmt rasant Fahrt auf und es befinden sich über 70 Projekte in Planung oder Bau.