Unter dem Leitgedanken “Gemeinsam leben, studieren und arbeiten – ohne Sexismus” richtet die Ostfalia am 9. und 10. Oktober 2026 die Veranstaltungsreihe #wir.verändern aus. Zwei Tage lang geht es am Campus-Standort Am Exer in Wolfenbüttel um Geschlechtergerechtigkeit, Sexismus und die Frage, wie Menschen an Hochschule, Arbeitsplatz und im Alltag aktiv zu einer respektvollen und gleichberechtigten Kultur beitragen können.
Zwei Tage und ganz viele Perspektiven
Das Programm verbindet Vorträge, Workshops, Gesprächsformate, kreative Angebote und persönliche Begegnungen. Die Veranstaltungen richten sich an Studierende, Beschäftigte, Alumni und weitere Interessierte. Einige Angebote sind ausschließlich für FINTA (Frauen, Intergeschlechtliche, Nicht-binäre, Trans und Agender Personen) geöffnet, andere finden online oder hybrid statt.
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Organisiert wird #wir.verändern gemeinsam vom Zentrum für erfolgreiches Lehren und Lernen (ZeLL) und dem Gleichstellungsbüro der Ostfalia sowie dem feministischen Kollektiv valente* und dem Braunschweiger Zentrum für Gender Studies (BZG). Wir haben im Vorfeld mit Julia Weiß (Gleichstellungsbüro) und Kathrin Munt (ZeLL) gesprochen.
Britta Radkowsky, Ostfalia-Redaktion: Was hat euch bewegt, #wir.verändern zu realisieren?
Kathrin Munt: Die Idee für #wir.verändern ist im Frühjahr 2025 durch die Veranstaltungsreihe “valente im Beruf“ des feministischen Kollektivs valente entstanden. Durch einen glücklichen Zufall traf ich in der Diskussionsrunde nach einem der Vorträge auf eine ehemalige Ostfalia-Studentin und Valente-Aktivistin. Sie erzählte mir von einem gut gemeinten, im Rückblick und aus der Berufserfahrung heraus aber fehlgeleitetem curricularem Kommunikations- und Präsentationstraining zur Berufsvorbereitung für MINTler*innen während des Studiums. Was im Training noch als kommunikative Kompetenz (der Teilnehmerinnen) gelobt wurde, stellte bei Berufseinstieg einen Nachteil dar, der sich bald in Meetings zeigte. Für hierarchische Kommunikationssettings braucht es andere Kommunikationskompetenzen, die die männlichen Kommilitonen mehr oder weniger gut gelernt hatten, anderswo, sie aber nicht. Am Ende unseres Gespräches stand die Frage, ob man nicht schon im Studium, am besten curricular verankert, besser vorbereitet werden könnte auf solche Situationen, damit man schneller zu unterscheiden versteht zwischen struktureller Diskriminierung und Sexismus und persönlichem Entwicklungsbedarf. Ich versprach, meine Möglichkeiten an der Ostfalia auszuschöpfen.
Julia Weiß: Wir vom Gleichstellungsbüro sind immer auf der Suche nach sinnvollen Kooperationen zu gleichstellungsrelevanten Themen innerhalb der Hochschule, nicht zuletzt in Zeiten knapper werdenden personellen und finanziellen Ressourcen. Als Kathrin mich gefragt hat, ob ich mir vorstellen könnte, eine vergleichbare Veranstaltung wie “valente im Beruf” gemeinsam mit dem ZeLL an der Ostfalia zu organisieren, war ich sofort begeistert. Sexismus ist ein Thema, das mir sowohl in meiner Beratungspraxis immer wieder begegnet als auch aufgrund persönlicher Erfahrungen sehr am Herzen liegt. Gleichzeitig wusste ich: Eine Veranstaltung dieser Größenordnung hätten wir allein im Gleichstellungsbüro kaum realisieren können. Also: Lass machen! Für uns war schnell klar, dass wir neben dem feministischen Kollektiv valente* auch das Braunschweiger Zentrum für Gender Studies und Teile des MuK-Teams mit an Bord haben wollen. Gemeinsam haben wir dann fast ein Jahr an der Umsetzung gearbeitet. Entstanden ist ein zweitägiges Veranstaltungsprogramm mit zahlreichen kostenfreien Angeboten für Studierende, Beschäftigte und Alumni der Ostfalia.
