Oldtimerbewertungen, Schadensgutachten und Hauptuntersuchungen: Muhammed Aydin hat am Ostfalia-Campus Wolfsburg Fahrzeugtechnik studiert und arbeitet heute als Prüfingenieur und Kfz-Sachverständiger. Im Interview erzählt er, wie sein Arbeitsalltag aussieht, welche Verantwortung sein Beruf mit sich bringt und warum Praxiserfahrung schon während des Studiums wichtig ist.
Was machst du als Prüfingenieur und Kfz-Sachverständiger?
Muhammed: Ich decke zwei Bereiche ab, einmal den amtlichen Bereich und einmal den nichtamtlichen Bereich. Im amtlichen Bereich machen wir Hauptuntersuchungen und Abgasuntersuchungen – das Klassische sozusagen. Wir machen auch Begutachtungen, wenn es einen Umbau gibt, zum Beispiel wenn eine Zubehörfelge eingetragen werden muss. Und wir machen Oldtimerbegutachtungen und Gasanlagenprüfungen an Wohnmobilen und Wohnwagen.
Und was ist der nichtamtliche Bereich?
Muhammed: Da begutachten wir Schaden und Wert. Wenn es einen Schaden am Fahrzeug gibt oder ein Unfall passiert ist, erstellen wir ein Gutachten. Wir erstellen auch Wertgutachten für Fahrzeuge, die hochwertiger sind, z.B. für Oldtimer, bei denen die Versicherung wissen möchte, wie viel das Auto im Schadensfall kostet.
Wie kann man sich deinen Alltag genau vorstellen?
Muhammed: Ich mache um 7 Uhr den Laden auf, checke die Mails und trinke meinen Kaffee. Dabei schaue ich, ob ich für die Prüfstelle oder den Außendienst eingeplant bin und was für Aufgaben anstehen. Um 8 Uhr geht’s dann richtig los. Ich prüfe zum Beispiel erstmal drei Fahrzeuge für eine Hauptuntersuchung. Danach nehme ich einen Schaden auf, bewerte alles und schreibe ein Gutachten. Am Ende des Tages mache ich dann vielleicht noch eine Oldtimerbewertung.
Was musst du für deinen Job können und wie hat dich dein Studium darauf vorbereitet?
Muhammed: Für den amtlichen Bereich muss man studiert haben. Man braucht entweder ein Studium in Fahrzeugtechnik, Maschinenbau oder Elektrotechnik. Meistens sind die ersten beiden besonders gern gesehen, weil man dabei Kfz-Erfahrung mitbringt. Wenn man ein Ingenieursstudium hat, muss man danach noch acht Monate in die Ausbildung. Am Ende hat man eine schriftliche, mündliche und praktische Prüfung und wenn man besteht, ist man Prüfingenieur*in.
Was für Herausforderungen gibt es in deinem Arbeitsalltag?
Muhammed: Die Verantwortung ist für mich die größte Herausforderung. Man muss beurteilen, ob das Fahrzeug erhebliche Mängel, geringe Mängel oder gar keine Mängel hat. Im Anschluss muss man dann noch mit dem*der Kund*in besprechen, was bis wann repariert werden muss. Nicht jede*r ist damit einverstanden und man muss es gut erklären.
Was macht deinen Beruf für dich am spannendsten?
Muhammed: Die Abwechslung. Es ist jeden Tag was Neues. Ich habe immer neue Fahrzeuge, neue Kund*innen, mal kommt die Werkstatt, mal das Autohaus und ab und zu auch eine Versicherung. Alle Autos sind unterschiedlich – mal neu, mal alt, mal Elektroauto, mal Fahrzeuge, die mit Gas betrieben werden.
Wie bist du damals darauf gekommen, Fahrzeugtechnik zu studieren?
Muhammed: Durch meinen Bruder. Er hat auch Fahrzeugtechnik studiert und die Ausbildung gemacht. Ich habe mir das dann bei ihm angeschaut und Praktika gemacht und gemerkt, dass ich das auch machen möchte. Ich habe dann erst an einer Uni studiert, aber das hat mir nicht so gefallen, weil es dort nicht so viel Praxis gab wie an der Ostfalia.
Hast du Tipps für neue Studierende?
Muhammed: Macht viele Praktika und Werkstudentenjobs. Es ist wichtig, Praxiserfahrung zu sammeln, sich frühzeitig ein Netzwerk aufzubauen und Kontakte zu knüpfen – das passiert nur in der Praxis.
Du möchtest auch an der Ostfalia studieren? Dann findest du hier alle Studiengänge im Überblick! Bei Fragen kannst du dich gerne an die Zentrale Studienberatung wenden.