Warum ist #wir.verändern wichtig?
Julia Weiß: Studien zeigen, dass Sexismus keine “single story” ist. 63 Prozent der Frauen und 49 Prozent der Männer geben an, dass sie im Alltag bereits sexistische Übergriffe wahrgenommen haben oder selbst davon betroffen waren. Auch am Arbeitsplatz sieht es nicht besser aus: 63 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland haben hier im Laufe ihres Berufslebens bereits selbst Sexismus erlebt. Bei Frauen sind es sogar 70 Prozent. Während unseres Events kann man unter anderem die Ausstellung “Gemeinsam gegen Sexismus” des gleichnamigen Bündnisses besuchen, die sich eindrücklich mit diesen Fakten auseinandersetzt.
Ich selbst gehöre auch zu dieser Gruppe und habe als junge Frau mit Anfang/Mitte 20 entsprechende Erfahrungen gemacht – innerhalb und außerhalb der Hochschule. Heute, mehr als zehn Jahre später, habe ich gewissermaßen die Seiten gewechselt: Als Gleichstellungsbeauftragte bin ich häufig diejenige, die Menschen in solchen Situationen berät. Dadurch schaue ich mit einem ganz anderen Blick auf meine eigenen Erfahrungen zurück.
Tatsächlich denke ich oft darüber nach, was ich damals gebraucht hätte, um besser zu verstehen, was (mit) mir passiert, um die Situation einordnen zu können und um handlungsfähiger zu sein. Genau davon möchte ich heute etwas weitergeben. Dabei geht es aber nicht nur um die Menschen, die unmittelbar von Sexismus betroffen sind. Wir können alle in Situationen kommen, in denen wir Sexismus bei anderen miterleben – und dann stellt sich die Frage: Schaue ich weg oder weiß ich, wie ich die betroffene Person unterstützen und selbst Haltung zeigen kann? Auch dafür möchten wir mit #wir.verändern sensibilisieren und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Wenn Menschen nach den beiden Tagen nicht nur früher erkennen, was ihnen selbst oder anderen begegnet, sondern auch wissen, was sie konkret tun können und wo sie Unterstützung bekommen, dann ist für mich schon sehr viel gewonnen.
Kathrin Munt: Ich habe vier Kinder im Alter von 16 bis 25 Jahren und ihre Erlebnisse gleichen denen der Teilnehmer*innen bei “valente im Beruf”. Ich habe in der Vorbereitung von #wir.verändern mal wieder gemerkt, mit wie vielem ich mich für mein Leben abgefunden habe, z. B. meine geringere Rente durch meine jahrelange Halbtagstätigkeit oder die erwartete Verfügbarkeit von Schulen, die immer mich anriefen, selbst wenn sie die Telefonnummern meines Mannes hatten. Für das Leben meiner Kinder wünsche ich mir anderes. Aufklärung und Selbstbewusstheit scheinen mir dafür gute Voraussetzungen zu sein und genau das bietet #wir.verändern allen Interessierten an. Wir wollen mit dem #wir.verändern den Fokus auf unser Handeln legen und tätig werden. Deshalb gibt es auch so viele Workshops, damit man das Gehörte direkt in die Anwendung bringen kann. Außerdem war uns wichtig, kostenfreie Angebote zu unterbreiten, weil Hilfe Betroffene allzu oft Geld, Organisation und Zeit kostet, die sie nicht mehr übrighaben.
Was kann eine Hochschule bzw. gute Lehre zu diesem Thema beitragen?
Kathrin Munt: Zu einem Hochschulstudium gehört auch, Studierende auf ihre spätere berufliche Praxis vorzubereiten. Dazu zählen für mich nicht nur fachliche Kompetenzen. Hochschule kann auch einen Raum bieten, um gesellschaftliche Strukturen und die eigene Position darin zu reflektieren und Handlungsmöglichkeiten für Situationen zu entwickeln, die einem im späteren Berufsleben begegnen können. Bei “valente im Beruf” haben ehemalige Studentinnen der TU Braunschweig und der Ostfalia sehr eindrücklich von ihren Erfahrungen beim Berufseinstieg berichtet. Einige erzählten, dass sie Benachteiligungen zunächst als persönliches Versagen interpretiert und die Ursachen bei sich selbst gesucht haben. Erst später konnten sie bestimmte Erfahrungen als strukturelle Benachteiligung oder Sexismus einordnen. Genau hier kann gute Lehre aus meiner Sicht einen Beitrag leisten: indem sie Wissen vermittelt, Reflexion ermöglicht und Studierende dabei unterstützt, strukturelle Diskriminierung zu erkennen und von individuellem Entwicklungsbedarf zu unterscheiden. Mit #wir.verändern möchten wir eine solche Brücke zwischen Studium und Berufspraxis schlagen und durch Wissen, Erfahrungsaustausch und Vernetzung dazu beitragen, Studierende auf diesen Übergang vorzubereiten.
Warum sind Empowerment und Selbstbehauptung wichtige Bestandteile der Veranstaltungsreihe?
Kathrin Munt: Aufklärung und Wissen über Sexismus sind wichtig – aber wir möchten nicht dabei stehenbleiben. Wenn Menschen Sexismus erleben oder beobachten, stellt sich ganz praktisch die Frage: Was kann ich in dieser Situation tun? Empowerment und Selbstbehauptung können dabei helfen, die eigenen Handlungsmöglichkeiten wahrzunehmen, Grenzen zu setzen, Unterstützung einzufordern und solidarisch mit anderen zu handeln. Mich persönlich haben dabei unter anderem die Arbeiten der Literaturwissenschaftlerin und Feministin bell hooks inspiriert, die sich intensiv mit Machtverhältnissen, Geschlecht und Möglichkeiten gesellschaftlicher Veränderung auseinandergesetzt hat.
Julia Weiß: Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, die Verantwortung für den Umgang mit Sexismus bei den Betroffenen abzuladen. Selbstbehauptung ersetzt keine strukturelle Veränderung. Sie kann aber dazu beitragen, in konkreten Situationen handlungsfähig zu sein und die eigenen Handlungsspielräume zu nutzen.
Die Veranstaltungen richten sich ausdrücklich an alle Geschlechter. Warum?
Kathrin Munt: Wie soll sich eine Kultur wandeln, wenn nur die Hälfte mitmacht? Sexismus betrifft nicht ausschließlich Frauen – und auch Menschen, die selbst keine sexistischen Erfahrungen machen, begegnen ihm in ihrem Umfeld und können dazu beitragen, etwas zu verändern. In der Vorbereitung von #wir.verändern haben wir eine studentische Fokusgruppe gebeten, uns Feedback zur Programmplanung zu geben. Gerade von den männlichen Studierenden wurde uns zurückgemeldet, dass sie sich durch das Programm eingeladen fühlen, die Auseinandersetzung mit Sexismus mitzugestalten, statt dabei automatisch als “Feindbild” betrachtet zu werden. Das war uns wichtig. Mit Nils Pickert und Fikri Anıl Altıntaş haben wir außerdem zwei Referenten im Programm, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit Männlichkeit, Rollenbildern und gesellschaftlichen Erwartungen auseinandersetzen. Denn wenn wir über Sexismus und Geschlechterrollen sprechen, brauchen wir dafür möglichst viele Perspektiven.
Was wünscht ihr euch vom Austausch und von den persönlichen Begegnungen? Was sollen Besucher*innen aus den persönlichen Geschichten und unterschiedlichen Perspektiven mitnehmen?
Kathrin Munt: Hoffnung und Tatendrang.
Julia Weiß: Wir hatten gerade Erstsemesterbegrüßung und haben dort natürlich auch #wir.verändern beworben. Dabei habe ich mehrfach Reaktionen gehört wie: “Ach, das ist dann aber nur für Frauen?” oder auch sinngemäß: “Das betrifft mich nicht.” Darüber habe ich mich tatsächlich ziemlich gewundert. Gleichzeitig zeigt es sehr gut, warum uns der persönliche Austausch bei #wir.verändern so wichtig ist. Die Zahlen zeigen, dass sehr viele Menschen selbst Sexismus erleben – und eben nicht nur Frauen. Aber selbst wenn ich persönlich bislang keine solchen Erfahrungen gemacht habe, heißt das nicht, dass das Thema nichts mit mir zu tun hat. Wir studieren, lehren und arbeiten gemeinsam an dieser Hochschule und leben gemeinsam in einer Gesellschaft. Was Menschen um mich herum erleben, geht auch mich etwas an. Ich glaube, dass persönliche Geschichten und Begegnungen etwas leisten können, was Zahlen und Fakten allein nicht schaffen: Sie ermöglichen uns, Erfahrungen nachzuvollziehen, die wir selbst vielleicht nie gemacht haben, Empathie zu entwickeln und die eigene Rolle zu reflektieren. Und vielleicht entsteht daraus irgendwann der Gedanke: Wenn ich Sexismus miterlebe, bin ich nicht" nur Zuschauer*in. Ich kann solidarisch sein, ich kann unterstützen und ich kann eingreifen. Wenn aus einem “Das betrifft mich nicht" am Ende ein ”Das geht auch mich etwas an" wird, wäre damit schon unglaublich viel erreicht.
Was wäre für euch am Ende der zwei Tage ein Erfolg?
Kathrin Munt: Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und sage, dass es uns nicht um zwei erfolgreiche Tage geht. Erfolg wäre, wenn Aufklärung über Sexismus und Selbstbewusstheit im Umgang damit in den Studiengängen aller Disziplinen einen Platz finden würde.
Julia Weiß: Ich glaube, wir können sogar zum jetzigen Zeitpunkt schon von einem kleinen Erfolg sprechen. Dass wir diese Veranstaltung überhaupt in dieser Form umsetzen konnten, dass alle Angebote weiterhin kostenfrei sind und dass wir im Rahmen der Vorbereitung an vielen Stellen offene Türen eingerannt haben, hat uns selbst ein bisschen überrascht. Wir haben Unterstützung von den verschiedensten Seiten erfahren – von einzelnen Kolleg*innen aus allen Statusgruppen, von Studierenden, Fakultäten, dem AStA, dem Lerncoaching, dem Präsidium und noch einigen mehr. Für diese von Anfang an positive Resonanz sind wir sehr dankbar. Wenn es uns gelingt, etwas von dieser Offenheit und diesem gemeinsamen Interesse auch in die beiden Veranstaltungstage mitzunehmen und darüber hinaus in der Hochschule zu erhalten, wäre das für mich ein großer Erfolg.
Was sollen die Teilnehmenden nach den zwei Tagen mitnehmen?
Kathrin Munt: Was sie möchten? Wir hoffen, dass sich viele Teilnehmende an den Evaluationsfragen beteiligen und wir diese Frage konkret im November/Dezember beantworten können.
Julia Weiß: Vielleicht tatsächlich: Das, was sie gerade brauchen. Unser Programm ist bewusst sehr vielfältig und ich glaube nicht, dass am Ende alle mit derselben Erkenntnis nach Hause gehen müssen. Für die eine Person ist es vielleicht neues Wissen oder eine andere Perspektive, für die nächste eine konkrete Handlungsmöglichkeit für eine Situation, die sie selbst erlebt oder beobachtet hat. Und für jemanden anderen ist es vielleicht die Erkenntnis, mit einer bestimmten Erfahrung nicht allein zu sein oder zu wissen, wo Unterstützung zu finden ist. Wenn jede Person nach den beiden Tagen irgendetwas mitnimmt, das vorher noch nicht da war, wäre das für mich schon ziemlich schön.
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Highlights aus dem Programm
Freitag, 9.10.: Sexismus erkennen und Handlungsmöglichkeiten entwickeln
Den Auftakt macht am Freitag ein Workshop von Marie Ritter. Unter dem Titel “Beyond Networking – Allyship in Action” geht es von 10 bis 12 Uhr darum, wie Netzwerke offener, fairer und unterstützender gestaltet werden können. Die Teilnehmenden reflektieren typische Dynamiken in Netzwerksituationen und erproben konkrete Strategien, um andere einzubeziehen, Sichtbarkeit zu schaffen und unterstützend einzugreifen, wenn Menschen ausgeschlossen oder übergangen werden.
Parallel lädt das Format “Wie sexistisch ist meine Lieblingsserie?” von Prof. Dr. Denise Sommer und Svenja Marquardt dazu ein, den eigenen Medienkonsum aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Von 11 bis 17 Uhr geht es unter anderem um die Darstellung von Frauen und Geschlechterrollen in Filmen und Serien. Das Angebot kann ohne Anmeldung besucht werden.
Um 12:30 Uhr richtet sich Marie Ritters Workshop "Netzwerken für FINTA*–Kontakte knüpfen, Chancen nutzen“ exklusiv an FINTA*-Studierende und -Absolvent*innen. Im Mittelpunkt stehen der gezielte Aufbau beruflicher Kontakte, authentisches Netzwerken und die Frage, wie sich Chancen und Zugänge aktiv erweitern lassen.
Ebenfalls um 12:30 Uhr spricht der Journalist, Autor und Feminist Nils Pickert über "Alternative Männlichkeit“. In Vortrag und Diskussion geht es um Geschlechterrollen, Erziehung, Partnerschaft und die Frage, wie Männlichkeit jenseits klassischer Rollenbilder gedacht und gelebt werden kann. Die Veranstaltung findet hybrid statt.
Am Nachmittag steht mit “Sexualisierte Gewalt in Ausbildung und Beruf” ein besonders wichtiges Thema auf dem Programm. Yasmina Reimann vermittelt von 14 bis 17:30 Uhr Wissen über Formen und Folgen sexualisierter Belästigung und informiert über rechtliche Rahmenbedingungen, Verantwortlichkeiten sowie institutionelle und persönliche Handlungsmöglichkeiten.
Wie unterschiedlich persönliche Zugänge zum Feminismus sein können, zeigt das partizipative Dialogformat “Mehr als eine ‚Single Story‘ – Feminismen im Dialog“ von 17 bis 18:30 Uhr. Ausgangspunkt ist die Frage: ”Wie ist Feminismus ein Thema für mich geworden und was hat das mit Sexismus zu tun?“ In kleinen Gruppen können die Teilnehmenden eigene Erfahrungen teilen, zuhören und Gemeinsamkeiten entdecken. Anschließend werden die Eindrücke gemeinsam im Plenum sichtbar gemacht.
Den Abschluss des ersten Tages bildet eine Sober Silent Disco für FINTA*. Von 19 bis 22 Uhr wird das Foyer am Exer 11 zum geschützten Raum zum Tanzen, Feiern und Vernetzen. Mit 90 Kopfhörern stehen drei Musikkanäle zur Auswahl. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
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Samstag, 10.10.: Grenzen, Selbstbehauptung & neue Perspektiven
Auch der zweite Veranstaltungstag beginnt mit mehreren Workshops. Yasmina Reimann widmet sich von 10 bis 14 Uhr dem Thema “Konsens – und wie!”. Dabei geht es um die Frage, was (sexueller) Konsens eigentlich bedeutet, wie eigene Grenzen und Bedürfnisse kommuniziert werden können und wie Konsens in Beziehungen und Sexualität aktiv hergestellt werden kann.
Über den gesamten Vormittag und Nachmittag läuft der Workshop “Empowerment und Selbstbehauptung für den Alltag” von Birte Opitz. Tanz, Körperarbeit und Stimme werden dabei mit feministischer Selbstbehauptung und Selbstverteidigung verbunden. Die Teilnehmer*innen sollen die eigenen Grenzen bewusster wahrnehmen, die eigene Stimme stärken und konkrete Handlungsstrategien entwickeln.
Um 12:30 Uhr richtet Fikri Anıl Altıntaş den Blick auf die Rolle von Männern bei der Geschlechtergerechtigkeit. In seinem Vortrag "Männlichkeit, Verbündetenschaft und Geschlechtergerechtigkeit“ geht es um tradierte Rollenbilder, sogenannte toxische Männlichkeit und die Frage, wie Männer aktiv zur Gleichstellung beitragen können – gerade auch vor dem Hintergrund eines zunehmenden antifeministischen Backlashs.
Am Samstag kehrt auch das Format "Wie sexistisch ist meine Lieblingsserie?“ zurück. Von 13 bis 17 Uhr können Interessierte ohne Anmeldung den eigenen Medienkonsum aus unterschiedlichen Perspektiven hinterfragen und sich mit den vielfältigen Erscheinungsformen von Sexismus in Film und Fernsehen auseinandersetzen.
Kreativ wird es ab 14:30 Uhr im Workshop "Form und Farbe – Empowerment mit Kunst als Sprache“ von Sonja Wartjen. Mit Farbe, Form und unterschiedlichen Materialien können die Teilnehmenden eigene Ressourcen entdecken, neue Perspektiven entwickeln und Selbstvertrauen und Authentizität stärken.
Ebenfalls um 14:30 Uhr liest Dr. Franziska Saxler aus ihrem Buch "Er hat dich noch nicht mal angefasst“ und spricht über einen beruflichen Weg, der anders verlief als geplant. Die Veranstaltung verbindet Lesepassagen mit einem moderierten Gespräch über persönliche Krisen, Rückschläge, berufliche Umwege und den Übergang vom Studium in den Beruf. Die Veranstaltung findet online mit Live-Übertragung am Exer 11 statt.
Zum Abschluss der zweitägigen Veranstaltungsreihe wird um 18:30 Uhr der Dokumentarfilm "The Case You“ gezeigt. Der Film von Regisseurin Alison Kuhn begleitet fünf Schauspielerinnen, die bei demselben Casting mit systematischen Übergriffen konfrontiert wurden. Gemeinsam setzen sie sich mit dem Erlebten auseinander und erzählen von den Auswirkungen auf ihr Leben und ihre Arbeit.
Die anschließende Diskussion greift Fragen nach Machtmissbrauch, sexualisierter Gewalt und den Grenzen der Kunst auf. Die Veranstaltung findet hybrid statt. Aufgrund der thematischen Inhalte wird vorab auf mögliche belastende Darstellungen hingewiesen.
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Feministisches Coaching und Ausstellung an beiden Tagen
Ergänzt wird das Programm an beiden Veranstaltungstagen durch feministisches Coaching mit Julia Weiß. FINTA* können dabei persönliche Fragen und Herausforderungen rund um Studium, Beruf, Selbstzweifel, Konflikte, Entscheidungen oder Diskriminierungs- und Grenzerfahrungen reflektieren. Das Coaching findet in Einzelterminen statt; bei Bedarf sind auch Online-Termine oder individuelle Uhrzeiten möglich.
Im Foyer des Hörsaalzentrums ist außerdem an beiden Tagen die Ausstellung "Gemeinsam gegen Sexismus“ zu sehen. Sie informiert über Sexismus und sexuelle Belästigung, macht Erscheinungsformen und Auswirkungen sichtbar und zeigt Möglichkeiten auf, wie Sexismus im Alltag entgegengewirkt werden kann. Der Besuch ist ohne Anmeldung möglich.
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